Rems-Murr-Kreis

Corona im Rems-Murr-Kreis: Warum die Inzidenz in den nächsten Tagen sinken könnte - und was davon zu halten ist

Warnapp
Die Warnapp zeigt rot: erhöhtes Risiko. © Joachim Mogck

Die Inzidenz ist im Rems-Murr-Kreis weiterhin hoch, sie lag – Stand 3. November, 16 Uhr – bei 136. Und doch gibt es momentan zumindest einen matten Hoffnungsschimmer. Um ihn überhaupt wahrnehmen zu können, muss man sich tief über die Zahlen beugen - und aufpassen, dass man nicht zu viel in sie hineindeutet ... 

579 Neu-Infektionen hat das Landratsamt für den Zeitraum 28. Oktober bis 3. November gemeldet. Daraus ergibt sich die Inzidenz; sie benennt die Neu-Ansteckungen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Da der Rems-Murr-Kreis etwa 426 000 Einwohner hat, muss man die Zahl 579 durch 4,26 teilen und landet bei einer Inzidenz von 135,9.

Es könnte sein, dass die Inzidenz in den nächsten Tagen eher sinkt oder zumindest nicht schroff steigt. Grund: Am 28. Oktober wurde die bisherige Rekordzahl von 110 Neu-Infektionen an einem einzigen Tag gemeldet – dieser Wert fällt aber ab heute aus der Rechnung, weil er dann bereits acht Tage zurückliegt.

Auch am 29. Oktober (105 Fälle) und am 30. Oktober (99) wurden sehr viele Infektionen gemeldet – diese Werte purzeln morgen beziehungsweise übermorgen aus der Sieben-Tages-Bilanz. Die Infektionsmeldungen für den 31. Oktober (69 Fälle), den 1. November (55), den 2. November (82) und den 3. November (vorläufig 59) sind indes vergleichsweise niedrig. Insofern erscheint es eher unwahrscheinlich, dass die Inzidenz im Laufe dieser Woche über die 150er-Marke schießen wird. Damit die Inzidenz auch nur gleich bleibt, müssten täglich etwa 100 neue Fälle gemeldet werden.

Corona und die Inzidenz: Was würde es bedeuten, falls sie sinken sollte?

So weit die pure Mathematik. Es hieße allerdings, diese Statistik fahrlässig überzuinterpretieren, wenn man aus all dem bereits eine Trendwende ablesen wollte. Denn die Infektionsmeldungen für die vergangenen ein bis drei Tage stehen unter einem gewaltigen Vorbehalt: Da die Testlabore teilweise total überlastet sind, kommen die Befunde oft verspätet; was dazu führen kann, dass das wahre Ausmaß des Infektionsgeschehens sich erst im Rückblick offenbart.

Zusammengefasst: Aussagen über die Inzidenz sind derzeit schlicht nicht verlässlich.

Corona und die Medizin: Die Lage in den Rems-Murr-Kliniken

In den Rems-Murr-Kliniken sind aktuell 30 Patienten mit Covid-19-Infektion in stationärer Behandlung, fünf von ihnen müssen beatmet werden. Die Auslastungsgrenze in unseren Krankenhäusern ist noch nicht einmal ansatzweise erreicht – im Notfall können bis zu 90 Beatmungsplätze eingerichtet werden.

Der Südwesten des Rems-Murr-Kreises ist ein Hotspot

Nach wie vor ist der Südwesten des Rems-Murr-Kreises der Hotspot – von 661 Menschen, die derzeit wegen einer akuten Infektion in Isolation sind, kommen fast zwei Drittel, nämlich 405, aus den acht nebeneinanderliegenden Orten Waiblingen (112), Fellbach (83), Kernen (61), Weinstadt (40), Winnenden (36), Remshalden (30), Korb (26) und Schwaikheim (17). Weitere Brennpunkte: Schorndorf (47) und Backnang (46). In den restlichen 21 Rems-Murr-Kommunen gibt es zusammengezählt nur 163 aktuelle Fälle, also im Durchschnitt nicht einmal acht Fälle pro Ort.

Die Inzidenz ist im Rems-Murr-Kreis weiterhin hoch, sie lag – Stand 3. November, 16 Uhr – bei 136. Und doch gibt es momentan zumindest einen matten Hoffnungsschimmer. Um ihn überhaupt wahrnehmen zu können, muss man sich tief über die Zahlen beugen - und aufpassen, dass man nicht zu viel in sie hineindeutet ... 

579 Neu-Infektionen hat das Landratsamt für den Zeitraum 28. Oktober bis 3. November gemeldet. Daraus ergibt sich die Inzidenz; sie benennt die Neu-Ansteckungen pro 100 000

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