Rems-Murr-Kreis

Corona-Impfungen bei Betriebsärzten starten am 7./8. Juni: Stihl und Kärcher hoffen auf Impfstoff-Lieferungen

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Stihl könnte im Gemeindezentrum in Waiblingen-Neustadt vier Impfstraßen mit einer Kapazität von 300 Impfungen pro Tag einrichten. © Stihl

„Wie viel Impfstoff uns zum Impfstart der Betriebsärzte kommende Woche, 7. bis 13. Juni, tatsächlich zur Verfügung steht, ist noch nicht bekannt. Die Zuteilung erfolgt über die Behörden“, sagt Hien Nguyen, Pressereferentin des Waiblinger Motorsägen-Herstellers Stihl. Es seien aber natürlich die Mengen geordert worden, nämlich 804 Dosen pro Betriebsarzt, die maximal bestellt werden konnten.

Bei Kärcher weiß man da schon etwas mehr: Von den 804 bestellten Biontech-Dosen werden jetzt voraussichtlich 114 Dosen pro Betriebsarzt geliefert, sagt Sebastian Wein von der Kommunikationsabteilung des Winnender Reinigungsgeräte-Herstellers. „Da wir zwei Betriebsärzte haben, rechnen wir mit 228 Dosen. Dies ist allerdings eine Vorankündigung. Wie viele Dosen wir tatsächlich bekommen, wissen wir erst, wenn wir die Lieferung am Montag (7.6.) erhalten.“

Es komme auf die Größe des vom Bund vorgesehenen Impfstoff-Gesamtkontingentes für die Betriebsärzte an und darauf, wie viele Betriebsärzte bestellt haben, erläutert Kai Sonntag, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg die Hintergründe.

Das Bundesgesundheitsministerium teilt mit: Mehr als 6000 Betriebsärzte hätten für die erste Impfwoche ab 7. Juni eine Bestellung abgegeben, bundesweit sollen 702 000 Dosen des Impfstoffs von Biontech ausgeliefert werden. Die zugesicherte Mindestmenge für die erste Impfwoche betrage deshalb pro Betriebsarzt 102 Dosen.

Auch in dieser Woche (31. Mai bis 6. Juni) konnten Betriebsärzte via Apotheke und Pharma-Großhandel erneut Impfstoff bestellen. „Dieses Mal wurde uns die Menge von 300 Dosen je Betriebsarzt genannt“, sagt Kärcher-Sprecher Wein. „Es scheint bislang bei Biontech zu bleiben. Wie viel geliefert wird, wissen wir allerdings auch hier erst, wenn wir die Lieferung für diese Bestellung in der übernächsten Woche erhalten.“

Stihl und Kärcher haben viel vor und die notwendige Infrastruktur vorbereitet, um bei den betriebsärztlichen Impfungen Maximal-Auslastung fahren zu können. Immerhin sollen auch just zum 7. Juni sämtliche Impfpriorisierungen fallen. Beim derzeit eh schon engen Flaschenhals mangelnder Impfstoffmengen, durch den immer mehr Impfwillige hindurch wollen, ist unwahrscheinlich, dass die beiden Unternehmen kurz- bis mittelfristig eine Vollauslastung erreichen werden.

Stihl stünden im Gemeindezentrum in Waiblingen-Neustadt vier Impfstraßen mit einer Gesamtkapazität von rund 300 Impfungen pro Tag zur Verfügung. Das Gemeindezentrum in unmittelbarer Nähe zum Werk 2, dem größten Standort am Stammsitz in Deutschland, hat das Unternehmen von der Stadt angemietet. „Unsere Beschäftigten können sich entweder über ihren direkten Vorgesetzten oder über ein elektronisches Buchungssystem zu einer Corona-Impfung anmelden“, sagt Hien Nguyen.

Kärcher hätte ähnliche Kapazitäten. „Es werden die Impfstoffdosen, die eintreffen, sofort verimpft, so Unternehmenssprecher Wein. „Zuerst werden bei uns die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geimpft, bei denen kein mobiles Arbeiten möglich ist und bei denen die Arbeitssituation zu vermehrten Kontakten führt, die also einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind – also Mitarbeiter aus den internen Diensten, der Produktion und Logistik. Im Anschluss kann jeder geimpft werden, der das möchte und sich entsprechend intern angemeldet hat.“

Bei der IHK-Bezirkskammer Rems-Murr freut man sich über die Einbindung der Unternehmen in die Corona-Impfkampagne, ist allerdings enttäuscht, dass für die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) Impfangebote nun vorerst ausbleiben, sagt der Geschäftsführer der IHK-Bezirkskammer Markus Beier. „Wir hatten zusammen mit der Landkreisverwaltung auf eine Nachnutzung des Impftrucks für Impfungen von KMU-Beschäftigten in den Gewerbegebieten gehofft. Aufgrund des Impfstoffmangels wurde dies aber vom Landessozialministerium abgelehnt“, sagt Beier.

Der Impftruck hätte Möglichkeiten eröffnet, der breiten Schicht der arbeitenden Bevölkerung, insbesondere im produzierenden Gewerbe, wo kein Home-Office möglich sei, niederschwellige Impfangebote zu machen.

„Es hat nicht jeder Zeit, sich intensiv und tagelang um Impftermine in den Impfzentren zu bemühen“, sagt Beier. Auch würde der umweltschädliche Impftourismus eingedämmt, wenn vor Ort geimpft würde.

„Die IHK Region Stuttgart hat dem Ministerium weitere Vorschläge unterbreitet. Wir hoffen, dass davon etwas umgesetzt werden kann“, so Beier.

Vorschlag eins: Groß impft Klein mit – will heißen, große Unternehmen erlauben es kleineren Unternehmen im Umkreis, ihre Impf-Infrastruktur mitzubenutzen. „In einem Modellprojekt des Stuttgarter Flughafens funktioniert das wunderbar.“

Vorschlag zwei: Für Beschäftigte von KMU werden eigene Terminslots in den Impfzentren eingerichtet. „Wir sind hier auch schon im Gespräch mit dem Landratsamt bezüglich einer möglichen Mitnutzung des Kreisimpfzentrums in Waiblingen.“ Solange die Impfstoffe aber noch dermaßen Mangelware sind und die Terminvergabe im KIZ so angespannt ist, sei eine kurzfristige Umsetzung dieses Vorschlags undenkbar.

Vorschlag drei: mobile Lösungen. Der Impftruck kommt ja leider nicht mehr infrage. Wie wäre es aber mit mobilen Impfteams, die zu Beginn der Impfkampagne die Altenheime angefahren haben?

Vorschlag vier: Pop-up-Impfzentren, die temporär in öffentlichen Gebäuden für Beschäftigte von KMU aufgebaut werden.

„Wie viel Impfstoff uns zum Impfstart der Betriebsärzte kommende Woche, 7. bis 13. Juni, tatsächlich zur Verfügung steht, ist noch nicht bekannt. Die Zuteilung erfolgt über die Behörden“, sagt Hien Nguyen, Pressereferentin des Waiblinger Motorsägen-Herstellers Stihl. Es seien aber natürlich die Mengen geordert worden, nämlich 804 Dosen pro Betriebsarzt, die maximal bestellt werden konnten.

Bei Kärcher weiß man da schon etwas mehr: Von den 804 bestellten Biontech-Dosen werden jetzt

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