Rems-Murr-Kreis

Corona-Impfungen: Wer ist warum impfberechtigt? Wann wird Astrazeneca für alle freigegeben? Wann impfen die Arztpraxen?

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Impfberechtigte mit Termin registrieren sich im Kreisimpfzentrum in der Rundsporthalle Waiblingen. © Gabriel Habermann

Es werden immer mehr Impfberechtigte in Baden-Württemberg und es ist schwer, den Durchblick zu behalten. Die Impfberechtigung richtet sich aktuell nach der Verfügbarkeit der teils nur für bestimmte Altersgruppen zugelassenen und verfügbaren Impfstoffe. Der FDP-Landtagsabgeordnete Jochen Haußmann aus Kernen fordert Sozialminister Manfred Lucha auf, die Altersbegrenzung beim Impfstoff Astrazeneca zu überdenken: „Die Europäische Arzneimittelagentur hat kein Höchstalter für den Impfstoff von Astrazeneca festgelegt. Das war ein Alleingang der Ständigen Impfkommission (STIKO), die nur bis 64 empfehlen wollte.“ Es sei gerade jetzt wichtig zu prüfen, den Kreis der zu Impfenden auf alle Lehrerinnen und Lehrer, auch über 64-jährige, auszudehnen, um noch mehr Sicherheit für die Schulen zu erreichen.

Allerdings betrifft die „Aussparung“ nicht nur Lehrkräfte, sondern alle 65- bis 80-Jährigen, selbst die mit Vorerkrankungen und die das deshalb gerade als besonders ungerecht empfinden. „Wir halten uns an die Empfehlung der STIKO, gehen aber davon aus, dass diese zeitnah eine Entscheidung fällt“, sagt Florian Mader, Sprecher des Sozialministeriums.

„Aktuell besteht aber keine Möglichkeit, Astrazeneca komplett für alle freizugeben. Dafür haben wir noch nicht genug Impfstoff“, sagt Mader. „Für die Liefermengen und die Verhandlungen mit den Herstellern ist der Bund zuständig.“ Hier rechne man erst im Verlauf des zweiten Quartals mit deutlich steigenden Mengen, auch von den Impfstoffen von Biontech und Moderna, die ja von Anfang an für Ältere zugelassen sind, und weil im Moment noch Mangelware, mittlerweile ausschließlich über 80-Jährigen geimpft werden.

Können Astrazeneca-Impfungen bald in Arztpraxen erfolgen?

"Zur Frage der Impfungen in Hausarzt-Praxen finden bereits Gespräche und Überlegungen statt", sagt Florian Mader. Für eine flächendeckende Versorgung über Arztpraxen müsse zunächst der Bund verschiedene Fragen klären, die bei der Impfung in Arztpraxen noch offen sind, insbesondere Abrechnungsfragen, die Frage der Datenerfassung unter anderem für die Statistik, und Logistikfragen für die Auslieferung über die Apotheken.

"Wenn der Bund die Voraussetzungen geschaffen hat, ist auch ein Nebeneinander beziehungsweise ein fließender Übergang von den Impfzentren in die Praxen denkbar. Voraussetzung für die Impfung in den Hausarztpraxen sind deutlich größere Impfstofflieferungen als derzeit (mindestens 2  bis 3 Millionen bundesweit pro Woche). Mit den derzeitigen Impfstoffmengen ist keine flächendeckende Versorgung der niedergelassenen Arztpraxen möglich."

Die Zentralen Impfzentren (ZIZ), in Stuttgart zum Beispiel zwei, und die Kreisimpfzentren (KIZ), im Rems-Murr-Kreis zum Beispiel eins, bekommen jeweils momentan noch gleichermaßen wenig Impfstoff. Die Liefermengen in dieser Woche (1. bis 7. März):

  • Astrazeneca: ZIZ: je 2100 Impfdosen; KIZ: je 2600 Impfdosen
  • Biontech: ZIZ: je 5850 Impfdosen; KIZ: je 1170 Impfdosen
  • "Moderna wird bislang in so geringen Mengen geliefert, dass es nur zwischen den ZIZ aufgeteilt wird. Die nächste Lieferung ist erst für KW 11 angekündigt und noch nicht bestätigt", sagt Florian Mader.

"Die ZIZ sind mit ihren jeweils fünf Mobilen Impfteams in den angrenzenden Landkreisen unterwegs und unterstützen dort die Impfungen in den Alten- und Pflegeheimen", so Mader. So sind die Mobilen Impfteams der ZIZ des Robert-Bosch-Krankenhauses auch im Rems-Murr-Kreis unterwegs und werden nach Durchimpfung der Pflegeheime die Impftruck-Tour durch unseren Landkreis mit organisieren – "deshalb die größere Liefermenge an die ZIZ."

Folgende Personen sind aktuell in BaWü impfberechtigt:

Impfberechtigt mit höchster Priorität (STIKO-Stufe 1)

  • Personen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben (über 80-Jährige).
  • Pflegekräfte (ambulant, stationär und aufsuchend) und Beschäftigte von Pflegeeinrichtungen und geriatrischer Bereiche sowie Personen, die beruflich regelmäßig unmittelbaren Kontakt mit Heimbewohnern oder Pflegepatienten haben.
  • Medizinisches Personal in Bereichen mit sehr hohem Corona-Ansteckungsrisiko oder in der Behandlung und der Betreuung von Risikopatienten tätig.

Impfberechtigt im Alter von 18 bis 64 (aus der STIKO-Stufe 2 und 3)

  • Personen, bei denen ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Covid-19-Krankheitsverlauf besteht (Trisomie, Demenz, geistige Behinderung, schwere psychiatrische Erkrankung, Tumorerkrankungen, Diabetes, chronische Leber- oder Nierenerkrankungen, Adipositas).
  • Personen, bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf besteht.
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von einer nicht in einer Einrichtung befindlichen pflegebedürftigen Person, die das 70. Lebensjahr vollendet hat oder bei der eine der genannten Erkrankungen vorliegt.
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von einer schwangeren Person.
  • Bewohner und und Beschäftigte in Obdachlosenunterkünften, Flüchtlingsheimen oder Behinderteneinrichtungen.
  • Betreuungs-/Pflegepersonal von Menschen mit geistiger/psychischer Behinderung oder Demenz (auch Ehrenamtliche).
  • Medizinisches Personal in Bereichen mit hohem Corona-Ansteckungsrisiko oder in der Behandlung und der Betreuung von Risikopatienten.
  • Polizei und Ordnungskräfte sowie Soldaten, sofern sie durch ihre Tätigkeit einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind.
  • Personen, die im öffentlichen Gesundheitsdienst oder in besonders relevanter Position zur Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur tätig sind.
  • Personen, die zur Unterstützung im Alltag regelmäßig bei älteren oder pflegebedürftigen Menschen tätig sind.
  • Lehrer, Erzieher, Schul-/Kita-Personal.

Es werden immer mehr Impfberechtigte in Baden-Württemberg und es ist schwer, den Durchblick zu behalten. Die Impfberechtigung richtet sich aktuell nach der Verfügbarkeit der teils nur für bestimmte Altersgruppen zugelassenen und verfügbaren Impfstoffe. Der FDP-Landtagsabgeordnete Jochen Haußmann aus Kernen fordert Sozialminister Manfred Lucha auf, die Altersbegrenzung beim Impfstoff Astrazeneca zu überdenken: „Die Europäische Arzneimittelagentur hat kein Höchstalter für den Impfstoff von

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