Rems-Murr-Kreis

Corona-Impfzentren in Waiblingen und Backnang in Vorbereitung?

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Die Bundesregierung erwartet noch für 2020 die Bereitstellung eines Corona-Impfstoffes. (Symbolfoto) © Pixabay

Die ersten Corona-Impfungen, wenn auch im ersten Schritt nur für Beschäftigte im medizinischen und pflegerischen Bereich sowie für Risikogruppen, könnten nach Angaben des Bundesgesundheitsministers noch 2020 erfolgen. Impfstoffe stünden bald bereit. Deshalb bereiten sich bundesweit Kommunen und Landkreise darauf vor, Impfzentren einzurichten. Die Verwaltung des Rems-Murr-Kreises kann sich als zwei Standorte für die Einrichtung von Corona-Impfzentren die Berufsschulzentren Waiblingen und Backnang vorstellen, so Pressesprecherin Martina Keck.

Die Berufsschulzentren verfügten jeweils über eine Turnhalle, die geeignet und schnell „einsatzfähig“ wären. „Die Gebäude gehören nicht nur dem Kreis. Wir haben dort auch mehrfach Messe-Erfahrung gesammelt“, so Keck. Will heißen: Die logistischen Herausforderungen, die Hallen als Impfzentren einzurichten, seien bewiesenermaßen zu stemmen.

Im dritten Schritt Schorndorf?

Allerdings habe eine vergangene Woche eigens einberufene Kreis-Versammlung der Bürgermeister ergeben, dass aus kommunaler Sicht mehr als zwei Impfzentren notwendig wären, wenn die Impfungen erst einmal für die gesamte Bevölkerung angeboten werden. Die einhellige Meinung: Als kommunale Familie müsse man hier gemeinsam vorgehen, mit dem Ziel, „die bestmögliche Infrastruktur im Rems-Murr-Kreis anbieten zu können“, so Keck. Es wurden weitere Vorschläge erarbeitet und dem Landesministerium für Soziales und Integration zur Genehmigung vorgelegt. Das Ministerium wolle sich zu den Vorschlägen in dieser Woche äußern.

„Wenn Sie mit der Drohne über den Rems-Murr-Kreis flögen und zu entscheiden hätten, wo Standorte von Impfzentren hinkommen sollten, um Impfungen schließlich flächendeckend zu ermöglichen, dann kommen Sie im ersten Schritt auf Waiblingen, im zweiten auf Backnang und im dritten wohl auf Schorndorf“, sagt der Schorndorfer Finanzbürgermeister Thorsten Englert, der bei der Bürgermeistertagung dabei gewesen ist. „Schorndorf wäre nicht nur als Klinikstandort für ein Impfzentrum ideal, sondern auch als Einzugsbereich für den Welzheimer Wald, ja den gesamten Schwäbischen Wald und den ganzen Osten des Landkreises.“

Das Schorndorfer Liegenschafts-Fachressort prüfe verschiedene Hallen als Standorte. „Es gibt ausführliche Anforderungen seitens des Sozialministeriums. Die Halle muss dreizügig sein, also mit Zwischenwänden in Segmente einteilbar, durchgängig barrierefrei, 100 bis 150 Parkplätze haben, und, und, und. Bei den städtischen Hallen ist aber das Problem der vielschichtigen Belegung da. Nicht nur die Schulen, sondern auch die Vereine wollen und sollen ja ihre Sport-Aktivitäten und Kurse dort abhalten“, sagt Englert. Die Tendenz gehe also eindeutig auch in Schorndorf in Richtung Berufsschulzentrum.

Das bestätigt Oberbürgermeister Matthias Klopfer. „Der Standort wäre möglich und gut gelegen an S-Bahn und Wieslauftalbahn. Wir hatten 2015 ja auch Flüchtlinge dort untergebracht. Das muss aber der Kreis entscheiden. Es ist eine kreiseigene Liegenschaft. Zudem müssten wir dann für den Schulsport der Berufsschüler als Ersatz andere Hallenkapazitäten in Schorndorf frei machen, was aber machbar wäre und auch 2015 funktioniert hat.“

Kein Impfzentrum in Winnenden?

In Winnenden habe man anhand der Vorgaben für einen solchen Standort keine geeignete Liegenschaft für ein Impfzentrum anzubieten, sagt der Winnender Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth. „Stattdessen freuen wir uns, dass bei uns vor Ort im Rems-Murr-Klinikum das Schnelltestzentrum des Landkreises seit 14 Tagen arbeitet.“ Vermutlich werden die Winnender dann in Waiblingen und in Backnang zum Impfen gehen können, da dort entsprechende Impfzentren in den Kreisberufsschulzentren im Gespräch sind, bestätigt Holzwarth. Die Kreisliegenschaften hätten den Vorteil, dass dort weniger Betriebslast (Schul- und Vereinssport) kompensiert werden muss, als in einer städtischen Halle der Fall wäre, die dann für rund sechs Monate nicht mehr nutzbar wäre. „Wir würden sonst unsere Schulen und Vereine sehr einschränken müssen. Außerdem fehlen bei unseren Hallen insgesamt die notwendigen Warte-, Nachsorge- und Hygienebereiche, die ebenso gefordert sind“, sagt Holzwarth.

Infektionszahlen etwas rückläufig

Derweil gehen die Corona-Infektionszahlen im Rems-Murr-Kreis weiter zurück. Die Richtung von Ende vergangener Woche setzt sich also vorerst fort. Ein mittel- bis langfristig rückläufiger Trend ist jedoch noch nicht absehbar. Im Vergleich zum Freitag ging zum Beispiel in Waiblingen die Anzahl der positiv getesteten, in Quarantäne befindlichen Personen um 55 auf 108 zurück, in Fellbach verringerte sich deren Anzahl von 103 auf 90 und in Backnang von 94 auf 64, in Murrhardt von 27 auf 11, in Kernen von 49 auf 28, in Leutenbach von 47 auf 32, in Winnenden von 58 auf 53 und in Schwaikheim von 34 auf 20 (Stand: 23.11., 15.40 Uhr). Steigende Zahlen hingegen mussten im Vergleich zum Freitag Plüderhausen (von 6 auf 17) und Winterbach (von 10 auf 16) verbuchen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag im gesamten Rems-Murr-Kreis mit 654 Neuinfektionen aber weiter dick im dunkelroten Bereich: 153 je 100 000 Einwohner.

Die Rems-Murr-Kliniken in Winnenden und Schorndorf versorgen aktuell 47 Covid-19-Patienten, davon 15 auf der Intensivstation, 15 Patienten werden beatmet (Stand 23.11, 13 Uhr).

Die gemeldeten Corona-Neufälle pro Tag waren im Rückblick seit 15. Oktober bisher am 11. November mit 210 Fällen am höchsten und erreichten am 18. November mit 174 Fällen und am 20. November mit 144 Fällen „Zwischenhochs“. Am Montag lag die vorläufige Tagesrate der gemeldeten Neufälle bei 50 (Stand: 15.40 Uhr).

Die ersten Corona-Impfungen, wenn auch im ersten Schritt nur für Beschäftigte im medizinischen und pflegerischen Bereich sowie für Risikogruppen, könnten nach Angaben des Bundesgesundheitsministers noch 2020 erfolgen. Impfstoffe stünden bald bereit. Deshalb bereiten sich bundesweit Kommunen und Landkreise darauf vor, Impfzentren einzurichten. Die Verwaltung des Rems-Murr-Kreises kann sich als zwei Standorte für die Einrichtung von Corona-Impfzentren die Berufsschulzentren Waiblingen und

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