Rems-Murr-Kreis

Corona-Kreis-Impfzentren: An diesem Mittwoch soll die Entscheidung fallen – Was wir jetzt schon wissen

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Bis zu neun Zentrale Impfzentren bis 15. Dezember und rund 50 Kreis-Impfzentren bis 15. Januar plant das Land Baden-Württemberg. Mittelfristig, ab dem Frühsommer 2021, sollen die freiwilligen Corona-Impfungen dann in den Regelstrukturen, also in den Arztpraxen, stattfinden. Es gibt keine Impfpflicht. © Pixabay

Die Bewerbungsfrist für Standorte zur Einrichtung von Corona-Kreisimpfzentren (KIZ) ist dem Vernehmen nach am Montag, 14.30 Uhr, abgelaufen. Der Rems-Murr-Kreis hat sich mit zwei Standorten für die Einrichtung von Kreisimpfzentren beworben, den Turnhallen der Berufsschulzentren in Waiblingen und Backnang. Dazu hat die Stadt Waiblingen in Abstimmung mit dem Landratsamt auch noch die Rundsporthalle vorgeschlagen, die aufgrund der Nähe sowohl zur B14 als auch zur B29 günstig liegt und über viele Parkplätze verfügt. Und offenbar wird obendrein darüber nachgedacht, ob auch die Alte Kelter in Fellbach als Standort in Frage kommt. Ferner könnte es noch eine Option geben: ein kreisübergreifendes KIZ, zusammen betrieben mit dem Ostalbkreis.

Gemeinsames Impfzentrum für Rems-Murr-Kreis und Ostalbkreis?

Jedenfalls hat der Landrat des Ostalbkreises, Dr. Joachim Bläse, ein gemeinsames KIZ per Pressemitteilung am Montag ins Spiel gebracht: „Nach Rücksprache mit dem Rems-Murr-Kreis könnten wir uns vorstellen, einen weiteren KIZ-Standort gemeinsam zu betreiben, um das Netz für unsere Bevölkerung dichter zu knüpfen“, so Bläse.

Seine Pressesprecherin Susanne Dietterle konkretisierte am Dienstag auf Nachfrage dieser Zeitung unkonkret: Die beiden Landräte hätten darüber gesprochen, „dass eventuell ein (weiteres) gemeinsames KIZ denkbar wäre. Festlegungen hinsichtlich der Örtlichkeiten sind nicht verbindlich vereinbart worden.“ Wo, bleibt also unklar. Beworben hat man sich damit auch noch nicht beim Ministerium.

Aus der Pressestelle des Rems-Murr-Kreises war zu vernehmen, die Presse solle bitte dem Entscheidungsprozess nicht vorgreifen und sich bitte gedulden. Genaueres werde nach den Entscheidungen des Landessozialministeriums bekanntgegeben.

Am Dienstag hatte das Ministerium noch nicht darüber entschieden. Endgültige Bescheide werden im Laufe dieser Woche erwartet. „Womöglich schon am Mittwoch“, so Markus Jox, Pressesprecher des Ministeriums. „Näheres kann ich dazu noch nicht sagen. Es fehlt übrigens auch noch eine Impf-Verordnung des Bundes, die wir als Länder dann umzusetzen haben. Darin könnte auch etwas über die priorisiert zu impfenden Gruppen stehen. Möglicherweise eignet sich ja der eine Impfstoff besonders für Ältere und der andere für Jüngere.“

Derweil hat sich der Ostalbkreis außerdem mit Örtlichkeiten in Aalen und Schwäbisch Gmünd als eigene KIZ-Standorte beworben. In Abstimmung mit den Oberbürgermeistern der beiden Kreisstädte war geplant gewesen, die beiden Kreisimpfzentren in Form von temporären fliegenden Bauten auf dem Aalener Greutplatz und auf dem Parkplatz Nepperbergstraße in Schwäbisch Gmünd zu installieren. Ersatzweise waren die Aalener Ulrich-Pfeifle-Halle am Greutplatz und die Schwerzerhalle Gmünd vorgesehen.

„Wie wir nun erfahren haben, orientiert sich die Konzeption des Landes für die Einrichtung der Kreisimpfzentren nicht an der Fläche, sondern an den Bevölkerungszahlen der Landkreise, so dass seitens des Landes vorgesehen ist, in den sechs bevölkerungsreichsten Stadt- und Landkreisen jeweils zwei Kreisimpfzentren aufzubauen. Im Ostalbkreis soll demnach nur ein Impfzentrum zum Zuge kommen, und zwar in Aalen in der Ulrich-Pfeifle-Halle“, schreibt Landrat Bläse.

Über den Landkreistag Baden-Württemberg habe der Ostalbkreis deshalb gegenüber dem Land am Montag zum Ausdruck gebracht, dass diese Entscheidung für lediglich ein Kreisimpfzentrum aus Sicht des Ostalbkreises sehr zurückhaltend bewertet werde. „Dennoch haben wir die Ulrich-Pfeifle-Halle gegenüber dem Land bestätigt und werden die weiteren Planungen und die Umsetzung mit Hochdruck betreiben“, so Bläse. Falls sich das Land zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden sollte, aufgrund eines höheren Bedarfes weitere Standorte für Kreisimpfzentren einzurichten, müsse aus Sicht des Landrats der Ostalbkreis als großer Flächenlandkreis berücksichtigt werden. So sei man auch auf die Idee eines kreisübergreifenden KIZ zusammen mit dem Rems-Murr-Kreis gekommen.

Wer bezahlt? Wer stellt das Personal? Wie viele mobile Impfteams?

Was die mobilen Impfteams betrifft, von denen in der Corona-Impfstrategie des Landes zwei Teams je Kreisimpfzentrum vorgesehen sind, möchte der Ostalbkreis für eine gleichmäßige Abdeckung seines „großen Kreisgebietes drei mobile Impfteams einrichten“ und habe dies beim Land so beantragt, so Bläse.

Wie viele mobile Impfteams der Rems-Murr-Kreis beantragt hat? Auch hier bat die Kreis-Pressestelle darum, die Entscheidungen des Ministeriums abzuwarten, bevor man Antwort darauf geben könne.

Unklar bleibt auch, wer die Kosten für den Betrieb der KIZ übernehmen und wer das Personal stellen wird. Dem Vernehmen nach geht man hier vom Land als Kostenträger aus. Ministeriumssprecher Markus Jox bestätigte: „Der Bund bezahlt die Impfstoffe, das Land die Impfungen.“ Jedoch werde nach einem Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz offenbar eine hälftige Finanzierung aus Mitteln der Krankenkassen angestrebt. Die Blaulichtfamilie, Hilfsorganisationen, Landesärztekammer und Kassenärztliche Vereinigung seien im Gespräch mit dem Landessozialministerium darüber, wer die Impfungen wo verabreichen könne, so Jox.

Personal im Rems-Murr-Kreis könnte zum Beispiel vom DRK kommen. Jedenfalls hat DRK-Kreis-Geschäftsführer Sven Knödler dazu in dieser Zeitung bereits seine Bereitschaft bekundet.

Ludwigsburger Kreis-Impfzentrum im Marbacher Krankenhaus?

Der benachbarte Landkreis Ludwigsburg hat sich ebenfalls mit mehreren KIZ-Standorten beworben. Darunter das Marbacher Krankenhausareal. „Die anderen Standorte wollen wir zunächst nicht nennen. Das wäre ungut, wenn diese schon vor der Entscheidung des Ministeriums in der Öffentlichkeit diskutiert würden“, sagt der Pressesprecher des Ludwigsburger Landratsamtes, Frank Wittmer.

Zentrales Impfzentrum im Landkreis Schwäbisch Hall

Laut Corona-Impfstrategie der Landesregierung soll es von 15. Dezember an zunächst in einem ersten Schritt zwei bis drei Zentrale Impfzentren (ZIZ) pro Regierungsbezirk geben. Neben den Messen Freiburg, Ulm und Offenburg sollen ZIZ auch an der Karlsruher Messe sowie am Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus eingerichtet werden. Anfang der Woche wurde nun bekannt, dass ein weiteres ZIZ im Landkreis Schwäbisch Hall geschaffen werde, und zwar in Rot am See auf dem Firmengelände der Hanselmann GmbH, die dort Einrichtungen zum Einfrieren von Lebensmitteln vorhält, die auch zur Tiefkühlung der Corona-Impfstoffe taugen.

Zusätzlich zu den ZIZ sollen in einem zweiten Schritt bis zum 15. Januar alle Stadt- und Landkreise Kreisimpfzentren (KIZ) erhalten. Flankierend zu den KIZ soll es mobile Impfteams geben, beispielsweise für Menschen, die daheim bettlägerig sind oder in Pflegeheimen wohnen. Risikogruppen, Beschäftigte des Gesundheitssystems und in anderen systemrelevanten Berufen werden priorisiert geimpft, bevor die restliche Bevölkerung sich impfen lassen darf.

Bis zu neun ZIZ und rund 50 KIZ plant das Land. Mittelfristig, ab dem Frühsommer, sollen die Impfungen dann in den Regelstrukturen, also in den Arztpraxen, stattfinden. Es gibt keine Impfpflicht.

Die Bewerbungsfrist für Standorte zur Einrichtung von Corona-Kreisimpfzentren (KIZ) ist dem Vernehmen nach am Montag, 14.30 Uhr, abgelaufen. Der Rems-Murr-Kreis hat sich mit zwei Standorten für die Einrichtung von Kreisimpfzentren beworben, den Turnhallen der Berufsschulzentren in Waiblingen und Backnang. Dazu hat die Stadt Waiblingen in Abstimmung mit dem Landratsamt auch noch die Rundsporthalle vorgeschlagen, die aufgrund der Nähe sowohl zur B14 als auch zur B29 günstig liegt und über

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