Rems-Murr-Kreis

Corona-Lockerungen: Sind die Auflagen für Freibäder zu streng?

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Symbolbild. © Pixabay (CC0 Creative Commons)

Bis zum Wochenende, 30./31. Mai,  werden die Infektionsschutzauflagen zur Wiedereröffnung von Schwimmbädern in eine Verordnung gegossen, bestätigt Pascal Murrmann, Sprecher des Landes-Sozialministeriums, das zusammen mit dem Ministerium für Kultus und Sport hier federführend ist. Ziel sei, dass Schwimmbäder für den allgemeinen Publikumsverkehr im Juni aufmachen können, wenn sie bestimmte Auflagen erfüllen. Welche Auflagen das sein werden, darüber könne er noch keine Auskunft geben, da sei man noch in der ressortübergreifenden Abstimmung begriffen, so Mumann.

Michael Krieger findet: „Die Freibäder hätten schon viel früher öffnen können. Die Auflagen, die sich andeuten, schießen meines Erachtens komplett übers Ziel hinaus.“ Der Diplom-Ingenieur der Elektrotechnik und Geprüfte Meister für Bäderbetriebe aus Geradstetten hat Berufserfahrung als Betriebsleiter und stellvertretender Betriebsleiter von Bädern in Geradstetten, Leonberg und Filderstadt. Sonst schafft er mit viel Herzblut auch immer wieder im Freibad im Weinstädter Teilort Strümpfelbach mit.

„Ich weiß, welchen immensen Beitrag zur Volksgesundheit und zum sozialen Leben unsere Bäder leisten, und möchte daher sehr gerne meinen Beitrag dazu erbringen, die Bäder den Bürgern wieder zur Verfügung zu stellen“, sagt Krüger und hat sich als Mann vom Fach die bereits erlassene Landes-Verordnung für Sportstätten angeschaut, qua welcher Schwimmtraining für Wettkampfsportler, Schwimmkurse und Schwimmunterricht bereits zugelassen sind. Diese lasse für die nächste Verordnung zu Bädern nichts Gutes erahnen.

„Die Auflage, dass jede Bahn eines Schwimmbeckens nur von maximal drei Personen gleichzeitig benutzt werden darf, ist doch nicht sinnvoll, weil nicht zwischen verschiedenen Bahnlängen unterschieden wird.“ Es gebe landauf, landab 50, 30, 25 oder sogar nur 20-Meter lange Becken. Da mache es doch einen großen Unterschied, inwiefern man die Personenzahl begrenzt.

Gechlortes Wasser wirkt wie Desinfektionsmittel

„Definitiv falsch“ sei die Aussage, „bei Schwimmbädern besteht ein mit anderen Sportstätten vergleichbares Infektionsrisiko“. Richtig hingegen sei, „im gechlorten Schwimmbecken badet man quasi dauerhaft im Desinfektionsmittel“. Das Bundesumweltamt habe bereits im März unmissverständlich festgestellt: „Das Wasser in konventionellen Schwimmbädern (Frei- oder Hallenbäder) unterliegt einer ständigen Aufbereitung. Die Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik bietet einen weitreichenden Schutz, auch vor unbekannten Organismen und chemischen Stoffen. Filtration und Desinfektion sind wirksame Verfahren zur Inaktivierung von eingetragenen Mikroorganismen (z.B. Bakterien und Viren).“ – „Die Morphologie und chemische Struktur von SARS-CoV-2 ist anderen Coronaviren sehr ähnlich, bei denen in Untersuchungen gezeigt wurde, dass Wasser keinen relevanten Übertragungsweg darstellt. Diese behüllten Viren sind durch Desinfektionsverfahren leichter zu inaktivieren als Noroviren oder Adenoviren.“

Sich beim Schwimmen oder Planschen in gechlortem Wasser mit Corona anzustecken, sei extrem unwahrscheinlich: „Da müssen sie sich schon anhusten oder anspucken. Deshalb hielte ich einen Sicherheitsabstand von 1,5 oder sogar nur einem Meter im Wasser für mehr als genug. Der 1,5-Meter-Abstand funktioniert ja schon an Land im Alltag zum Infektionsschutz sehr gut.“ Im Freibad komme noch eine weitere „aggressive Desinfektion“ hinzu: das UV-Licht der Sonne.

„In der Rems zwischen Geradstetten und Winterbach und im Plüderhäuser Badesee, im Aichstrutsee und sogar im Ebnisee baden und schwimmen die Menschen bereits wieder. Ich habe noch von keinem großen Infektionsausbruch deshalb gehört. Umso unwahrscheinlicher ist dieser bei gechlortem Wasser“, so Krieger.

Und wie steht's um die Ansteckungsgefahr beim Duschen?

Beim Duschen in Schwimmbädern müssten wohl freilich strengere Regeln und größere Abstände gelten. „Wobei ich keinen großen Unterschied sehe, ob zwei Menschen im Supermarkt 1,5 Meter Abstand halten oder nebeneinander mit demselben Abstand duschen. Das Wasser, das aus dem Duschkopf kommt, und auch der entstehende Wasserdampf sind ja auch gechlort. Aber klar, in Großraumduschen wäre ein größerer Abstand anzuraten. Problematischer wäre aber die Kontaktinfektion über die Armaturen. Also Hände desinfizieren und waschen“, sagt Krieger.

Mitte Juni könnten im Kreis Freibäder öffnen

Wie berichtet haben Stadtwerke-Geschäftsführer unter Vorbehalt angekündigt, folgende Einrichtungen im Rems-Murr-Kreis für die Allgemeinheit zu öffnen, begrenzte Zeittarife sind sehr wahrscheinlich:

  • Freibadbereich des Wunnebads Winnenden und Mineralfreibad Höfen im Juni;
  • Schorndorfer Ziegeleiseebad am 15. Juni,
  • Freibäder Waiblingen und Bittenfeld eventuell im Juni oder Anfang Juli.
  • Noch keine Termine stehen für die Wiedereröffnung der Freibadbereiche des Backnanger Wonnemar und des Fellbacher F3.

Allgemein heißt es, man müsse die Verordnung erst einmal abwarten.

Bis zum Wochenende, 30./31. Mai,  werden die Infektionsschutzauflagen zur Wiedereröffnung von Schwimmbädern in eine Verordnung gegossen, bestätigt Pascal Murrmann, Sprecher des Landes-Sozialministeriums, das zusammen mit dem Ministerium für Kultus und Sport hier federführend ist. Ziel sei, dass Schwimmbäder für den allgemeinen Publikumsverkehr im Juni aufmachen können, wenn sie bestimmte Auflagen erfüllen. Welche Auflagen das sein werden, darüber könne er noch keine Auskunft geben, da sei

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