Rems-Murr-Kreis

Corona Rems-Murr, 12.11.21: Bricht die medizinische Versorgung zusammen?

Krankenhaus Schorndorf Einweihung interdisziplinaere Intensivstation
Blick in die Intensivstation - die Corona-Lage spitzt sich zu. © Habermann

„Die Infektionszahlen müssen dringend sinken, damit die medizinische Versorgung der Menschen im Rems-Murr-Kreis nicht zusammenbricht“, warnt Dr. Jens Steinat, der Pandemiebeauftragte der Kreisärzteschaften im Rems-Murr-Kreis. Die Lage droht sich im Kreis, in Baden-Württemberg und in ganz Deutschland dramatisch zuzuspitzen.

Angesichts der Rekord-Inzidenzen und der drohenden Überlastung des Gesundheitswesens hat der erweiterte Krisenstab des Rems-Murr-Kreises erneut getagt, um weitere Maßnahmen zu besprechen. Dem Gremium gehören neben dem Gesundheitsamt und dem Krisenteam des Landkreises auch Oberbürgermeisterin Gabriele Zull (Fellbach), Bürgermeister Thomas Bernlöhr (Welzheim) und Bürgermeister Reinhold Sczuka (Althütte) als Vertreter der Städte und Gemeinden an, dazu Dr. Jens Steinat und der Vizepräsident des Polizeipräsidiums Aalen, der Direktor des Amtsgerichts Waiblingen und die Leiterin des Staatlichen Schulamts Backnang. Auch Vertreter der Rems-Murr-Kliniken kommen regelmäßig zu Sitzungen hinzu.

Arztpraxen und Krankenhäuser am Limit

Viele Arztpraxen, sagt Steinat, seien zwischen Impfungen, PCR-Tests und Regelversorgung am Limit – zumal die Dauerbelastung der Pandemie die Mitarbeitenden weit über ihre Grenzen bringe.

Dr. Torsten Ade, Chefarzt der Interdisziplinären Notaufnahme, und Dr. Marc Nickel, Geschäftsführer der Rems-Murr-Kliniken, berichten, dass die steigenden Zahlen an Covid-Patienten zu Engpässen bei der Behandlung von anderen schweren Erkrankungen führen. „Es ist tragisch und erschreckend, wenn wichtige Operationen und Behandlungen verschoben werden müssen“, ergänzt Landrat Richard Sigel.

Angesichts dieser Dramatik hat der erweiterte Krisenstab beschlossen, die PCR-Teststrukturen im Landkreis zu erweitern. Zudem haben Landkreis und Kommunen zahlreiche mobile Impfaktionen auf die Beine gestellt, zum Teil mit den mobilen Teams des Landes, aber auch mit niedergelassenen Ärzten.

Krisenstab empfiehlt Maskenpflicht an Schulen

Mit Blick auf die Schulen empfiehlt der Krisenstab das Tragen einer Maske. Zumal mit der kurz bevorstehenden Alarmstufe die Maskenpflicht in Schulen ohnehin bald wieder greifen wird.

Im Bereich der Grundschulen plädiert der erweiterte Krisenstab dafür, die Schnelltests vor Ort in den Schulen durchzuführen und zu überwachen – etwa mit der RMK-Cosima-App.

Eine der wenigen Maßnahmen zur Eindämmung, die darüber hinaus noch kurzfristig umgesetzt werden können, sind die Schnelltests an Kindergärten. Die ersten Städte und Gemeinden bereiten im Schulterschluss mit kirchlichen und privaten Trägern bereits aktuell diese Maßnahme vor. Sie hat schon im Frühjahr geholfen, Infektionen zu erkennen und damit auch den Kindergartenbetrieb überhaupt aufrechtzuerhalten. Der Krisenstab hält diese Maßnahme explizit für wirksam und empfiehlt den Einsatz.

Darüber hinaus, betont der Krisenstab dringlich, sei in unseren Städten und Dörfern große Umsicht bei Veranstaltungen nun das Gebot der Stunde: „Überall dort, wo es möglich ist, sollte nun 2G zum Einsatz kommen und auch durchgängig kontrolliert werden“, sagt Bürgermeister-Sprecher Thomas Bernlöhr. Und Landrat Sigel: „Wir kennen nach anderthalb Jahren Pandemie die wirksamsten Mittel – halten Sie Abstand! Achten Sie auf die Hygieneregeln! Nutzen Sie, wenn möglich, Home-Office!“

Das Maßnahmen-Paket des Rems-Murr-Kreises:

  • Um die Arztpraxen zu entlasten, wird der Kreis die Öffnungszeiten seines PCR-Testzentrums erweitern. Der Schwerpunkt liegt weiter auf Schulen und Kitas: Hier können positive Schnelltests von asymptomatischen Kindern und Jugendlichen überprüft werden. Ebenso können Kontaktpersonen (z. B. bei einer Meldung über die Corona-Warn-App) kostenlos einen PCR-Test machen.
  • Parallel plant die Kreisärzteschaft, das PCR-Testangebot für Menschen mit Symptomen am Wochenende auszuweiten. Hierzu informiert der Landkreis, wenn die Details feststehen.
  • Kreis und Kommunen haben eine Vielzahl an mobilen Impfaktionen auf die Beine gestellt: Bis Weihnachten gibt es an fast jedem Tag mindestens eine Aktion in einem Ort des Rems-Murr-Kreises. Alle Infos unter www.rems-murr-kreis.de/kiz.

„Die Infektionszahlen müssen dringend sinken, damit die medizinische Versorgung der Menschen im Rems-Murr-Kreis nicht zusammenbricht“, warnt Dr. Jens Steinat, der Pandemiebeauftragte der Kreisärzteschaften im Rems-Murr-Kreis. Die Lage droht sich im Kreis, in Baden-Württemberg und in ganz Deutschland dramatisch zuzuspitzen.

Angesichts der Rekord-Inzidenzen und der drohenden Überlastung des Gesundheitswesens hat der erweiterte Krisenstab des Rems-Murr-Kreises erneut getagt, um weitere

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