Rems-Murr-Kreis

Corona Rems-Murr (16.5.): Orte im Inzidenz-Vergleich - Weinstadt sehr gut

Ortsschild
Von allen größeren Kommunen im Rems-Murr-Kreis hat Weinstadt momentan die niedrigste Inzidenz. © ALEXANDRA PALMIZI

Die Inzidenz im Rems-Murr-Kreis ist übers Wochenende weiter gesunken. Sie liegt jetzt (Stand 16. Mai) bei 118. Was vor allem Hoffnung macht, ist die Lage in den großen Städten und Gemeinden vor den Toren Stuttgarts – die Gegend um Fellbach und Waiblingen war während der Pandemie meist besonders stark betroffen. Derzeit sieht es in anderen Gegenden des Landkreises viel heikler aus.

Das Maß aller Dinge in dieser Pandemie ist die sogenannte Inzidenz: die Zahl der Neu-Infektionen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner. Alle Öffnungsschritte sind an ein Sinken der Inzidenz gekoppelt. Momentan spricht alles dafür, dass im Rems-Murr-Kreis die Inzidenz-Marke von 150 dauerhaft unterschritten bleiben dürfte. Das bedeutet: Voraussichtlich ab Samstag, 22. Mai, darf der Einzelhandel im Rems-Murr-Kreis wohl zumindest unter Auflagen wieder öffnen und Click & Meet anbieten, also Kunden nach Terminvereinbarung einlassen.

Warum die Inzidenz in Städten aussagekräftiger ist als in Dörfern

Es gibt einen wichtigen Indikator, der uns hilft zu ermessen, ob sich die Lage in die richtige Richtung entwickelt: Die Situation in den größeren Städten und Gemeinden im Rems-Murr-Kreis ist besonders aussagekräftig. In einer Stadt begegnen sich viele Menschen auf vergleichsweise engem Raum, das Ansteckungsrisiko ist tendenziell größer als auf dem Lande.

In kleinen Gemeinden sind statistische Befunde über die Infektions-Intensität obendrein nicht besonders aussagekräftig. Da hier weniger Menschen leben, kann schon eine geringe absolute Zahl von Angesteckten extreme rechnerische Inzidenz-Effekte auslösen. Genauso schnell kann es aber auch wieder runtergehen. Wenn sich zum Beispiel in Kaisersbach mit seinen 2500 Einwohnern auch nur 5 Leute binnen einer Woche anstecken würden, ergäbe das, hochgerechnet auf 100 000 Einwohner, bereits eine Inzidenz von 200! Sobald aber auch nur eine Person aus der Sieben-Tages-Kalkulation wieder herausfällt, rasselt die Inzidenz bereits auf 160 runter. Deshalb konzentrieren wir uns im Folgenden auf die größeren Kommunen.

Die zwölf einwohnerstärksten Kommunen im Inzidenz-Vergleich

Das Landratsamt weist die Inzidenz zwar nicht gesondert für jede einzelne Stadt und jedes Dorf im Rems-Murr-Kreis aus. Aber wir können uns, um die Inzidenz ortsgenau zu ermitteln, mit einer einigermaßen präzisen Rechen-Operation behelfen. Wir nutzen dazu die Daten, die das Landratsamt täglich vorlegt: Die Behörde gibt für jede Gemeinde die Zahl derjenigen Menschen an, die sich momentan wegen einer akuten Infektion in Isolation befinden. Wenn wir von einer Quarantäne-Zeit von maximal 14 Tagen ausgehen, handelt es sich hier also um all diejenigen Personen, die sich innerhalb der vergangenen 14 Tage angesteckt haben. Wenn wir diesen Wert auf die einheitliche Bezugsgröße „pro 100 000 Einwohner“ hochrechnen, erhalten wir sozusagen die „14-Tages-Inzidenz“. Um nun noch die „richtige“ Inzidenz zu ermitteln (also die auf sieben Tage bezogene), teilen wir den 14-Tage-Wert hilfsweise durch 2.

Rechenbeispiel: Wenn in einer Gemeinde mit 10 000 Einwohnern 20 Leute in infektionsbedingter Isolation sind, beträgt die 14-Tages-Inzidenz pro 100 000 Einwohner 200, die „richtige Inzidenz“ hingegen 100.

Und so sieht es in den zwölf größten Kommunen des Rems-Murr-Kreises momentan aus:

  • Waiblingen (etwa 55 400 Einwohner): Inzidenz 119
  • Fellbach (etwa 45 700): Inzidenz 105
  • Schorndorf (etwa 39 600): Inzidenz 126
  • Backnang (etwa 37 300): Inzidenz 184
  • Winnenden (etwa 28 300): Inzidenz 177
  • Weinstadt (etwa 27 000): Inzidenz 76
  • Kernen (etwa 15 400): Inzidenz 149
  • Murrhardt (etwa 14000): Inzidenz 225
  • Remshalden (etwa 14000): Inzidenz 114
  • Leutenbach (etwa 11500): Inzidenz 104
  • Rudersberg (etwa 11 400): Inzidenz 140
  • Welzheim (etwa 11 200): Inzidenz 121

Geradezu auffällig unauffällig ist die aktuelle Situation in Waiblingen und rund herum – der stuttgartnahe Südwesten des Landkreises war eigentlich während der gesamten Corona-Krise fast durchweg überdurchschnittlich hoch belastet. Momentan aber verkörpert Waiblingen ziemlich genau den Kreisdurchschnitt, während Fellbach und Weinstadt gar darunter liegen und Kernen, das seit Beginn der Krise immer wieder mal als Hotspot aufgefallen war, sich moderat darüber einordnet.

Besorgniserregend ist die Situation derzeit in der entgegengesetzten Richtung: Murrhardt, größter Ort im Nordosten des Rems-Murr-Kreises, weist momentan eine deftige Infektionsbelastung auf.

Die Inzidenz im Rems-Murr-Kreis ist übers Wochenende weiter gesunken. Sie liegt jetzt (Stand 16. Mai) bei 118. Was vor allem Hoffnung macht, ist die Lage in den großen Städten und Gemeinden vor den Toren Stuttgarts – die Gegend um Fellbach und Waiblingen war während der Pandemie meist besonders stark betroffen. Derzeit sieht es in anderen Gegenden des Landkreises viel heikler aus.

Das Maß aller Dinge in dieser Pandemie ist die sogenannte Inzidenz: die Zahl der Neu-Infektionen binnen

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper