Rems-Murr-Kreis

Corona Rems-Murr-Kreis: Damit müssen Sie an Weihnachten rechnen - die Prognose

Coronaweihnachten
Was macht Corona an Weihnachten 2022? Die Prognose ... © Benjamin Büttner

Die Inzidenz im Rems-Murr-Kreis ist derzeit so niedrig wie noch nie im gesamten Jahr 2022 – könnte uns dennoch im Dezember noch eine neue Welle erwischen und die Feiertage versauen? Hier kommt die Weihnachtsprognose, hergeleitet in drei Argumentationsschritten.

Corona-Prognose Weihnachten, erster Schritt: Infektionsgeschehen derzeit harmlos

In der vergangenen Woche hat sich im Rems-Murr-Kreis die Inzidenz – Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen – auf niedrigem Niveau eingependelt: Am Freitag, 18. November, lag sie bei 130, am Freitag, 25. November, bei 119. Die in den Wochen zuvor steile Abwärtstendenz ist damit zwar gebrochen, eine Trendwende hin zu einem wuchtigen Aufschwung aber auch nicht erkennbar. (Details dazu finden Sie hier.)

Derartig niedrige Inzidenzen gab es zuvor im gesamten Jahr 2022 niemals; ab dem Aufkommen von Omikron im Januar 2022 hatten wir uns an Werte zwischen 200 und 2000 zu gewöhnen. Man muss bis Anfang Oktober 2021 zurückblenden, in die Zeit vor Omikron, um ähnlich niedrige Inzidenzen wie derzeit zu finden.

Corona-Prognose Weihnachten, zweiter Schritt: Infektionswellen sind instabil geworden

Wir müssen über das Virus immer wieder Neues lernen, derzeit stellen wir zum Beispiel fest, wie ungenau und fragwürdig Versuche sind, aus den Erfahrungen der Vergangenheit Entwicklungen der Zukunft abzuleiten. Denn eigentlich galt bislang eines als gesetzt: Alljährlich Anfang Oktober saust die Inzidenz hoch und führt dann im November zu heftigen Problemen. So war es 2020, so war es 2021. (Siehe zum Beispiel hier.)

2022 hingegen nahm das Infektionsgeschehen bereits Mitte September heftig Schwung auf, erreichte am 12. Oktober den Gipfel – und fiel danach in sich zusammen wie gezuckertes Eischnee-Baiser, ohne dass wir auch nur irgendeine Maßnahme zur Eindämmung ergriffen hätten! Ähnliches war bereits bei einer Welle im Juli 2022 zu beobachten: Es ging rasant hoch und ebenso zackig wieder runter.

Wenn man früher Wellen auch gerne mal martialisch als Flächenbrände beschrieben hat, wäre mittlerweile das Wort Strohfeuer passender. Infektionswogen sind mittlerweile hochfragile, hypernervöse Gebilde, die zwar bereits auf einen schwachen Impuls hin hochgehen, aber auch aus geringfügigem Anlass wieder zusammensacken können. Der Virologe Christian Drosten hat es dieser Tage in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" so beschrieben: „Schon kleine Einflussfaktoren wie eine Wetteränderung“ reichen mittlerweile aus, „um eine Welle anzuschieben oder brechen zu lassen“.

Mitte September war es im Rems-Murr-Kreis mal kurz etwas kälter und nass – die Welle stieg. Es folgte ein goldener Oktober – die Welle brach sich. Danach: ein verstörend warmer Klimawandel-November – und keine Welle weit und breit.

Corona-Prognose Weihnachten, dritter Schritt: Die Gefahr einer Killervariante besteht eher nicht

„Die Lage für das Virus wird prekär“, sagt Christian Drosten, es habe sich „auf eine Nische festgelegt“; man könnte auch sagen: in eine Sackgasse hineinmutiert. Die Gefahr, dass plötzlich eine Lauterbachsche Killervariante aufkommen und „das Spiel komplett drehen könnte“, wie Drosten sich ausdrückt, ist äußerst gering.

Wir wissen: Die Vakzine kommen mit dem aktuell vorherrschenden Virentyp BA.5 ordentlich klar, Geimpfte sind gegen schwere oder gar tödliche Verläufe sehr gut geschützt. Viele Leute haben auch schon eine oder gar zwei Infektionen hinter sich und damit bereits eine trainierte Immunabwehr. Um es im WM-Jargon zu sagen: Unsere Defensive ist gut aufgestellt.

Derzeit sind zwei Varianten im Rennen um die Vorherrschaft: BF.7 ist BA.5 sehr ähnlich; BQ.1.1 weicht stärker von BA.5 ab.

Corona-Prognose Weihnachten, die Folgerung: Ein gutes und ein ordentliches Szenario denkbar

Die drei Argumentationsschritte führen uns zu zwei wahrscheinlichen Szenarien für den Dezember und Weihnachten:

  • Szenario 1: Wenn der Dezember weiterhin größtenteils mild bleibt und nach BA.5 die Variante BF.7 das Kommando übernimmt, kann es sein, dass wir vor Weihnachten nicht einmal mehr eine richtige Welle erleben.
  • Szenario 2: Wenn jetzt doch irgendwann mal so was Ähnliches wie Winter kommt und dazu die Variante BQ.1.1 dominant wird, ist durchaus noch vor Weihnachten mit einer recht steil steigenden Inzidenz zu rechnen. Diese Welle wird aber vermutlich auch nicht schwieriger zu handhaben sein als die beiden vorherigen im Juli und im September/Oktober.

Für die nahenden Feiertage bedeuten beide Szenarien im Prinzip dasselbe: Die Zeiten, da wir darüber sinnierten, ob wir überhaupt die Verwandten besuchen sollten, sind definitiv vorbei. Wir werden Weihnachten 2022 recht entspannt miteinander genießen können.

Die Inzidenz im Rems-Murr-Kreis ist derzeit so niedrig wie noch nie im gesamten Jahr 2022 – könnte uns dennoch im Dezember noch eine neue Welle erwischen und die Feiertage versauen? Hier kommt die Weihnachtsprognose, hergeleitet in drei Argumentationsschritten.

Corona-Prognose Weihnachten, erster Schritt: Infektionsgeschehen derzeit harmlos

In der vergangenen Woche hat sich im Rems-Murr-Kreis die Inzidenz – Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner binnen sieben

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