Rems-Murr-Kreis

Corona Rems-Murr: Wann die Ausgangssperre endet und die Läden wieder öffnen - eine Prognose

Ausgangssperre in Waiblingen
Wann endet im Rems-Murr-Kreis die Zeit der Ausgangssperre? Wir wagen eine Prognose. © Benjamin Büttner

Die Inzidenz stürzt im Rems-Murr-Kreis seit Ende April derart steil ab, dass wir (Stand 10. Mai) eine Prognose wagen dürfen, wann das Ende der Ausgangssperre kommt und der Einzelhandel öffnen darf. Sicher, wir haben keine Glaskugel und wissen auch nicht in den Eingeweiden von Opfertieren zu lesen - aber die uns vorliegenden Daten aus der Vergangenheit führen zu einem plausiblen Szenario, das große Hoffnung macht.

Wechselunterricht: Hier gilt die Marke 165

Eines scheint momentan schon festzustehen: Ab Montag, 17. Mai, wird es in den Schulen an Rems und Murr wieder Wechselunterricht statt Fernunterricht geben.

Die Voraussetzung dafür lautet: Die Inzidenz – Zahl der Neuansteckungen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner – muss an fünf Werktagen hintereinander unter 165 liegen.

Am Freitag, 7. Mai, betrug sie mit der offiziellen Abendmeldung gerundet 164,8. Damit war der Schwellenwert erstmals hauchdünn unterschritten. Zwar wurde diese Inzidenz am Montag aufgrund verspätet eingetroffener Laborbefunde nachträglich noch auf 172 hochkorrigiert – aber maßgeblich für Öffnungsschritte ist immer der tagesaktuelle Zwischenstand. Der 7. Mai war also Tag 1.

Samstag, 8. Mai: Inzidenz 154 – Tag 2. Der Sonntag ging nicht in die Statistik ein. Montag, 10. Mai: Inzidenz 154 – Tag 3.

Die Lage wirkt momentan so stabil, dass mit einer harschen Trendumkehr nicht zu rechnen ist. Auch am Dienstag und Mittwoch, 11. und 12. Mai, werden wir wohl unter der entscheidenden Schwelle bleiben – das wären die Tage 4 und 5. Da Donnerstag, 13. Mai, ein Feiertag und Freitag, 14. Mai, ein Brückentag ist, sollten sich Schüler, Eltern und Lehrer auf Wechselunterricht ab Montag, 17. Mai, einstellen.

Offener ist momentan eine andere Frage: Wann fällt die Inzidenz unter 100?

Ausgangssperre: Hier gilt die Marke 100

Die 100er-Marke hat enorme Bedeutung für unseren Alltag. Wenn der Wert in einem Landkreis an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unterschritten wird, gibt es Lockerungen: Die nächtliche Ausgangssperre wird aufgehoben. Menschen aus zwei Haushalten dürfen zusammenkommen; insgesamt bis zu fünf Leute – plus Kinder unter 14. Und der Einzelhandel darf öffnen nach dem "Click & Meet"-Prinzip (Kundeneinlass nach Termin-Vereinbarung).

Aber Moment – ist es nicht verrückt, jetzt schon über die 100 zu reden? Auf den ersten, flüchtigen Blick scheint das doch noch ein recht weiter Weg zu sein.

Ein zweiter, genauer Blick offenbart anderes. Wir haben belastbare Erfahrungen aus der ersten und zweiten Welle, der Vergleich mit der Vergangenheit ermöglicht uns die Deutung der Zukunft. Die Lehre lautet: Ist der Wellengipfel erst einmal überschritten, geht es womöglich ziemlich zügig. Was schnell hochschießt, kann ebenso schnell abstürzen.

Inzidenz: Was wir aus der Vergangenheit lernen

Faustregel: Auf dem Weg bergauf kann es bei der Inzidenz locker mal einen Zuwachs um 140 bis 150 binnen eines einzigen Monats geben. So etwa war es im Herbst, so ungefähr war es auch im Frühjahr.

Interessanterweise ging es nach dem winterlichen Dezemberwellengipfel aber in ziemlich genau demselben Tempo auch wieder hinab ins Tal!

Gipfelphase: ab dem 9. Dezember. Maximale Wellenhöhe: um die 230, kurzzeitig gar über 240. Kipp-Punkt: 23. Dezember. Ab da ging es runter, am 18. Januar wurde die 100er-Marke unterschritten, danach blieb die Inzidenz etwa zwei Monate lang stabil unter dieser Schwelle.

Es dauerte also 26 Tage – einen knappen Monat – von über 230 auf unter 100.

Betrachten wir nun die dritte Welle. Gipfelphase: ab dem 20. April. Maximale Wellenhöhe: 245. Kipp-Punkt: 25. April. Ab da ging es runter. Wenn wir in kühner Manier haargenau denselben Verlauf wie im Januar unterstellen, dann wäre am 21. Mai die 100er-Grenze erreicht.

Wenn wir vorsichtiger sein wollen und nur ungefähr eine ähnliche Entwicklung unterstellen, könnte es um Pfingsten herum (der Pfingstmontag ist am 24. Mai) so weit sein. Danach brauchen wir fünf aufeinanderfolgende Werktage mit einer Inzidenz unter 100 – und damit landen wir mit Blick auf das Ende der Ausgangssperre prognostisch bei Ende Mai, Anfang Juni.

Die Inzidenz stürzt im Rems-Murr-Kreis seit Ende April derart steil ab, dass wir (Stand 10. Mai) eine Prognose wagen dürfen, wann das Ende der Ausgangssperre kommt und der Einzelhandel öffnen darf. Sicher, wir haben keine Glaskugel und wissen auch nicht in den Eingeweiden von Opfertieren zu lesen - aber die uns vorliegenden Daten aus der Vergangenheit führen zu einem plausiblen Szenario, das große Hoffnung macht.

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