Rems-Murr-Kreis

Das Ende der Impfkampagne: Corona-Impfstützpunkte im Rems-Murr-Kreis schließen

Impfstützpunkt 3
Lange her, längst vorbei: Schlange beim Impfen, hier in Welzheim. © Alexandra Palmizi

Die Entscheidung ist folgerichtig, denn die Impfkampagne ist bereits seit Wochen so gut wie eingeschlafen: Die letzten Impfstützpunkte des Rems-Murr-Kreises schließen Ende März. Wer sich künftig piksen lassen will, muss zum Arzt gehen.

Schnell und unzeremoniell: Das Ende

Starker Andrang zu Beginn, gefolgt von einer immer tiefer sinkenden Nachfrage – so verliefen die beiden Impfkampagnen gegen das Coronavirus im Rems-Murr-Kreis. Kaum hatte die Kreisverwaltung das große Impfzentrum in der Waiblinger Rundsporthalle Ende September 2021 geschlossen, galt es bereits wenige Wochen später, im November 2021, schon wieder, unter Hochdruck die Booster-Kampagne in die Gänge zu bringen. Erneut baute die Verwaltung eine Infrastruktur auf, dieses Mal dezentral, mit bis zu sechs Impfstützpunkten über den ganzen Rems-Murr-Kreis verteilt – in Murrhardt, Backnang, Winnenden, Fellbach, Welzheim und Schorndorf. Zudem gab es ab Dezember 2021 ein eigenes Kinderimpfzentrum am Klinikum Winnenden.

Seit Mitte Januar 2022 aber gingen die Buchungen in den Impfstützpunkten, bei den kommunalen Aktionen und auch im Kinderimpfzentrum mehr und mehr zurück. Auch der seit Anfang März 2022 verfügbare neue Impfstoff von Novavax hat diesen Trend nicht im Entferntesten umgekehrt. Die vom Sozialministerium erwartete große Nachfrage nach dem proteinbasierten Vakzin: ein Flop.

Der Betrieb in Fellbach wurde schon Mitte Februar eingestellt, die Öffnungszeiten der anderen Stützpunkte wurden stark zurückgefahren. Zum 31. März machen nun auch die letzten Impfstützpunkte in Backnang, Murrhardt und Welzheim dicht.

Und nun? Arztpraxen und Apotheken reichen aus

Für den eher geringen Bedarf, der sich derzeit noch abzeichnet, reichen die längst gut etablierten Impfstellen in Arztpraxen und Apotheken locker aus. Viele davon nutzen das kreisweite und niederschwellige Buchungsportal COSAN auf der Internetseite des Landkreises. Über www.rems-murr-kreis.de/kiz sind viele Termine kurzfristig buchbar. In den Impfstellen werden Erst-, Zweit- und Auffrischimpfungen (erste und zweite) angeboten. Es sind dort in der Regel alle Impfstoffe verfügbar. Kinderimpfungen sind ebenfalls über das Buchungssystem oder direkt bei vielen Haus- oder Kinderärzten möglich.

Insgesamt liegt die Impfquote im Rems-Murr-Kreis aktuell bei 68,4 Prozent (Erstimpfungen) und 69,0 (Zweitimpfungen). 53,4 Prozent der Bürgerinnen und Bürger sind geboostert. „Leider ist die Impfquote nicht so hoch, wie wir es uns vor allem mit Blick auf den kommenden Herbst wünschen würden“, sagt Landrat Dr. Richard Sigel. Immerhin: „Mit rund 45.000 Impfungen erhielt in der zweiten Impfkampagne jeder zehnte Kreisbewohner eine Impfung über die staatliche Schiene. Auf diese Weise konnten wir mit unseren Kreisimpfteams und den mobilen Impfteams aus Stuttgart die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte im Rems-Murr-Kreis entscheidend entlasten. Ich danke allen Mitarbeitenden und auch den Städten und Gemeinden, die uns tatkräftig bei den Vor-Ort-Aktionen und den dezentralen Impfstützpunkten unterstützt haben.“

Der Pandemiebeauftragte der Kreisärzteschaften, Dr. Jens Steinat, betont: „Wir haben inzwischen eine gute Impf-Infrastruktur im Rems-Murr-Kreis. Auch wenn der Landkreis sich aus dem Impfgeschehen zurückzieht, gibt es aktuell keine Versorgungslücke. Auch geflüchtete Menschen aus der Ukraine können über die Regelversorgung Impfungen und medizinische Versorgung erhalten.“

Rückblende: Einige Erfolgszahlen

Seit Dezember 2021 haben die Impfteams des Landratsamtes über 11.500 Impfungen gegen Corona verabreicht. Parallel konnten mobile Impfteams des Klinikums Stuttgart im Rems-Murr-Kreis eingesetzt werden, die zusätzlich 30.000 Impfungen durchgeführt haben. Außerdem wurden im Kinderimpfzentrum am Klinikum Winnenden und bei Kinder-Impfaktionen über 3500 Spritzen an unter 12-Jährige verteilt.

„Wir wurden anfangs überrannt und haben daher schnell auf unsere speziell angepasste Terminvergabesoftware umgestellt“, erläutert der für die Impfkoordination zuständige Dezernent Gerd Holzwarth. Den Organisatoren wurde schnell klar, dass eine Verstetigung des Impfangebotes geschaffen werden musste. Daher wurden dezentral in den Städten Backnang, Fellbach, Murrhardt und Welzheim Ende November 2021 Impfstützpunkte eingerichtet. Sie wurden durch den Landkreis koordiniert, mit Personal der Städte betrieben, und die Impfungen erfolgten durch das Klinikum Stuttgart. „Es war eine sehr gute Zusammenarbeit, die stets reibungslos funktionierte dank der hohen Mitwirkungsbereitschaft aller Beteiligten“, fasst Impfkoordinator Holzwarth die Arbeit in den Kreisimpfstützpunkten zusammen.

Bilanz der vier Impfstützpunkte in vier Monaten: 22.500 Impfungen. Zusätzlich gab es durch den Landkreis vermittelte Impfstützpunkte in Schorndorf und in Winnenden, die durch Arztpraxen betrieben werden.

Die Entscheidung ist folgerichtig, denn die Impfkampagne ist bereits seit Wochen so gut wie eingeschlafen: Die letzten Impfstützpunkte des Rems-Murr-Kreises schließen Ende März. Wer sich künftig piksen lassen will, muss zum Arzt gehen.

Schnell und unzeremoniell: Das Ende

Starker Andrang zu Beginn, gefolgt von einer immer tiefer sinkenden Nachfrage – so verliefen die beiden Impfkampagnen gegen das Coronavirus im Rems-Murr-Kreis. Kaum hatte die Kreisverwaltung das große

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