Rems-Murr-Kreis

Das nie endende Impftermin-Debakel im Rems-Murr-Kreis

Keine Impftermine
Wer online versucht, einen Impftermin auszumachen, liest noch diese Info. © eckstein

Das Ministerium für Soziales verkauft es als „Erfolg“: Bis Ende März sei die Impf-Warteliste abgearbeitet. Und deshalb solle am Freitag, 26. März, das Anmeldesystem für die Corona-Impftermine wieder freigeschaltet werden.

Die vom Land betriebene Internetseite www.impfterminservice.de war, nachdem der Impfstoff von Astrazeneca vier Tage lang nicht verimpft werden durfte, stillgelegt worden. Die Schließung sollte bis einschließlich Montag, 22. März, gehen. Die Begründung dafür: der Astrazeneca-Impfstopp.

Hoffnungsvoll versuchten Impfwillige also am Dienstag, 23. März, ihr Glück. Um zu lesen: „Derzeit keine Onlinebuchung von Impfterminen“. Das Terminbuchungssystem sei ab Freitag, 26. März, wieder geöffnet. Die Begründung jetzt: „Für die Abarbeitung der Warteliste“.

Die Infektionszahlen steigen – ein Impftermin ist dennoch nicht drin

Angesichts steigender Infektionszahlen, schon wieder drohender starker Einschränkungen des Lebens bis in den höchst privaten Bereich hinein und der Tatsache, dass einzig die Impfung ein Ende der Corona-Misere verspricht, beginnen die Menschen, mit den Zähnen zu knirschen. Wurde die Stilllegung der Terminvergabe-Plattform bis einschließlich Montag noch mit Verständnis ob der Impfstoff-Wirrungen hingenommen, gibt die Verlängerung den Menschen das Gefühl, veräppelt und hingehalten zu werden. Vor allem stellt sich die Frage: Was hat die Warteliste mit dem Astrazeneka-Impfstoff zu tun?

Die ins Unermessliche angewachsene Warteliste – für den Rems-Murr-Kreis standen 4100 Menschen darauf – betraf den Biontec-Impfstoff. Menschen, die mit Astrazeneca geimpft werden, hätten daher schon seit Freitag, 19. März, wieder bedient werden und folglich für die nähere oder – je nach Lieferumfang des seltenen Guts – auch fernere Zukunft wieder Impftermine ausmachen können.

Warum die Terminvergabe-Plattform noch immer geschlossen sei, könne er nicht nachvollziehen, sagt Gerd Holzwarth, der Leiter des Kreisimpfzentrums. Er habe diesbezüglich vom Land keine Erklärung bekommen.

Das Kreisimpfzentrum hat längst all die Menschen mit Terminen an den drei Tagen, an denen die Astrazeneca-Impfungen im Kreis ausfallen mussten, mit neuen Terminen versorgt. Die finden aber erst Mitte April statt. Früher ging's nicht, erklärt Gerd Holzwarth: Die Termine an den Tagen davor sind längst vergeben – mehr können nicht ausgemacht werden. Nicht, weil das Kreisimpfzentrum nicht noch Kapazitäten frei hätte, sondern weil die Astrazeneca-Lieferungen von der Menge her sehr schwankend sind. Die Jubel-Arie aus der Pressemitteilung des Sozialministeriums kann also im Rems-Murr-Kreis nicht gesungen werden. Aber egal: Die Leute haben wenigstens einen Termin. 1200 Menschen wurden umgebucht.

Das Landratsamt verwaltet „weiterhin den Mangel“

„Wir verwalten weiterhin den Mangel“, heißt es aus dem Landratsamt. Zwar wird von Astrazeneca unter dem Strich die vereinbarte Menge Impfstoff geliefert: über sieben Wochen verteilt im Durchschnitt 1600 Impfdosen pro Woche. Doch in der Praxis sieht das so aus: diese Woche 500 Impfdosen, nächste Woche 500 Impfdosen, übernächste Woche 4000 Imfpdosen. Die ersten beiden Wochen wären also, wäre man vom zugesicherten Durchschnitt ausgegangen – mit 1600 Impfterminen völlig überbucht gewesen.

Aber Überbuchen geht ja im Augenblick sowieso nicht – www.impfterminservice.de ist ja noch abgeschaltet.

Das Ministerium für Soziales verkauft es als „Erfolg“: Bis Ende März sei die Impf-Warteliste abgearbeitet. Und deshalb solle am Freitag, 26. März, das Anmeldesystem für die Corona-Impftermine wieder freigeschaltet werden.

Die vom Land betriebene Internetseite www.impfterminservice.de war, nachdem der Impfstoff von Astrazeneca vier Tage lang nicht verimpft werden durfte, stillgelegt worden. Die Schließung sollte bis einschließlich Montag, 22. März, gehen. Die Begründung dafür: der

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