Rems-Murr-Kreis

Das Schullandheim Mönchhof soll als "Waldakademie" den Klima- und Umweltschutz im Rems-Murr-Kreis voranbringen

Mönchhof
Das Schullandheim Mönchhof bei Kaisersbach steht seit kurzem unter Denkmalschutz. © Landesdenkmalamt

Etatberatungen sind mehr als ein Wust an Zahlen. Landrat Richard Sigel hat die Einbringung des Haushalts 2021 genutzt, Ideen für die Zukunft des Rems-Murr-Kreises zu skizzieren. Derzeit ist er – wie das ganze Landratsamt – zwar vollauf mit der Coronapandemie beschäftigt. Doch das hinderte ihn nicht, in seiner „Regierungserklärung“ vorauszublicken. Sigel kann sich das Schullandheim Mönchhof als eine Waldakademie vorstellen, er bastelt mit der Ostalb an einer Bio-Musterregion und will die heutige Jugendamt-Zweigstelle in der Waiblinger Bahnhofstraße künftig für Ausstellungen nutzen, um den Menschen Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit nahezubringen.

„Wir sind uns einig, dass wir einen lebenswerten Landkreis wollen.“ Klima- und Umweltschutz zählt für Sigel zu den vorrangigen strategischen Zielen. Der Rems-Murr-Kreis sei erneut für eine nationale Auszeichnung im Gespräch, merkte er an und erinnerte daran, dass der Kreis bereits den Deutschen Fahrradpreis, der Holzbaupreis und den Preis für die besten Klima- und Energiescouts erhalten habe. Der Kreistag unterstütze die ambitionierten Klimaschutzziele, eine CO2-neutrale Landkreisverwaltung bis 2030 zu schaffen. „Der Paukenschlag der Europäischen Union und die Weckrufe von ,Fridays for Future’ stoßen bei uns im Kreis nicht auf taube Ohren.“

Sigel erklärte: „Wir hören die Signale schon länger und haben uns längst auf den Weg gemacht. Wir sind innovativ. Wir setzen auf Klimaschutz zum Mitmachen und stellen dafür auch Mittel bereit.“ Um noch mehr junge Leute ins Boot zu holen, sucht Sigel für den Mönchhof Konzepte, die über ein bloßes Schullandheim hinausgehen. Der Mönchhof, seit kurzem unter Denkmalschutz gestellt, soll eine Waldakademie werden, die jungen Menschen Kultur, Klimaschutz und Natur nahebringe. „Unser Forstamt ist hochmotiviert, mitzuwirken“, versicherte Sigel mit einem Seitenhieb auf die baden-württembergische Forstreform, deren Erfolg sich erst noch erweisen müsse.

„Zum Klimaschutz gehört auch das Thema Ernährung.“ Gute und regionale Lebensmittel seien wichtig, griff Sigel Vorschläge der Fraktionen aus den Vorjahren auf, die zum Beispiel auf mehr Bio in der Speisekarte der Rems-Murr-Kliniken abzielten. Unter der Federführung des Landratsamtes bewerben sich die Ostalb und der Rems-Murr-Kreis als „Bio-Musterregion“.

Digitalisierung nannte Sigel den zweiten Schwerpunkt. Die Coronapandemie habe gezeigt, was Digitalisierung bedeutet und „vor allem, was es heißt, wenn es ,digital’ nicht funktioniert“. Dem Kreismedienzentrum komme eine Schlüsselrolle zu. Es sei „unser ,Start-up’, unser ,Think-Tank’, unsere ,digitale Denkfabrik’“, so Sigel. Bei der digitalen Bildung spiele das Kreismedienzentrum in der Champions-League. Es sei federführend bei der Entwicklung und Umsetzung des „digitalen Klassenzimmers“ gewesen, als die Medienzentren im Land zusammen eine stabile und datenschutzkonforme Lösung für Videokonferenzen suchten. „Wenn wir digital weiterkommen wollen, wenn wir den Weckruf von Corona ernst nehmen, wenn wir Digitalisierung erlebbar machen wollen, dann müssen wir weiter aufrüsten“, warb Sigel dafür, das Medienzentrum personell zu verstärken.

Wie berichtet, ist der Rems-Murr-Kreis gut aufgestellt und kann sich leisten, die Kreisumlage zu senken. Dennoch soll 2021 wieder kräftig investiert werden. Finanziell betrachtet, kommen auf den Rems-Murr-Kreis zwei dickte Brocken zu. Das ist zum einen die Campusentwicklung an den Krankenhäusern in Winnenden und Schorndorf. „Wir sind bereit, auch weiterhin für die Gesundheitsversorgung der Menschen im Kreis Geld in die Hand zu nehmen.“ Außer auf die auf 20, 30 Jahre angelegten Projekte mit Erweiterungen, Sanierungen und Neubauten in dreistelliger Millionenhöhe wies Sigel auf die Infektionsstation in Winnenden hin, die derzeit gebaut wird. „Wir müssen jetzt Geld investieren, damit wir langfristig Geld sparen.“

Zum anderen plant der Rems-Murr-Kreis, das Landratsamt an zwei Standorten in Waiblingen zu konzentrieren. Und zwar in einem Neubau in der Rötestraße sowie am Alten Postplatz, wo ebenfalls ein Neubau vorgesehen ist sowie die Sanierung der älteren Gebäude.

Sorgen macht sich Sigel um den Personennahverkehr, dem seit Corona die Fahrgäste fehlen. Umso wichtiger sei es, den Radverkehr zu stärken. „Unsere Investitionen in Radwege sind gut angelegtes Geld.“

Etatberatungen sind mehr als ein Wust an Zahlen. Landrat Richard Sigel hat die Einbringung des Haushalts 2021 genutzt, Ideen für die Zukunft des Rems-Murr-Kreises zu skizzieren. Derzeit ist er – wie das ganze Landratsamt – zwar vollauf mit der Coronapandemie beschäftigt. Doch das hinderte ihn nicht, in seiner „Regierungserklärung“ vorauszublicken. Sigel kann sich das Schullandheim Mönchhof als eine Waldakademie vorstellen, er bastelt mit der Ostalb an einer Bio-Musterregion und will die

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