Rems-Murr-Kreis

Das Schwaikheimer Impftermin-Wunder

StollsteimerImpfung
Walter Stollsteimer hat endlich seinen Impftermin. Dank der Hilfe anderer. © Gaby Schneider

„Ihr Artikel hat alles verändert!“. Walter Stollsteimer, 87 Jahre alt und schwer krank, hat seinen Impftermin. Er kann ins Robert-Bosch-Krankenhaus.

Was hier passiert ist, gleicht einem Wunder, denn gute Beziehungen kann bei der Jagd nach einem Impftermin niemand nutzen. Aber Computerkenntnisse, Ausdauer und eine unbeirrbare Beharrlichkeit scheinen doch irgendwann zum Erfolg zu führen. Und – in Walter Stollsteimers Fall – der Wille, anderen Menschen zu helfen.

Zur Erinnerung: Walter Stollsteimer, durch seine schwere Erkrankung geschwächt und im Falle einer Corona-Infektion in Lebensgefahr, hatte es zwar geschafft, sich auf die Warteliste für einen Corona-Impftermin setzenzulassen. Doch da hing er fest. Nichts passierte. Und zwar über Wochen. Walter Stollsteimer wagte sich schon fast nicht mehr aus dem Haus.

Versuche, bei der Telefonhotline 116 117 Genaueres zu erfahren, schlugen fehl. Entweder landete er in Call-Centern irgendwo in Deutschland oder kam gar nicht durch.

Eine Welle der Hilfsbereitschaft

Einen Computer kann Walter Stollsteimer nicht nutzen. Er hat’s nie gelernt. Aber viele Menschen, die den Artikel über seine Misere gelesen haben, haben diesbezüglich keine Probleme. Und die Welle der Hilfsbereitschaft war am Ende so groß, dass sie ihn und tatsächlich auch noch seine Lebensgefährtin zum Impftermin getragen hat.

In der Redaktion meldete sich Tanja Schöning. Sie könne Walter Stollsteimer zwar keinen Impftermin vermitteln, aber gerne würde sie ihm helfen, einen Termin online zu buchen. „Ich komm selber aus Schwaikheim und würde das einfach von zu Hause aus machen.“ Wie Tanja Schöning dachten noch mehrere andere Menschen. „Mindestens vier“, sagt Walter Stollsteimer, hätten sich bei ihm gemeldet. Eine Frau habe ihm erzählt, sie habe schon sieben Bekannten zu Impfterminen verholfen. Sie mache das über www.impfterminservice.de und immer mitten in der Nacht zwischen ein und vier Uhr. Ein Herr aus Winnenden – der Name ist leider unbekannt – war nach dem Telefonat mit Walter Stollsteimer ganz besonders schnell erfolgreich: Eine Stunde später hatte es geklappt.

Die Hotline bucht Termine nicht um - es geht nur Stornierung

Die Telefonhotline allerdings macht es nicht nur Menschen, die sich einen Impftermin wünschen, sondern auch jenen, die solchen Menschen helfen wollen, sehr schwer. Ilse Müller aus Schwaikheim schreibt in die Redaktion: „Da ich zufällig einen Impftermin im Waiblinger Impfzentrum frei hatte, da meine Mama als Tagesgast jetzt doch im Haus Elim geimpft wurde, wollte ich Herrn Stollsteimer aus Schwaikheim helfen und ihm den Impftermin zukommen lassen.“

Ilse Müller versuchte, über die Hotline 116 117 den Termin auf Walter Stollsteimer umzubuchen. „Leider bekam ich die Auskunft, dass dies nicht möglich ist.“ Man sagte ihr, sie könne den Termin nur stornieren. „Sehr schade, dass in unserer Bürokratie so wenig Flexibilität vorhanden ist. Ich hätte gerne geholfen.“

„Ihr Artikel hat alles verändert!“. Walter Stollsteimer, 87 Jahre alt und schwer krank, hat seinen Impftermin. Er kann ins Robert-Bosch-Krankenhaus.

Was hier passiert ist, gleicht einem Wunder, denn gute Beziehungen kann bei der Jagd nach einem Impftermin niemand nutzen. Aber Computerkenntnisse, Ausdauer und eine unbeirrbare Beharrlichkeit scheinen doch irgendwann zum Erfolg zu führen. Und – in Walter Stollsteimers Fall – der Wille, anderen Menschen zu helfen.

Zur Erinnerung:

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