Rems-Murr-Kreis

Delta-Variante breitet sich aus: Tipps für den Urlaub trotz Corona

Symbol Urlaub
Flugreisen rund ums Mittelmeer sind in diesem Jahr beliebt. © Gabriel Habermann

Die Menschen haben Lust auf Urlaub. Die Buchungszahlen steigen und viele Reisewarnungen sind aufgehoben. Seit 1. Juli gelten Reisewarnungen nur noch für Hochinzidenzgebiete (in der Regel ab einer 7-Tage-Inzidenz von 200) und Virusvariantengebiete, also Länder wie zum Beispiel Portugal und Großbritannien, in denen sich gefährliche Virusvarianten stark ausbreiten. Von Reisen in Länder, die als Risikogebiet eingestuft sind, wird lediglich abgeraten. Dennoch steht auch der Sommer 2021 im Zeichen der Corona-Pandemie und Reisende müssen einiges beachten.

Kann man jetzt noch Sommerurlaub buchen und welche Ziele sind empfehlenswert?

Wer sich jetzt erst entscheidet, muss tiefer in die Tasche greifen, sagt Marco Winterstein, ADAC-Reiseexperte und Leiter der ADAC-Geschäftsstelle und Reisebüro in Waiblingen. Das liege vor allem daran, dass die Auswahl kleiner geworden sei: „Es gibt weniger Flüge und auch die Hotelkapazitäten sind geringer.“ Wer jetzt kurzfristig buchen möchte, habe bei Zielen in Griechenland ganz gute Chancen, sowohl Flug- als auch Hotelkapazitäten seien dort noch vorhanden. Wie im vergangenen Jahr stehe auch in diesem zweiten Corona-Sommer Deutschland als Urlaubsland sehr hoch im Kurs, außerdem werden Flugreisen rund ums Mittelmeer verstärkt nachgefragt.

Wie viel teurer ist Urlaub durchschnittlich geworden?

„Pauschalreisen sind 20 bis 30 Prozent teurer geworden im Vergleich zu vor der Pandemie. Bei Mietwagen haben sich die Preise für diesen Sommer teilweise verdreifacht“, sagt Winterstein und erklärt: „Hier trifft ein geringeres Angebot auf eine hohe Nachfrage: Zum einen haben die Anbieter in den letzten Jahren ihre Mietwagenflotten verkleinert und zum anderen ist die Nachfrage enorm angestiegen.“ Sehr viele Menschen fühlten sich aktuell im Auto sicherer und wünschen sich gezielt einen Mietwagen.

Winterstein rät Reisewilligen deshalb, schon jetzt an die Urlaubswünsche für das Jahr 2022 zu denken und früh zu buchen. „Nächstes Jahr könnte die Nachfrage aufgrund der verbesserten Pandemiesituation und der zunehmenden Reiselust weiter steigen.“ Dies gelte insbesondere für Kreuzfahrten sowie für geführte Rund- oder Erlebnisreisen.

Kann Urlaub problemlos umgebucht oder storniert werden?

Diese Frage beschäftigt viele Kunden, weiß Marco Winterstein. Die häufigsten Fragen der Kunden drehten sich um mögliche Reisewarnungen, wie zum Beispiel: „Was passiert, wenn es eine Reisewarnung für mein Urlaubsland gibt? Wie geht es dann mit mir und meinem Urlaub weiter? Wie kann ich mich absichern?“ Außerdem gebe es zurzeit sehr viele Fragen zu den Auswirkungen der neuen Delta-Variante auf das Reisegeschehen.

Bei einer Pauschalreise habe man sehr gute Karten für eine Umbuchung oder Stornierung. Bei individuell gebuchten Reisen hänge es vom jeweiligen Anbieter ab, also von der Fluggesellschaft, dem Hotel oder der Ferienwohnung. „Wir empfehlen in der aktuellen Lage eine Pauschalreise als sichere Wahl“, sagt der Reiseexperte. Dabei sei in der Regel eine kostenlose Stornierung oder Umbuchung möglich, wenn für ein Land eine Reisewarnung ausgesprochen wird.

Durch die Corona-Pandemie sei die Nachfrage nach Pauschalreisen deutlich angestiegen. Sein Tipp: Immer mehr Reiseveranstalter bieten sogenannte Flex-Optionen an. „Die Flex-Option lässt sich meist für einen geringen Aufpreis hinzubuchen. Dadurch kann man in der Regel bis 14 Tage vor Abreise kostenfrei umbuchen oder stornieren.“

Wer vollständig geimpft oder genesen ist, hatte auf einen fast normalen Sommerurlaub gehofft. Was ändert sich durch die Ausbreitung der Delta-Variante?

„Nach den momentan gültigen Vorgaben des Bundesgesundheitsministeriums sind nach einem Aufenthalt in Virusvariantengebieten auch Personen mit Genesenen- oder Impfnachweis zu einer vierzehntägigen Quarantäne verpflichtet“, erklärt Marco Winterstein. Diese könne nicht vorzeitig beendet werden. Generell sei der Nachweis über eine vollständige Impfung oder überstandene Corona-Infektion kein Freifahrtschein: So können laut Winterstein die Regelungen, ob dennoch zusätzlich negative Schnell- oder PCR-Tests verlangt werden, von Land zu Land oder auch je nach Fluggesellschaft variieren. Über diese Details sollte sich jeder rechtzeitig vor der Abreise informieren.

Was sind die wichtigsten Hinweise für Reisen im Corona-Sommer 2021?

„Da sich die Situation täglich ändern kann, ist es schwierig, allgemeingültige Hinweise zu geben“, sagt der Experte. Er rät, sich vor dem Urlaub rechtzeitig und ausführlich über die aktuell geltenden Bestimmungen zu informieren. Für Urlaub in Deutschland sind die Regelungen abhängig von der Inzidenz und je nach Landkreis oder Bundesland unterschiedlich. Für Auslandsreisen gelten ebenfalls je nach Land andere Bestimmungen. „Das betrifft die Lage vor Ort im Zielland, die Bedingungen für die Einreise, Ausreise und die Wiedereinreise nach Deutschland.“

Info

Tagesaktuelle Informationen zu diesen Regeln gibt es unter www.adac.de und beim Auswärtigen Amt unter www.auswaertiges-amt.de. Eine Übersicht über aktuelle Risikogebiete, Hochinzidenz- und Virusvariantengebiete gibt es auch beim Robert-Koch-Institut unter www. rki.de.

Die Menschen haben Lust auf Urlaub. Die Buchungszahlen steigen und viele Reisewarnungen sind aufgehoben. Seit 1. Juli gelten Reisewarnungen nur noch für Hochinzidenzgebiete (in der Regel ab einer 7-Tage-Inzidenz von 200) und Virusvariantengebiete, also Länder wie zum Beispiel Portugal und Großbritannien, in denen sich gefährliche Virusvarianten stark ausbreiten. Von Reisen in Länder, die als Risikogebiet eingestuft sind, wird lediglich abgeraten. Dennoch steht auch der Sommer 2021 im Zeichen

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