Rems-Murr-Kreis

Der Corona-Warn-App fehlen die QR-Codes: Einspeisung von Coronatest-Ergebnissen läuft vorerst über TAN

Corona app Android
Wird ein Appnutzer positiv auf Corona getestet, so sollte er diese Nachricht schnellstmöglich in die Corona-Warn-App einpflegen. Die dazu nötigen QR-Codes fehlen aber noch. Der Appnutzer muss vorerst noch den Umweg über eine Telekom-Hotline nehmen. © Joachim Mogck

Die Corona-Warn-App kann zwar schon heruntergeladen werden und ist funktionstüchtig, doch die so wichtige Einspeisung von positiven Corona-Testergebnissen durch Appnutzer über QR-Code ist noch nicht möglich. Wann kommen die QR-Codes?

Der Laborverband ALM e.V. (Akkreditierte Labore in der Medizin) bestätigt: „Im aktuellen Entwicklungsstand bis zur Anbindung der Labore und der Verfügbarkeit der Anforderungsformulare bei Teststationen und Arztpraxen gibt es nur einen Weg, ein positives Testergebnis in der App einzustellen. Dieser Weg führt über die Hotline der Telekom“, so ALM-Vorstandsmitglied Dr. Christian Scholz.

Ein Server der Telekom, aber „keine zentrale Datenspeicherung“

Die Telekom hat zusammen mit SAP die App entwickelt und T-System (eine Tochter der Telekom) betreibt auch den Server für die App in einem Rechenzentrum in Deutschland. Das Bundes-Gesundheitsministerium beantwortet die Frage, ob das nicht ein Widerspruch sei, dass man bei einer dezentralen Applösung einen zentralen Server benötige, so:

„Nein, das ist kein Widerspruch. Der Server hat allein die Aufgabe, die pseudonymisierten und autorisierten Positivmeldungen an alle Teilnehmer sicher und effizient zu verteilen, so dass dann auf deren Endgeräten – also dezentral – eine Begegnungsprüfung stattfinden kann. Eine zentrale Datenspeicherung findet selbstverständlich nicht statt.“

TAN-Vergabe via Telekom-Hotline

In der Telekom-Hotline (die Nummer ist für Appnutzer in der Corona-Warn-App zu finden) erfolge eine Plausibilisierung in Hinblick auf das vorliegende Testergebnis. „Sollte der Service-Mitarbeiter zu der Einschätzung gelangen, dass der Bürger tatsächlich positiv auf das Coronavirus-2 getestet wurde, so lässt er sich eine Rückrufnummer des Bürgers geben und ruft wieder zurück. In diesem Rückruf erhält der Bürger eine kurzlebige TAN, mit der er seinen Infektionsstatus in der App auf 'infiziert' setzen kann“, erläutert Dr. Scholz.

Die auch in den Medien verbreitete Behauptung, die TAN würden von den Gesundheitsämtern vergeben, ist falsch. Behörden und Ämter sind in alle Vorgänge, die den laufenden Betrieb der Corona-Warn-App betreffen, aus Datenschutzgründen gar nicht eingebunden.

Gleichwohl berichtet das Fachmagazin Chip.de über die Hotline: „Knapp 1000 Anrufe soll die Hotline pro Tag bewältigen können. Nach Spiegel-Informationen sollen bereits Probeläufe gezeigt haben, dass das System funktioniert. Das Call-Center betreibt ein externer Dienstleister. Ob dieser in Deutschland sitzt, ist unklar. Die Netzexpertin in der Linksfraktion des Bundestages, Anke Domscheit-Berg, kritisierte das Hotline-Verfahren als 'problematisch und missbrauchsanfällig'. Die App lasse sich 'nicht allein mit Testfragen von Call-Center-Mitarbeitern trollsicher machen'.“

Und der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Ulrich Kelber, sagte, er halte die Gründe, weshalb eine Hotline eingerichtet wird, für plausibel, habe aber ebenfalls Vorbehalte dagegen: „Es ist klar, dass der Weg über die Hotline nicht mit einer vollständig pseudonymen Nutzung der App über das automatisierte Verfahren mithalten kann.“

Wann kommen die QR-Codes?

„Wir haben mit der Einführung der Corona-Warn-App unsere Systeme zwar schon für die Bereitstellung von QR-Codes vorbereitet“, sagt Ivo Lingnau, Sprecher der Synlab-Labore, die in Leinfelden-Echterdingen auch Mundabstriche von Patienten aus dem Rems-Murr-Kreis untersuchen und auf Corona testen. „Die Umsetzung ist derzeit aber noch nicht möglich, da im Auftragsformular, mit dem die Ärzte und Gesundheitsämter die Proben an die Labore senden, die Angabe eines QR-Codes noch nicht vorgesehen ist. Die zuständige Kassenärztliche Bundesvereinigung plant, dies bis spätestens 24. Juni anzupassen“, so Lingnau. Eine Sprecherin der KBV bestätigte gegenüber dieser Zeitung diese Darstellung.

Bei den physischen Coronatest-Auftragsformularen, die die KBV dem Gesundheitswesen zur Verfügung stellen wird, werde der QR-Code nach der Anpassung der Formulare bereits aufgedruckt sein, so Lingnau. „Bei Online-Aufträgen wird der QR-Code im Labor mit ausgedruckt“ – und dann an die Patienten weitergegeben, damit diese, falls Corona-Warn-App-Nutzer, ihr Testergebnis in die App einspeisen können.

Laut ALM-Vorstandsmitglied Dr. Christian Scholz werde das Auftragsformular, das sogenannte „Muster 10“, zwei Informationen enthalten:

  • Eine eindeutige Auftragskennung als UUID (QR-Code), die nur dem Patienten und dem Labor bekannt ist.
  • Die schriftliche Erklärung der Entnahmestelle/Arztpraxis, dass der Patient in die Weitergabe seines Testergebnisses zusammen mit der UUID an die App eingewilligt hat.

Eine elektronische Version des Auftragsformulares sei ebenfalls vorgesehen und werde dann zeitnah zur Verfügung gestellt, so Dr. Scholz.

UUID steht für „Universally Unique Identifier“, dabei handelt es sich um eine 128-Bit-Zahl, die zur Identifikation und Zuordnung von Informationen in IT-Systemen zur Anwendung kommt.

Die Corona-Warn-App kann zwar schon heruntergeladen werden und ist funktionstüchtig, doch die so wichtige Einspeisung von positiven Corona-Testergebnissen durch Appnutzer über QR-Code ist noch nicht möglich. Wann kommen die QR-Codes?

Der Laborverband ALM e.V. (Akkreditierte Labore in der Medizin) bestätigt: „Im aktuellen Entwicklungsstand bis zur Anbindung der Labore und der Verfügbarkeit der Anforderungsformulare bei Teststationen und Arztpraxen gibt es nur einen Weg, ein positives

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