Rems-Murr-Kreis

Der erste Tankrabatt-Tag im Rems-Murr-Kreis: Ein Tankstellen-Check lohnt sich

Tankrabatt ab 1. Juni Aral WN
Aral in Waiblingen am Mittag des 1. Juni: Die gängigen Sorten unter zwei Euro, doch woanders war Sprit günstiger. © Palmizi

1,75 für den Liter E 10: Vor gar nicht langer Zeit hätte man angesichts eines solchen Preises weinend das Weite gesucht. Dieser Tage fühlt sich dieser Preis wie fast geschenkt an. Offenbar hatten am Mittwochmorgen eine Reihe von Autofahrer/-innen via App herausgefunden, jetzt lohnt eine Fahrt nach Grunbach: Für unschlagbare 1,75 Euro war der Liter E 10 gegen halb neun am Morgen an der OIL!-Tankstelle in der Alfred-Klingele-Straße zu haben. Flugs bildete sich eine mittlere Schlange, und wer Wartezeiten als geschenkte Zeiten begreift, weil sie Raum für Entspannungsübungen lassen, war glasklar im Vorteil. Zumal in Deutschland ein Tankverhalten nicht ausrottbar scheint, das in anderen Ländern, etwa in Belgien, unvorstellbar wirkt: Man zahlt zuerst. Und fährt dann erst weg. Das dauert.

Preistransparenz vergleichsweise groß

Noch am Vortag hatten skeptische Beobachter/-innen prophezeit, der zum 1. Juni versprochene Tankrabatt könnte sich gar nicht sofort an den Tankstellen bemerkbar machen oder werde sowieso in den Taschen der Betreiber/-innen und der Mineralölkonzerne verschwinden. Mag sein, doch mal ehrlich: Man findet sehr leicht heraus, an welcher Tankstelle wann günstige Preise gelten – und für welche andere Ware herrscht eine Preistransparenz wie diese?

Seit fast neun Jahren schon müssen Unternehmen, die öffentliche Tankstellen betreiben oder die Preise dort festsetzen, Änderungen der Tarife für die gängigen Kraftstoffsorten Super, Super E 10 und Diesel umgehend an die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe melden. Die Transparenzstelle ist beim Bundeskartellamt angesiedelt. Sie reicht die Daten an Anbieter von Verbraucher-Informationsdiensten weiter.

Jede Menge Infodienste für Verbraucher/-innen

Wer am Mittwochmorgen 1,879 berappt hat, obwohl gleich um die Ecke der Liter Super E 10 für 1,77 zu haben war, könnte das nächste Mal vorher einen Blick aufs Portal ich-tanke.de werfen. Oder die App „Tankschwein“ nutzen, oder den „Spritspion“ oder den „Spritpreisalarm“. Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe listet auf ihren Infoseiten sämtliche zugelassenen Verbraucher-Informationsdienste auf. Es sind 49 an der Zahl.

Was waren das noch für Zeiten, als sich der Spritpreis einmal am Tag änderte. Jetzt schwankt er gefühlt alle zehn Minuten. Vermutlich sind’s Verbraucher/-innen deshalb leid, ständig den günstigsten Preisen hinterherzujagen: Das käme einem Vollzeitjob gleich.

Trotz Markttransparenz und trotz schneller Preiswechsel – oder sogar wegen der unübersichtlich rasanten ständigen Schwankungen – leisten sich heute benachbarte Tankstellen Preisunterschiede, die früher, als man wegen drei Cent in den Nachbarort fuhr, niemals denkbar gewesen wären. Ein Beispiel: In Endersbach verkaufte die Total-Energies-Tankstelle in der Schorndorfer Straße am Mittwochmorgen kurz nach acht den Liter E 10 für 1,77, während bei ENI ein paar Meter weiter noch 2,18 angeschrieben waren.

Warten lässt Raum für sinnige Gedanken

Trotzdem stand zumindest am Morgen keine(r) Schlange an der günstigeren Tankstelle, was mehrere Gründe haben könnte: Um diese Uhrzeit tankt man nicht, die Info betreffend Tankrabatt ab 1. Juni ist im Überschall-Nachrichtenrauschen untergegangen, man hofft auf günstigere Preise am Abend, hat mit Blick auf die Spritpreise schon resigniert – oder will Schlangen vermeiden, wo gar keine sind.

Eigentlich schade, denn Warten kurbelt das Denken an. Etwa darüber, wie hoch der Spritpreis tatsächlich liegen müsste, wären alle Folgekosten, die des Menschen Liebe zum Auto verursacht, einberechnet. Oder darüber, wie ein Mobilitätskonzept aussehen könnte, das nicht einfach nur Benziner durch Elektroautos ersetzt, sondern das große Ganze im Blick hat.

Die Schlangen an den Tanken sind zu kurz für lange Antworten auf schwierige Fragen.

Unterdessen lohnt ein Blick in diverse Zahlenkolonnen, der Erwartetes zutage fördert: Die Konzerne haben den Ukraine-Krieg als Vorwand genutzt, die Preise höherzuschrauben, als es angesichts der Umstände angemessen gewesen wäre. ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand mahnt jedenfalls: „Wir erwarten, dass die Steuersenkung ab 1. Juni in vollem Umfang an die Verbraucher weitergegeben wird. Zudem besteht angesichts des überhöhten Niveaus reichlich Potenzial für Preissenkungen.“

1,75 für den Liter E 10: Vor gar nicht langer Zeit hätte man angesichts eines solchen Preises weinend das Weite gesucht. Dieser Tage fühlt sich dieser Preis wie fast geschenkt an. Offenbar hatten am Mittwochmorgen eine Reihe von Autofahrer/-innen via App herausgefunden, jetzt lohnt eine Fahrt nach Grunbach: Für unschlagbare 1,75 Euro war der Liter E 10 gegen halb neun am Morgen an der OIL!-Tankstelle in der Alfred-Klingele-Straße zu haben. Flugs bildete sich eine mittlere Schlange, und wer

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