Rems-Murr-Kreis

Die eskalierte Sause in Sulzbach war nicht die wildeste - Deutschlands schrägste Corona-Partys im Überblick

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Manche Party endet dieser Tage recht abrupt ... Symbolbild. © Schneider

Eine Corona-Party in Sulzbach/Murr ist am Sonntag in einer Eskalation geendet – das irrwitzigste Fest der vergangenen Tage war das aber nicht im entferntesten, wie eine Recherche offenbart: Zu berichten ist von einer enthemmten Dienstbesprechung, einer Flucht aufs Dach, einem Biss und mancherlei Vogelwildem mehr ...

Am Sonntagnachmittag riefen Anwohner bei der Polizei an: In der Haller Straße in Sulzbach habe sich im Eingangsbereich eines Wohngebäudes eine Familie mit rund zehn Personen versammelt und feiere.

Die Polizei fuhr hin, stellte Verstöße gegen die Corona-Verordnung fest und erteilte den Leuten einen Platzverweis – ein 30-Jähriger aber weigerte sich, seine Personalien anzugeben. Als die Beamten ihn nach Ausweispapieren durchsuchen wollten, wehrte sich der Mann so massiv, dass ihm Handschließen angelegt werden mussten. Einer der Beamten erlitt bei der Rangelei leichte Verletzungen. Da sich der 30-Jährige auch nach der Feststellung seiner Identität „uneinsichtig zeigte und dem Platzverweis nicht nachkam, wurde er in Gewahrsam genommen“, meldet die Polizei.

Ein 26-jähriger Teilnehmer der Feierlichkeiten „zeigte sich ebenfalls völlig uneinsichtig und unkooperativ“, wie es im Polizeibericht heißt – auch er habe sich geweigert, „den mehrfach ausgesprochenen Platzverweis zu befolgen, weshalb er in Gewahrsam genommen werden sollte“. Ein 50-jähriger Mann und eine 27 Jahre alte Frau aber kamen dem Trotzenden zu Hilfe und versuchten, einen der Ordnungshüter von dem Mann wegzuziehen, „was nur durch die Anwendung von unmittelbarem Zwang unterbunden werden konnte“. Ergebnis: Der 26-Jährige wurde ebenfalls „zum Polizeirevier verbracht“.

Schräg? Es geht noch schriller ...

Corona-Party in der Arztpraxis, oder: Der Zahnprotest

In Essen hat die Polizei eine Weihnachtsfeier in einer Arztpraxis (!) aufgelöst. Ein Mann und vier Frauen aus fünf verschiedenen Haushalten waren einem Anwohner aufgefallen, weil durchs geöffnete Praxisfenster „laute Musik und Partylärm“ schallten und „singende und tanzende Gäste“ zu sehen waren. Als die Polizei die Sause auflösen wollte, bezweifelte ein 35-jähriger Arzt die Rechtmäßigkeit der Maßnahme – und seine 26-jährige Kollegin verlieh ihrem Unmut Nachdruck, indem sie einer Beamtin in den Finger biss.

Corona-Party in der Kita, oder: Die Dienstbesprechung

In Dortmund ließen 14 Beschäftigte einer Kita eine Dienstbesprechung am Freitagnachmittag zwanglos in eine Spontan-Fete nebst Wein und Pizza vom Lieferservice übergehen. Sie feierten so laut, dass die Polizei, als sie anrückte, die dröhnende Musik schon von weitem hörte.

Corona-Party in der Abstellkammer, oder: Das Versteckspiel

In Bonlanden hörte eine Streife aus einem Gebäude im Industriegebiet Musik. Die Beamten riefen Verstärkung und durchsuchten die Räume. Dabei fanden sie schließlich 18 Personen im Alter zwischen 16 und 20 Jahren – die jungen Leute hatten sich in einem Abstellkabuff und einem Dachverschlag versteckt.

Corona-Party auf dem Parkplatz, oder: Die Rettungstat

Zu einem Hilfseinsatz wurde in Siegen, Nordrhein-Westfalen, die Polizei gerufen – auf einem Parkplatz war ein 17-Jähriger gestürzt und hatte sich wehgetan. Als die Beamten kamen, stellten sie fest: Rund 30 Leute hatten dort derart schwungvoll gefeiert, dass einer von ihnen verunfallt war.

Corona-Party auf dem Kalvarienberg, oder: Der Fluchtfehler

Als die Polizei in Peiting, Oberbayern, zu einer Party am helllichten Tag auf dem „Kalvarienberg“ anrückte, rannten die Jugendlichen davon und waren nicht zu schnappen. Dummerweise verlor ein Partygast auf der Flucht ein verräterisches Objekt: seinen Personalausweis.

Corona-Party auf Snapchat, oder: Der Filmemacher

Im bayrischen Pfaffenhofen trafen sich Jugendliche auf einem Gartengrundstück. Einer der Feierlustigen kam auf die geniale Idee, ein Video von der noch laufenden Party auf Snapchat zu veröffentlichen. Die Polizei entdeckte das Filmchen und sprengte das Fest.

Corona-Party in der Kneipe, oder: Die Riegeltaktik

Im niedersächsischen Ganderkesee rückte die Polizei zu einer Gaststätte aus. Als die dort Feiernden die Streife kommen sahen, verschanzten sie sich: Sie verschlossen geistesgegenwärtig alle Zugänge zum Gebäude. Die Beamten wussten sich zu helfen: Sie riefen schlicht einen Schüsseldienst.

Corona-Party? Keine Corona-Party! Oder: Die Süßwolke

In Mannheim klingelte die Polizei an einer Wohnung, weil der Verdacht einer verbotenen Party vorlag. Als die Tür aufging und den Blick ins Innere freigab, offenbarte sich: Keine unziemlich große Runde saß hier beieinander, kein Verstoß gegen die Corona-Verordnung lag vor. Allerdings quoll eine süßlich duftende Wolke aus dem Raum. In einer Zigarettenschachtel fand die Polizei Marihuana.

Corona-Party mit Haftbefehl, oder: Die Dachfalle

Als im Berliner Bezirk Lichtenberg die Polizei gegen ein Uhr morgens auf dem Gelände einer Firma eintraf und klingelte, verstummte die laute Musik, die eben noch zu hören gewesen war, schlagartig – jemand hatte den Ton abgedreht. Die Beamten holten Verstärkung, betraten das Gebäude und stellten fest: Sie waren in eine Karaoke-Party nebst Barbetrieb geplatzt – wo aber waren die Gäste? Die Polizei fand sie schließlich: auf dem Flachdach des Hauses, 41 Leute; darunter vier, die per Haftbefehl gesucht wurden.

Eine Corona-Party in Sulzbach/Murr ist am Sonntag in einer Eskalation geendet – das irrwitzigste Fest der vergangenen Tage war das aber nicht im entferntesten, wie eine Recherche offenbart: Zu berichten ist von einer enthemmten Dienstbesprechung, einer Flucht aufs Dach, einem Biss und mancherlei Vogelwildem mehr ...

Am Sonntagnachmittag riefen Anwohner bei der Polizei an: In der Haller Straße in Sulzbach habe sich im Eingangsbereich eines Wohngebäudes eine Familie mit rund zehn

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