Rems-Murr-Kreis

Die Fastenzeit beginnt: Sieben Tipps für den Verzicht, auch für Kurzentschlossene

Unverpackt Haushalt
Hilft Müll zu vermeiden: Gläser verwenden statt Plastikverpackungen kaufen. © ALEXANDRA PALMIZI

Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Der freiwillige Verzicht vor allem auf bestimmte Lebens- und Genussmittel hat im Christentum eine lange Tradition, die Zeit bis Ostern sollen Gläubige nutzen, sich von weniger wichtigen Dingen zu befreien und sich Zeit für ihren Glauben zu nehmen. Doch auch viele Menschen, die nicht gläubig sind, fasten.

In einer aktuellen, repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK Gesundheit gaben knapp zwei Drittel der Befragten an, bereits mindestens einmal für eine gewisse Zeit Verzicht geübt zu haben. Die meisten wollen demnach auf Alkohol, Süßigkeiten oder Fleisch verzichten. Eine bewusste Auszeit kann man sich aber auch auf ganz andere Weise nehmen. Denn beim Fasten geht es auch darum, Alltagsroutinen zu durchbrechen und im besten Fall langfristig den Lebensstil oder die Gedankenwelt zu verändern. Wir haben einige Ideen zusammengestellt für diejenigen, die in diesem Jahr auf etwas anderes als Alkohol, Süßigkeiten oder Zigaretten verzichten wollen.

Klimafasten

Die christlichen Kirchen rufen in diesem Jahr zum Klimafasten auf. Es geht darum, mit kleinen Schritten einen Anfang für mehr Klimagerechtigkeit zu machen. In diesem Jahr soll speziell auf die Nahrung geachtet werden. Wo kommen die Lebensmittel her, wie sind sie verpackt und wie lassen sie sich energiesparend zubereiten? Praktische Anregungen gibt es zum Beispiel per E-Mail-Newsletter, der bei der Evangelischen Erwachsenenbildung im Rems-Murr-Kreis unter www.eeb-rmk.de/fasten-aktionen-2022 bestellt werden kann. Natürlich muss man den Fokus beim Klimafasten nicht nur auf die Nahrung legen. Wie wäre es zum Beispiel, bis Ostern das Auto so oft wie möglich stehen zu lassen und stattdessen mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren?

Getränkefasten

Alkohol oder Kaffee für einige Wochen zu streichen sind die Klassiker. Doch wie wäre es, von heute an bis Ostern einmal auf alle Getränke außer Wasser zu verzichten?

Müllfasten

Eine kleine Papiertüte für die morgendliche Brezel, ein Körbchen Pilze oder Beeren oder ein Joghurt im Plastikbecher. Auch wer schon lange bewusst einkauft und auf Plastiktüten und Co längst verzichtet, sammelt täglich so einiges an Müll. Ziemlich schwierig ist es, zu versuchen, knapp sieben Wochen keinen oder so gut wie keinen Müll zu produzieren. Dank Wochenmärkten und Unverpackt-Läden wie „B:ohne“ in Waiblingen und „Bergerei“ in Schorndorf kann man aber viel Verpackungsmüll einsparen und dieses Fastenziel erreichen. Wem das zu extrem ist, der kann bis Ostern versuchen, keinen Plastikmüll anzusammeln und keine Lebensmittel zu entsorgen.

Medienfasten

Wir sehen fast jeden Abend fern, sind nahezu den ganzen Tag online, entweder am PC, Tablet oder Smartphone. Darauf komplett zu verzichten ist unmöglich, schon allein, weil die meisten von uns PC und Internet zum Arbeiten brauchen. Die wichtigsten Nachrichten sollte man auch täglich verfolgen. Eine bewusste Auszeit nehmen kann man sich aber von den liebgewonnenen Serien auf Netflix und Co oder den sozialen Medien wie Instagram, Facebook und Twitter.

Konsumfasten

Neue Schuhe oder ein Shirt hier, ein Törtchen oder ein Kaffee dort. Fast jeder von uns lässt sich im Vorbeigehen oft verlocken. Man muss noch nicht mal aus dem Haus, um Geld auszugeben. Fast alle Dinge sind im Internet nur einen Klick entfernt. Konsumfasten bedeutet, nur zu kaufen, was man wirklich braucht. Wer das intensiv ausprobieren möchte, kann zum Beispiel auch auf Online-Tauschbörsen zurückgreifen.

Nachrichtenfasten

Schlechte und traurige Nachrichten dominieren diese Tage. Im Angesicht des Leids, das die Menschen in der Ukraine nach dem russischen Einmarsch erleben, wirken die hohen, aber sinkenden Corona-Zahlen beinahe wie ein Stimmungsaufheller, auch wenn die Pandemie andauert und längst nicht vorbei ist. Es ist wichtig, sich über all diese aktuellen Entwicklungen zu informieren. Das sollte man natürlich weiterhin jeden Tag tun. Hilfreich in dieser bedrückenden Zeit kann es aber sein, bewusst auch positive Nachrichten zu konsumieren und sich zum Beispiel vorzunehmen, jeden Tag mindestens drei gute Nachrichten zu finden.

Nahrungsmittelfasten

Weißmehl oder Zucker für knapp sieben Wochen abzuschwören, tut dem Körper gut. Es müssen aber nicht diese Klassiker sein. Wer seine Ernährung dauerhaft umstellen möchte, kann zum Beispiel Basenfasten ausprobieren. Dabei soll der Säure-Basen-Haushalt des Körpers ins Gleichgewicht gebracht werden. Im Gegensatz zum kompletten Verzicht auf Nahrung dürfen bei dieser sanfteren Methode des Fastens reifes Obst und Gemüse verzehrt werden. Wer nicht alleine fasten will, kann zum Beispiel über einen Kurs bei der Familienbildungsstätte Waiblingen (www.fbs-waiblingen.de) Gleichgesinnte finden und Unterstützung bekommen. Für gesunde Menschen sind unterschiedliche Arten des Fastens in der Regel unproblematisch, sicherheitshalber sollte man aber vorher mit seinem Arzt über solche Vorhaben sprechen.

Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Der freiwillige Verzicht vor allem auf bestimmte Lebens- und Genussmittel hat im Christentum eine lange Tradition, die Zeit bis Ostern sollen Gläubige nutzen, sich von weniger wichtigen Dingen zu befreien und sich Zeit für ihren Glauben zu nehmen. Doch auch viele Menschen, die nicht gläubig sind, fasten.

In einer aktuellen, repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK Gesundheit gaben knapp zwei Drittel der Befragten an, bereits mindestens

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