Rems-Murr-Kreis

Digitaler Impfnachweis bald in Apotheken: Inhaber bitten um Geduld, es sind noch viele Fragen offen

Digitaler Impfpass
Geduld, Geduld: Das klappt schon noch mit dem digitalen Impfpass. © Gabriel Habermann

Neuerdings lagern Impfpässe in Tresoren, wird allenthalben gelästert. Früher suchte man das Impfbuch hinterm Schrank und zwischen Sofaritzen. Nun gilt das gelbe Impfbuch als das wichtigste Dokument überhaupt, so scheint es. Die Aussicht darauf, den Impfnachweis aufs Handy holen zu können, macht offenbar jetzt schon Menschen nervös, die noch gar nicht vollständig geimpft sind, und das sind viele.

Die wichtigste Nachricht, den digitalen Impfpass betreffend: Es gibt keinen Grund zur Eile. Der gelbe Impfpass aus Papier gilt nach wie vor, auch auf Reisen. Sowieso muss niemand den digitalen Impfnachweis nutzen – aber jeder kann. Allerdings wär’s am besten, allen Beteiligten, die jetzt die Zutaten für den digitalen Impfnachweis, namentlich die QR-Codes, liefern sollen, noch etwas Zeit zu geben.

Die Dinge werden sich regeln. Aber es dauert wohl noch ein bisschen.

Ansturm am Montag?

Mitten im reißenden Info-Fluss, der alle Tage wieder durch sämtliche Kanäle schießt, gelangte diese Woche diese Nachricht an die Oberfläche: Nicht nur Arztpraxen und Impfzentren sollen QR-Codes ausstellen, damit vollständig geimpfte Personen den Nachweis via App auf ihrem Handy speichern können. Die Apotheken kommen mit ins Boot.

Eine größere Anzahl an Detailfragen ist nicht geklärt – doch bereits am Montag, 14. Juni, sollen bereits geimpfte Bürgerinnen und Bürger in Apotheken ihren QR-Code erhalten können, den sie dann via CovPass- oder Corona-Warn-App aufs Handy einlesen können – und fertig sei der digitale Impfnachweis.

Frank Eickmann, Sprecher des Landesapothekerverbands, bittet aus nachvollziehbaren Gründen um etwas Geduld: Es sollten nicht gleich alle direkt schon am Montag in die Apotheke laufen. Man arbeitet auf Hochtouren daran, noch eine Menge Antworten auf viele offene Fragen zu finden. Welche Apotheke bereits am Montag zuverlässig die QR-Codes ausdrucken kann, weiß momentan schlicht und ergreifend noch kein Mensch. Von Montag an, rät Frank Eickmann, aber wirklich erst von Montag an, lohnt ein Blick auf diese Seite: www.mein-apothekenmanager.de. Dort tragen sich jene Apotheken ein, welche die Dienstleistung anbieten können und wollen.

"Wir machen das schon"

Unterdessen geistert die Zahl 18 durch den Raum, die im Zuge der Corona-Pandemie schon öfter eine Rolle spielte: Auf 18 Euro wird sich das Honorar belaufen, das Apotheken fürs Prüfen und fürs Ausstellen des handytauglichen Impfnachweises erhalten sollen. Die Kosten trägt der Staat, heißt es. Eine Anfrage dieser Zeitung ans Bundesgesundheitsministerium, ob das wirklich stimmt, blieb bis Donnerstagabend (10.06.) unbeantwortet.

Ganz gelassen bleibt unterdessen Sigrid Dätsch-Lokies, die Inhaberin der Michaels-Apotheke in Winterbach: „Ich denke, im Lauf der Woche wissen wir mehr.“ Noch weiß sie nicht, wo genau sie die Daten dann eingeben wird, wie die Prüfung einer bereits erfolgten Impfung vonstattengehen soll – und so weiter. Sie lässt sich indessen nicht aus der Ruhe bringen – ganz einfach deshalb, weil der digitale Impfnachweis ganz sicher nicht die dringlichste Angelegenheit ist momentan. Sigrid Dätsch-Lokies' Rat: Entspannt bleiben, auf Arztpraxen und Apotheken vertrauen. „Wir machen das schon.“

Claudia Vollmer von der Waiblinger Engel-Apotheke hätte sich ein bisschen mehr Zeit gewünscht, um die Dinge umzusetzen. „Das alles ist ein bisschen schnell über uns gekommen. Aber es wird sich regeln.“

Frank Eickmann vom Landesapothekerverband sieht sich mit einer Reihe von Fragen konfrontiert, auf die er mangels Infos vom Bund noch keine Antworten hat: Darf die Apotheke den QR-Code direkt nach der zweiten Impfung generieren – oder erst nach einer Wartefrist von zwei Wochen? Wie geht man beim Prüfen der Personalien mit ausländischen Pässen um?

Keine lokale Datenspeicherung

Eins indes ist laut Frank Eickmann schon klar: Die Apotheken speichern die Daten nicht. Es werden sozusagen die Kerndaten aus dem Impfbuch – etwa Name, Impfstoff, Datum der Impfung – abgetippt; die Verarbeitung läuft über einen zentralen Server. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Apotheke drucken dann das Zertifikat inklusive QR-Code aus. Handybesitzer/-innen übertragen anschließend den Code via App aufs Smartphone.

„Zukünftig lassen sich in der App auch Nachweise über die Genesung von einer Corona-Infektion oder über einen negativen Corona-Test anzeigen“, verspricht ferner das Robert-Koch-Institut. Wann? Unklar.

Neuerdings lagern Impfpässe in Tresoren, wird allenthalben gelästert. Früher suchte man das Impfbuch hinterm Schrank und zwischen Sofaritzen. Nun gilt das gelbe Impfbuch als das wichtigste Dokument überhaupt, so scheint es. Die Aussicht darauf, den Impfnachweis aufs Handy holen zu können, macht offenbar jetzt schon Menschen nervös, die noch gar nicht vollständig geimpft sind, und das sind viele.

Die wichtigste Nachricht, den digitalen Impfpass betreffend: Es gibt keinen Grund zur

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