Rems-Murr-Kreis

Dreikampf in der Remstal-CDU um die Nachfolge von Claus Paal im Landtag

Wahl
Am 14. März 2021 wählen die Baden-Württemberger ihren neuen Landtag. Im Wahlkreis Schorndorf tritt bei der CDU Claus Paal nicht mehr an, im Wahlkreis Backnang scheidet Wilfried Klenk nach 20 Jahren aus. Anfang Juli werden die Kandidaten nominiert. Foto: © Benjamin Büttner

Die Nominierung von Dr. Joachim Pfeiffer dürfte reine Formsache sein. Bisher hat sich noch kein Gegenkandidat zum amtierenden Bundestagsabgeordneten aus der Deckung gewagt. Pfeiffer vertritt den Wahlkreis Waiblingen seit 2002 als direkt gewählter Abgeordneter im Bundestag in Berlin. Seine Nominierung findet am Samstag, 4. Juli, von 13.30 Uhr an in der Bronnbachhalle in Schorndorf-Weiler statt.

Drei Kandidaten für den Wahlkreis Schorndorf

Spannender dürfte die Nominierungsversammlung für den Landtag im Wahlkreis Schorndorf am selben Ort im Anschluss um 15.30 Uhr verlaufen. Denn um die Nachfolge von Claus Paal bewerben sich drei Kandidaten: Außer dem Schorndorfer Thomas Müller und dem Kernener Christian Gehring kandidiert auch Ingo Sombrutzki. Wie berichtet, nimmt dieser einen zweiten Anlauf auf den Stuttgarter Landtag, nachdem Schulleiter Markus Wasserfall seine Kandidatur mit Hinweis auf die Corona-Krise zurückgezogen hatte.

Die Begründung für den Rückzug von Markus Wasserfall kann Thomas Müller, 54, durchaus nachvollziehen. Dass Ingo Sombrutzki aber erst jetzt seinen Hut in den Ring wirft, hat den Kandidaten Müller ziemlich überrascht und gewundert, wie er unserer Zeitung gegenüber erklärt. Ohne Corona-Pandemie wäre nämlich der Nachfolger von Claus Paal bereits im März nominiert worden.



Um Paals Nachfolge ringen drei Kandidaten. Als Erster den Anspruch angemeldet hat Christian Gehring, 41, aus Kernen. Der Kriminalbeamte ist seit 2019 im Stuttgarter Innenministerium tätig, wo er als Referent für Polizei-Technik zuständig ist. In der CDU ist er stellvertretender Vorsitzender der CDU Kernen und Chef des Arbeitskreises Polizei der Rems-Murr-CDU.

Thomas Müller war schon als 14-Jähriger in seiner Heimatgemeinde Winterbach in die Junge Union eingetreten und will nun mehr politische Verantwortung übernehmen, wie er in seiner Bewerbung schrieb. Beruflich ist der Diplom-Betriebswirt (BA) viel herumgekommen. Berufliche Stationen waren unter anderem die Medizintechnikfirma Willy Rüsch in Kernen, Lapp Kabel in Stuttgart, Remsgold Chemie in Winterbach und zuletzt Xerox. Im vergangenen Jahr wechselte Müller von der IT-Branche in den Weinhandel. Er übernahm die Vinoteca in Schwäbisch Gmünd und verwirklichte sich mit fast Mitte 50 einen Traum.

Müller: „Konservative Mitte“

Politisch verortet sich Müller eigenen Angaben zufolge in der „konservativen Mitte“. Als Nachfolger von Annegret Kramp-Karrenbauer an der CDU-Spitze und von Angela Merkel im Kanzleramt liebäugelte er deswegen mit Friedrich Merz. Dem sind aber in der Corona-Krise die politischen Felle davongeschwommen. Zudem habe sich der bayrische Ministerpräsident Markus Söder – und zu Müllers eigener Überraschung – in der Krise durchaus profiliert, merkt er anerkennend an.

Mit Blick auf die Landtagswahlen im März 2021 in Baden-Württemberg kann sich Müller eine Fortführung der derzeitigen Koalition mit den Grünen vorstellen. Aber natürlich lieber unter umgekehrten Vorzeichen, nämlich als schwarz-grüne Regierung mit einer CDU-Ministerpräsidentin. „Mit Grün kann man Politik machen.“ Jedoch gebe es in der Wirtschaftspolitik, dem Spezialgebiet des langjährigen Managers, nicht in allen Punkten Übereinstimmungen. Im Wahlkampf will er die Sicherung von Arbeitsplätzen im Remstal und in Baden-Württemberg in den Vordergrund stellen. Neue Jobs entstehen könnten im Bereich Digitalisierung, Automation und erneuerbarer Energien, ein Bereich, der im Remstal verschlafen worden sei. Für den Energieträger Wasserstoff eröffnen sich hervorragende Chancen, sagt Müller und zieht Wasserstoff bei der E-Mobilität aus Gründen des Umweltschutzes und auch der Wirtschaftspolitik der Batterietechnik vor.

Zum Wahlkreis 16 Schorndorf gehören die Gemeinden Kernen im Remstal, Plüderhausen, Remshalden, Rudersberg, Schorndorf, Urbach, Weinstadt und Winterbach.

Backnang nominiert am 10. Juli

Im Wahlkreis Backnang zeichnet sich ebenfalls ein Dreikampf ab. Das Trio stellt sich am Freitag, 10. Juli, von 19 Uhr an in der Seeguthalle in Weissach im Tal dem Votum der Mitglieder und will die Nachfolge von Winfried Klenk antreten, der nach 20 Jahren nicht wieder antritt. Außer Reinhold Sczuka, dem Althüttener Bürgermeister und Vorsitzenden der CDU-Kreistagsfraktion, kandidieren nach Angaben der CDU-Kreisgeschäftsstelle die Regionalrätin Christina Stumpp aus Waiblingen und Georg Devrikis aus Murrhardt.

Die 32-jährige Juristin ist Referentin im Leitungsstab Regierungskoordination im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport in Stuttgart. Sie gehört seit 2019 der Regionalversammlung an. Georg Devrikis ist in der dritten Wahlperiode als Stadtrat in Murrhardt aktiv. Der Bankkaufmann ist Vorsitzender der CDU Murrhardt, Mitglied im Kreisvorstand sowie Delegierter für Bezirks- und Landesparteitag für die Christdemokraten. In einem Gespräch mit der Backnanger Kreiszeitung nannte der überzeugte Katholik als Hauptantrieb für die Kandidatur, dass er Politik mit Einsatz für Werte, Überzeugungen und die Gesellschaft als „Berufung und nicht als beruflichen Schritt“ sehe.

Zum Wahlkreis 17 Backnang gehören im Verbreitungsgebiet der ZVW-Zeitungen die Gemeinden Berglen, Kaisersbach, Alfdorf sowie die Stadt Welzheim.

Im Wahlkreis 15 Waiblingen nominierten die CDU-Mitglieder bereits den amtierenden Landtagsabgeordneten Siegfried Lorek aus Winnenden. Zum Wahlkreis 15 gehören die Gemeinden Fellbach, Korb, Leutenbach, Schwaikheim, Waiblingen und Winnenden.

Die Nominierung von Dr. Joachim Pfeiffer dürfte reine Formsache sein. Bisher hat sich noch kein Gegenkandidat zum amtierenden Bundestagsabgeordneten aus der Deckung gewagt. Pfeiffer vertritt den Wahlkreis Waiblingen seit 2002 als direkt gewählter Abgeordneter im Bundestag in Berlin. Seine Nominierung findet am Samstag, 4. Juli, von 13.30 Uhr an in der Bronnbachhalle in Schorndorf-Weiler statt.

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Spannender dürfte die

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