Rems-Murr-Kreis

Durch den Ukraine-Krieg steigen die Getreidepreise: Brötchen werden teurer

Brötchen
Der Ukraine-Krieg hat Folgen für den Mehl- und damit den Brötchenpreis. © Gabriel Habermann

Brot, Brötchen und Brezeln sind beliebt, ob zum Frühstück, als Vesper oder zum Abendessen. Verbraucher im Rems-Murr-Kreis müssen sich in den kommenden Wochen auf weiter steigende Preise bei Backwaren einstellen. Der Ukraine-Konflikt und die damit einhergehenden fehlenden Getreidelieferungen aus der „Kornkammer Europas“ lassen die Getreide- und Mehlpreise drastisch steigen.

Und das, obwohl Deutschland genug Getreide für die Eigenversorgung anbaut. „Deutschland produziert mehr, als wir selbst brauchen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks, Daniel Schneider, der Deutschen Presse-Agentur. Da aber die Bauern in der Ukraine wegen der Kriegssituation nicht säen könnten, werde es zu Preissteigerungen auf dem Weltmarkt und auch in Deutschland kommen.

Kosten für Rohstoffe explodieren

Für die Bäckereien im Rems-Murr-Kreis steigen daher die Einkaufspreise für Mehl. So auch für die Bäckerei Schöllkopf, die ihr Mehl aus der Region bezieht. „Die Preise orientieren sich aber am Weltmarkt“, erklärt Bäckermeister Hermann Schöllkopf. Obwohl also die Produzenten im Remstal und auf der Alb sind, bleiben die Preise letztlich an den Großtrend gekoppelt.

Die Bäckerei Schöllkopf bezieht ihren Weizen aus Aalen und Dinkel von der Alb. 15 Tonnen Mehl kauft die Bäckerei Schöllkopf pro Woche. Während eine Tonne im Oktober noch 300 Euro gekostet hatte, liegt der Preis nun bei schon 500 Euro, sagt Schöllkopf. „Tendenz steigend“.

Aber nicht nur der Mehlpreis steigt. Auch Kosten für andere Rohstoffe, die die Bäckereien benötigen, laufen aus dem Ruder. „Der Eierpreis explodiert und auch der Preis für Butter steigt“, erklärt Schöllkopf. „Die Rohstoffe sind um 30 Prozent teurer als noch vor einem Jahr.“

Mehr Geld für Energie und Löhne

Weiterhin steigen die Lohnkosten mit der Anhebung des Mindestlohns – und ebenso die Energiekosten. Eine Preissteigerung der Backwaren sei daher unausweichlich. Geplant sei eine Anhebung von 10 bis 15 Prozent, sagt Schöllkopf.

Auch die Biobäckerei Weber in Winnenden erlebt das so. „Die Energiepreise und die Preise für Rohstoffe sind um zehn Prozent gestiegen“, sagt der Geschäftsführer Klaus Späth. Bei der Biobäckerei bleiben die Kosten allerdings vorerst etwas stabiler. „Die Preiserhöhung hat nicht sofort durchgeschlagen, da die Preise, die wir für unser Mehl zahlen, schon vorher über dem Marktpreis lagen“, erklärt Späth.

1,5 Tonnen Mehl kauft die Bäckerei pro Woche ein. Das Mehl bezieht die Biobäckerei Weber aus der Region. Die Zulieferer sind im Hohenlohischen (die Organisch-Biologische Erzeugergemeinschaft, kurz Obeg) und in Schornbach. Mit diesen Lieferanten arbeite man seit vielen Jahren zusammen. „Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet“, so Späth.

Weitere Preissteigerung in diesem Jahr

Dennoch, im März habe man die Preise anheben müssen. „Dieses Jahr müssen wir wahrscheinlich noch einmal eine Preissteigerung vornehmen“, meint Späth.

Schwierig gestaltet sich derweil die Personalsituation. „Es herrscht ein Mangel an Arbeitskräften“, berichtet Späth. Besorgt zeigt er sich auch um seine Angestellten. „Die Löhne in der Bäckereibranche sind am untersten Rand angesiedelt“.

Die Bäckerei setze daher die Löhne hoch, um die Leute zu halten. „Die Löhne müssen auf einem vernünftigen Niveau sein“, sagt Späth. Denn auch für die Arbeitskräfte in der Bäckereibranche steigen die Lebenshaltungskosten. „Leider spricht niemand darüber.“

Brot, Brötchen und Brezeln sind beliebt, ob zum Frühstück, als Vesper oder zum Abendessen. Verbraucher im Rems-Murr-Kreis müssen sich in den kommenden Wochen auf weiter steigende Preise bei Backwaren einstellen. Der Ukraine-Konflikt und die damit einhergehenden fehlenden Getreidelieferungen aus der „Kornkammer Europas“ lassen die Getreide- und Mehlpreise drastisch steigen.

Und das, obwohl Deutschland genug Getreide für die Eigenversorgung anbaut. „Deutschland produziert mehr, als wir

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