Rems-Murr-Kreis

Ehepaar soll in Schorndorf gestohlene Kosmetik vertickt haben

Justiz[1]
Verfahren gegen Ehepaar wegen gestohlener Kosmetika

Wie kommt bei der Firma Weckerle in Eislingen/Fils gestohlene Kosmetik in die Wohnung eines Kornwestheimer Ehepaares? Aus einem Lager in Schorndorf, so viel will das Ludwigsburger Amtsgericht im Falle einer gewerbsmäßigen Hehlerei schon mal herausgefunden haben. Ein paar Abnehmerinnen sind auch schon zu Besitzerinnen äußerst preiswert vertickter Marken-Kosmetik im Gesamtwert von fast 9000 Euro gekommen. Das angeklagte Ehepaar meint, nicht zu wissen, dass der Schorndorfer die Ware in Eislingen gestohlen haben soll. Das Lager gebe es nach wie vor.

Angeblich „Restposten“

Der 28-Jährige und die 30-Jährige aus Kornwestheim werden von der Stuttgarter Staatsanwaltschaft angeschuldigt, hochwertige Lip Gloss, Lippenstifte und Make- up in ihre gemeinsame Wohnung gebracht und zwischen dem 7. Januar und dem 28. Februar vergangenen Jahres über Facebook zum Kauf angeboten zu haben. Des Weiteren soll das Paar am 18. Januar auf einem Parkplatz gegenüber der Rosensteinstraße in Kornwestheim persönlich Diebesgut an Zeuginnen verkauft haben. Mit Hilfe des Schorndorfer Lagerhalters, so die Anklage, hätten sich die Kornwestheimer eine illegale Einnahmequelle von einiger Dauer und einigem Umfang verschaffen wollen, was juristisch der gewerbsmäßigen Hehlerei gleichkomme.

Der indirekt beschuldigte Schorndorfer wurde nicht als Zeuge vernommen, weil er als Beschuldigter sowieso von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch gemacht hätte. Über den Stand des Ermittlungsverfahrens gegen ihn war in Ludwigsburg nichts Weiteres bekannt. Das Kornwestheimer Ehepaar hat über eine Kleinanzeigenplattform Kontakt zu ihm aufgenommen und sich sein Lager angeschaut. Es kam zu einem Gespräch über „Restposten“ an Markenkosmetik. Der Schorndorfer habe ihm Kosmetik für seine Frau „schmackhaft gemacht“, sagte der Angeklagte.

Werkschützer tätigt Scheinkauf

Gesehen, dass die gestohlene Kosmetik als Online-Bestellware angeboten wird, haben eine 53-jährige Zeugin und ihre Kollegin von der Firma Weckerle in Eislingen/Fils. Sie schrieben die Anbieterin des „Doppelcontainers Lip Gloss“ an und informierten die Personalabteilung. Der Personalchef verständigte die Polizei. „Es war Ware dabei, die vier bis fünf Wochen vorher bei uns produziert wurde“, sagte die 53-Jährige als Zeugin vor Gericht. „Es war definitiv Ware aus unserem Haus.“ Auf ihr Anschreiben hatte die Angeklagte geantwortet, es handele sich um Kosmetik aus einer Geschäftsauflösung.

Einen von der Firma eingeschalteten Werkschutzbeauftragten hatte das Gericht ebenfalls als Zeuge zur Verfügung. Der 73-jährige ehemalige Kriminalhauptkommissar hatte seine Ehefrau gebeten, sich als interessierte Käuferin auszugeben. Es gelang ihm, einen Scheinkauf in Kornwestheim zu tätigen. Beim zweiten Mal war die Polizei dabei und die Falle schnappte zu. Ein Manager von Weckerle Cosmetics und ein Beamter vom Polizeirevier Eislingen/Fils kannten ein Video, das beim Scheinkauf gedreht wurde und dem Gericht als Beweismittel vorliegt. Der Polizist berichtete außerdem, dass im Zuge der Wohnungsdurchsuchung bei dem Ehepaar auch türkisches Viagra gefunden wurde, welches für den europäischen Raum nicht zugelassen ist. In der Wohnung hätten sich die Kosmetik-Boxen nur so gestapelt und die Versandtaschen zum Verkauf hätten schon bereitgelegen.

Zu einem Urteil über das Ehepaar ist es in Ludwigsburg noch nicht gekommen. Der Fortsetzungstermin wird von Amts wegen bestimmt. Das Gericht will einstweilen Informationen über den Schorndorfer einholen. Der Verteidiger des Kornwestheimers versprach: „Im Verfahren gegen den Dieb bringe ich Ihnen dann den Kronzeugen.“

Wie kommt bei der Firma Weckerle in Eislingen/Fils gestohlene Kosmetik in die Wohnung eines Kornwestheimer Ehepaares? Aus einem Lager in Schorndorf, so viel will das Ludwigsburger Amtsgericht im Falle einer gewerbsmäßigen Hehlerei schon mal herausgefunden haben. Ein paar Abnehmerinnen sind auch schon zu Besitzerinnen äußerst preiswert vertickter Marken-Kosmetik im Gesamtwert von fast 9000 Euro gekommen. Das angeklagte Ehepaar meint, nicht zu wissen, dass der Schorndorfer die Ware in

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