Rems-Murr-Kreis

Ein Date mit der Arbeitsagentur - und warum sich ein Telefonat vorab empfiehlt

Gunnar Schwab, Geschäftsführer Jobcenter, und Christine Käferle, Leiterin Agentur für Arbeit Waiblingen
Christine Käferle, Chefin der Agentur für Arbeit in Waiblingen, und Gunnar Schwab, Geschäftsführer des Jobcenters. © Büttner

Kein Mensch reiht sich gern in Warteschlangen ein, um sich zu allem Übel noch ein zweites Frustpaket abzuholen: Tut uns leid, aber heute können wir nichts für Sie tun, Ihr Anliegen lässt sich auf die Schnelle nicht erledigen.

Situationen dieser Art möchte die Agentur für Arbeit Waiblingen künftig vermeiden, und daran ist Corona schuld, oder, um es positiv auszudrücken: Die Pandemie zwang die Arbeitsagentur genau wie alle anderen, Abläufe zu verändern, digitale Formate zu nutzen, Fragen telefonisch zu klären statt vor Ort – und siehe da: Vieles lief sogar besser als vor der Pandemie, und deshalb wär's klug, Bewährtes beizubehalten.

Was das konkret bedeutet, erläuterten Arbeitsagentur-Chefin Christine Käferle und Jobcenter-Geschäftsführer Gunnar Schwab am Montag in einer virtuellen Pressekonferenz: Kunden/-innen der Arbeitsagentur und des Jobcenters sollen jetzt in jedem Fall zuerst anrufen und am Telefon besprechen, auf welche Weise sich ihr Anliegen klären lässt – und nicht einfach ohne Termin vorbeikommen. Vor Corona konnten alle einfach so vormittags oder an Donnerstagen nachmittags vorbeischneien, ohne Termin. Sicher war's gut gemeint, man wollte Service bieten – doch letztlich endete die Sache allzu oft wie oben beschrieben.

Persönliche Beratung: jetzt wieder möglich – mit Termin

Ganz vieles lässt sich am Telefon klären. Wer jedoch eine Beratung wünscht oder wegen einer komplizierten Angelegenheit doch lieber persönlich mit jemandem sprechen möchte, kann das jederzeit tun: nur eben mit Termin. Man kann sich mit einer Beraterin, einem Berater zur Videoschalte verabreden oder zum Gespräch vor Ort, das ist angesichts der niedrigen Inzidenzen jetzt wieder möglich.

Eine ganze Reihe von digitalen Angeboten sind entweder eh schon länger nutzbar oder jetzt während der Pandemie ausgebaut worden. Mit elektronischen Akten arbeitet die Arbeitsagentur schon eine Weile, und man kann sowohl Anträge für eine Reihe von Leistungen online stellen als auch Veränderungsmitteilungen und vieles mehr auf diese Weise erledigen. Das funktioniert selbstredend nur, sofern die Arbeitsagentur die Identität eines Antragstellers, einer Antragstellerin zuvor gecheckt hat.

Die Dinge zu jeder beliebigen Uhrzeit erledigen

Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Mensch spart Wege und Fahrtzeiten und kann bei Bedarf um fünf Uhr morgens oder um drei Uhr nachts diese Dinge zu Hause erledigen. Noch nicht, doch in naher Zukunft werden Kunden/-innen sich online darüber informieren können, in welcher Phase der Bearbeitung sich ihr Antrag momentan befindet, und dergleichen mehr.

Allerdings werden nicht alle problemlos mit allem zurechtkommen, das versteht sich von selbst, zumal dann, wenn sich Sprachschwierigkeiten als Hürde erweisen. Nichts spricht dagegen, dann persönlich vorzusprechen: Doch wie gesagt, nur mit Termin. Dann geht's auch schneller, weil Sachbearbeiter/-innen sich vorbereiten konnten und Warteschlangen entfallen.

Beispielsweise die Stellenbörse ist sowieso online einsehbar; dasselbe gilt für eine Fülle von Informationen und Tools, die bei der Berufswahl, bei der beruflichen Umorientierung oder der Suche nach einer Weiterbildung helfen. Relativ neu, so Christine Käferle, ist „CheckU“, ein Selbsttestverfahren für Schüler/-innen und Berufseinsteiger, die sich ein besseres Bild über ihre Stärken, Fähigkeiten und Interessen verschaffen wollen. Das Pendant für jene, die schon eine Weile im Erwerbsleben sind, heißt „New Plan“.

Kein Mensch reiht sich gern in Warteschlangen ein, um sich zu allem Übel noch ein zweites Frustpaket abzuholen: Tut uns leid, aber heute können wir nichts für Sie tun, Ihr Anliegen lässt sich auf die Schnelle nicht erledigen.

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Situationen dieser Art möchte die Agentur für Arbeit Waiblingen künftig vermeiden, und daran ist Corona schuld, oder, um es positiv auszudrücken: Die Pandemie zwang die Arbeitsagentur genau wie alle anderen, Abläufe zu verändern, digitale Formate zu

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