Rems-Murr-Kreis

Ein Jahr Corona-Schnelltest-Station: Die Pioniere aus Rudersberg

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Mit diesen Geräten können Zacharias und Felix Schleyer PCR-Tests machen. © Gabriel Habermann

Antigen-Schnelltests sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Ob für den Zugang zu einer Veranstaltung mit 2G-plus oder für mehr Sicherheit, bevor die ganze Familie Oma und Opa besucht. Vor einem Jahr war das ganz anders. Corona-Schnelltests für zu Hause waren Mangelware, Schnellteststationen eine Rarität. Als Christine Schleyer-Pospischil, Felix Schleyer und Zacharias Schleyer Anfang Januar in Rudersberg in den ersten Januartagen 2021 die erste Corona-Schnelltest-Station im Rems-Murr-Kreis eröffnen, sind sie Pioniere, aber keine Anfänger. Denn mit Hygiene und Antigen-Tests kennen sich alle Mitarbeiter der Inocura GmbH aus. Das Homecare-Unternehmen organisiert Pflege und Versorgung schwerkranker Patienten zu Hause, die aus dem Krankenhaus entlassen wurden.

Tests in der Teststation und beim Kunden vor Ort

„Wir haben das Testzentrum aufgebaut, weil der Landkreis auf uns zukam und weil es zu wenig Testkapazitäten gab“, sagt Zacharias Schleyer. Auf diese Weise habe man einerseits etwas für die Bürgerinnen und Bürger im Rems-Murr-Kreis tun wollen, andererseits aber auch für das eigene Unternehmen. „Im ersten Halbjahr 2021 ging unser normales Geschäft stark zurück.“ Viele Menschen hätten sich nicht ins Krankenhaus getraut, Operationen wurden verschoben. Nachdem die Mitarbeiter im Zelt auf dem Parkplatz vor dem Firmensitz an der Welzheimer Straße angefangen hatten, Abstriche zu nehmen, konnte Kurzarbeit teilweise vermieden werden.

Neben den Tests in der Station bietet die Inocura auch Tests vor Ort an, beispielsweise in Firmen oder auch Flüchtlingsunterkünften oder schult Mitarbeiter von Unternehmen aus der Region, damit sie Selbsttests in Firmen überwachen dürfen.

Ein gutes Geschäft ist das Geschäft mit den Tests allerdings nicht, auch wenn das viele vermuteten, das Unternehmen teilweise auch entsprechende Kommentare zu hören bekam. Anfangs hätten sich Anschaffungskosten für Testkits und Einnahmen etwa die Waage gehalten, inzwischen bleibe ein bisschen was hängen. Die größte Herausforderung für das Unternehmen ist, dass es finanziell bei der Beschaffung der Testkits in Vorleistung gehen muss, die Abrechnung mit den Krankenversicherungen kann erst im Nachhinein erfolgen.

Dennoch: Als viele Teststationen im Sommer geschlossen wurden, machte Inocura weiter, vorübergehend mit kürzeren Öffnungszeiten. „Wir können die Corona-Wellen fast zeitgleich mit den offiziellen Infektionszahlen nachvollziehen“, sagt Zacharias Schleyer. So sei an warmen Tagen im Sommer nicht nur die Nachfrage nach Schnelltests stark gesunken, sondern auch nahezu nie ein positives Ergebnis angezeigt worden. „Als die Delta-Variante ankam, sind sehr viele Tests positiv gewesen“, sagt Felix Schleyer.

Zurzeit fallen nur wenige Tests positiv aus

Die Omikron-Welle schlägt sich zurzeit noch nicht auf die Ergebnisse nieder: „Wir haben im Januar bisher zehn positive Corona-Tests gehabt. Im Vergleich zur Zahl der durchgeführten Tests sind das wenige.“ 1000 bis 1200 Antigen-Schnelltests führen die Mitarbeiter wöchentlich durch. Weil auch das reguläre Geschäft wieder angelaufen ist, hat das Unternehmen dafür fünf Minijobber eingestellt. Seit dem Sommer bietet die Inocura außerdem PCR-Tests für Selbstzahler an. 80 Euro kostet das, das Ergebnis liegt nach spätestens einer halben Stunde vor. Vor allem vor Weihnachten sei dieses Angebot stark nachgefragt worden und manchmal habe das Ergebnis jemandem den Urlaub zunichtegemacht. „Insgesamt wird das Test-Angebot gut angenommen und die Menschen sind dankbar.“

Auch wenn die Nachfrage nach Corona-Tests aller Art im Sommer vermutlich wieder sinken wird, wollen die Schleyers den Betrieb der Teststation auch in Zukunft weiter aufrechterhalten. Aber natürlich wünschen sie sich auch, dass das eines Tages nicht mehr nötig sein wird: „Die Leute haben keine Lust mehr, Leichtigkeit und Unbeschwertheit sind verloren gegangen“, beobachtet Zacharias Schleyer, seinem Bruder fällt eine steigende Aggressivität in Diskussionen auf, die sich um Corona-Beschränkungen oder Impfungen drehen. Sie hoffen deshalb beide sehr, dass die Normalität bald zurückkehrt.

Antigen-Schnelltests sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Ob für den Zugang zu einer Veranstaltung mit 2G-plus oder für mehr Sicherheit, bevor die ganze Familie Oma und Opa besucht. Vor einem Jahr war das ganz anders. Corona-Schnelltests für zu Hause waren Mangelware, Schnellteststationen eine Rarität. Als Christine Schleyer-Pospischil, Felix Schleyer und Zacharias Schleyer Anfang Januar in Rudersberg in den ersten Januartagen 2021 die erste Corona-Schnelltest-Station im

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