Rems-Murr-Kreis

Einbrecher scheitern meist, sofern Fenster und Türen richtig gesichert sind

Einbruch
Ein Einbrecher bricht eine Wohnungstür auf (Symbolfoto). © Benjamin Büttner

Manche Geschichten erzählen sich Menschen immer wieder, nicht weil sie wahr wären, sondern weil sie so schön sind. Die Story von den „Gaunerzinken“ beispielsweise will partout nicht aussterben. Gaunerzinken sind Symbole, die Kriminelle angeblich an Häusern als Botschaften für ihre Kumpels hinterlassen: „Hier könnte es sich lohnen“ oder „Vorsicht, Hund“.

In früheren Zeiten mögen Halunken tatsächlich solche Symbole verwendet haben. Heutzutage spielen Gaunerzinken keinerlei Rolle mehr, informiert die Polizei auf ihren Beratungsseiten zum Einbruchschutz.

Meist sind Gelegenheitstäter am Werk

Ohnehin verüben nicht etwa Profis den größten Teil der Einbrüche. Ganz im Gegenteil sind meist Gelegenheitstäter am Werk, die mit einfachem Hebelwerkzeug schlecht gesicherte Türen oder Fenster aufbrechen. Sie werden schnell aufgeben, sollte der Bruch zu lange dauern oder zu viel Lärm verursachen. Deshalb versieht seine Fenster und Türen mit mechanischen Sicherungen, wer sich wirksam vor Einbruch schützen will.

Bei mir ist doch eh nichts zu holen: Das denken viele – und fahren zur Arbeit, während am Haus die Fenster gekippt und die Tür nur zugezogen ist. Mag schon sein, dass im Haus kein Bargeld und kein wertvoller Schmuck lagern. Dennoch wird entsetzt sein, wer am Abend seine Privaträume durchwühlt und verwüstet vorfindet. Solch ein Vorfall belastet Menschen oft sehr lange und viel intensiver, als man vielleicht denkt. Denn die Wohnung ist ein Rückzugsort, ein sicherer Hafen; das Privateste spielt sich dort ab. Die Vorstellung, fremde Menschen haben hier wie die Berserker gewütet, quält immens.

Je zwei Jahre und zwei Monate Haft für Einbrecher

Mehrere Menschen im Raum Waiblingen und Schorndorf haben dieses Schicksal im Sommer vor einem Jahr erlitten. In der Zeit von Mitte Juni bis Anfang Juli 2019 hebelten zunächst Unbekannte fast immer vormittags Fenster oder Terrassentüren auf, die nach hinten gelegen waren. Die Männer durchsuchten sämtliche Räume gründlich und stahlen Schmuck und Bargeld. Im Zuge der Ermittlungen rückte ein silberfarbenes Auto mit mazedonischer Zulassung in den Fokus der Polizei. Nach einem weiteren Einbruch in Korb tauchte das verdächtige Auto auf. Die Insassen, zwei mazedonische Staatsangehörige, konnten zunächst flüchten, wurden aber später doch noch festgenommen. Sieben Einbrüche wurden den beiden Männern nachgewiesen. Ein Gericht verurteilte sie zu zwei Jahren und zwei Monaten Haft.

Weniger Einbrüche, aber höherer Schaden

Meist lassen sich die Täter nicht ermitteln. Die Polizei bezifferte die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbruchdiebstahl im vergangenen Jahr auf 13 Prozent. Obwohl die Fallzahlen im Gebiet des Polizeipräsidiums Aalen 2019 mit 432 ein Zehnjahrestief erreicht hatten, stieg die Höhe des Schadens um fast 570 000 Euro auf knapp 1 730 000 Euro.

Manche Geschichten erzählen sich Menschen immer wieder, nicht weil sie wahr wären, sondern weil sie so schön sind. Die Story von den „Gaunerzinken“ beispielsweise will partout nicht aussterben. Gaunerzinken sind Symbole, die Kriminelle angeblich an Häusern als Botschaften für ihre Kumpels hinterlassen: „Hier könnte es sich lohnen“ oder „Vorsicht, Hund“.

In früheren Zeiten mögen Halunken tatsächlich solche Symbole verwendet haben. Heutzutage spielen Gaunerzinken keinerlei Rolle mehr,

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper