Rems-Murr-Kreis

Erneuter Rückgang der Arbeitslosigkeit im Rems-Murr-Kreis - dennoch Probleme für Geringqualifizierte

Arbeitsagentur
Symbolfoto. © Gaby Schneider

Erfreuliche Nachrichten vom Arbeitsmarkt im Kreisgebiet. Die Arbeitslosenquote sinkt im Juni erneut, jetzt liegt sie bei 4,1 Prozent. Auch die Zahl der Anzeigen für Kurzarbeit sinkt, die Quote fällt laut Hochrechnungen auf 10,4 Prozent. Und: Für junge Menschen gibt es noch 1000 freie Ausbildungsplätze. Gut für Ausbildungswillige, schlecht für die Betriebe, die händeringend Personal suchen. Und: Es ist abzusehen, dass sich der Mangel an gut ausgebildetem Fachpersonal weiter verschärfen wird. Und: Viele Geringqualifizierte sind von Langzeitarbeitslosigkeit bedroht. Weiterbildung kann hier die Lösung sein,

Längerer Weg liegt vor uns, um auf das Niveau vor Beginn der Pandemie zu kommen

Zur Jahresmitte ging die Arbeitslosigkeit im Rems-Murr-Kreis erneut zurück. Die Arbeitslosenquote liegt Ende Juni mit 4,1 Prozent um 0,1 Prozentpunkte günstiger als im Vormonat Mai. Im Juni letzten Jahres lag sie noch bei 4,6 Prozent. „Der Arbeitsmarkt zieht langsam, aber sicher wieder an“, freut sich die Leiterin der Waiblinger Agentur für Arbeit, Christine Käferle. „Ein Blick auf Juni 2019 zeigt jedoch auch, dass noch ein längerer Weg vor uns liegt, um auf das Niveau vor Beginn der Pandemie zu gelangen. Damals lag die Arbeitslosenquote bei 3,0 Prozent“, fügt sie hinzu.

Im letzten Monat meldeten sich 620 Personen bei der Waiblinger Arbeitsagentur und dem Jobcenter Rems-Murr aufgrund der Beendigung ihres Beschäftigungsverhältnisses arbeitslos, 31 weniger als im Mai. Im gleichen Zeitraum konnten 745 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden, 24 weniger als im Vormonat, aber 154 mehr als im Juni letzten Jahres.

Ende Juni sind bei der Waiblinger Arbeitsagentur und dem Jobcenter Rems-Murr insgesamt 10 056 Arbeitslose gemeldet, 263 weniger als im Berichtsmonat Mai. Auch für das Land Baden-Württemberg meldet die Agentur für Arbeit einen Rückgang der Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf derzeit 3,9 Prozent.

Zunehmende Einstellungsbereitschaft der Unternehmen

Von der zunehmenden Einstellungsbereitschaft der Unternehmen im Bezirk konnten in den letzten Wochen vor allem Personen, die bislang Leistungen von der Agentur für Arbeit erhielten, profitieren. 546 Arbeitslose aus dem Bereich der Arbeitslosenversicherung teilten die Beendigung ihrer Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer neuen Arbeitsstelle mit, 199 Männer und Frauen waren es im Bereich der Grundsicherung. Derzeit erhalten 53,1Prozent aller im Bezirk gemeldeten Arbeitslosen Leistungen vom Jobcenter Rems-Murr, 46,9 Prozent erhalten Arbeitslosengeld I von der Arbeitsagentur.

Während sich die Arbeitslosigkeit bei den jungen Erwachsenen unter 25 Jahre weiterhin sehr positiv entwickelt, die Arbeitslosenquote dieser Altersgruppe sank zum Vormonat um 0,3 auf 2,7 Prozent, bereitet der Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit den Geschäftsführungen von Arbeitsagentur und Jobcenter weiterhin Sorgen. „Von der derzeitigen Markterholung können Langzeitarbeitslose bislang nicht oder nur kaum profitieren“, erläutert der Geschäftsführer des Jobcenters Rems-Murr Gunnar Schwab. „Besonders Menschen mit geringer Qualifikation und schlechten Deutschkenntnissen, die vorher vorwiegend Helfertätigkeiten ausgeübt haben, wurden zu Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 als Erste entlassen und gehen nun mehr und mehr in die Langzeitarbeitslosigkeit über. Denn die Arbeitgeber suchen derzeit eher nach qualifizierten Fachkräften. In meinen Augen geht der Weg in Arbeit über Qualifizierung und Weiterbildung. Wer eine Umschulung oder eine Qualifikation absolviert, hat bessere Chancen auf einen neuen Job.“

Anzeigen zur Kurzarbeit weiterhin rückläufig

Dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Waiblingen und des Jobcenters Rems-Murr wurden im Berichtsmonat 844 neue Stellen gemeldet, 161 mehr als im Monat zuvor und über 69 Prozent mehr als im Juni letzten Jahres. „Wir merken, dass die Nachfrage nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern jetzt wieder deutlich anzieht,“ teilt Käferle mit. Derzeit werden auf der Jobbörse der Agentur für Arbeit über 2500 zu besetzende Arbeitsstellen im Rems-Murr-Kreis angeboten. Gesucht werden vorrangig qualifizierte Fachkräfte, vor allem in den Bereichen Fertigung, Verkehr und Logistik sowie Gesundheits- und Sozialwesen.

Im ersten Halbjahr 2021 ging die Zahl der Anzeigen für konjunkturelles Kurzarbeitergeld stetig zurück. Im Juni gingen 23 Anzeigen von Betrieben aus dem Rems-Murr-Kreis mit 142 Betroffenen ein. Nach der Hochrechnung für Februar 2021 wird mit einer Kurzarbeiterquote von 10,4 Prozent gerechnet. Trotz des zu diesem Zeitpunkt bestehenden Lockdowns, lag diese deutlich unter dem im Mai 2020 erreichten Höchstniveau (22 %).

Knapp 1000 Ausbildungsstellen frei – jetzt aktiv werden

Ende Juni sind bei der Waiblinger Arbeitsagentur 950 noch nicht besetzte Ausbildungsstellen gemeldet. Jugendliche, die jetzt noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz im Herbst sind, haben also durchaus gute Chancen, noch etwas Passendes zu finden. „Es ist mir ein großes Anliegen, darauf hinzuweisen, dass es definitiv noch nicht zu spät ist, um sich um einen Ausbildungsplatz zu kümmern. In der Region gibt es ein großes Angebot an noch offenen Stellen“, appelliert Käferle an Ausbildungssuchende. Käferle rät, auch über Alternativen zum Wunschberuf nachzudenken, und sich über angrenzende Berufsfelder zu informieren.

Wer sich noch nicht bei der Berufsberatung gemeldet hat, sollte umgehend unter 0 71 51/95 19-902 oder per Mail anwaiblingen.berufsberatung@arbeitsagentur.de ein Beratungsgespräch vereinbaren.

Betriebe, die noch auf der Suche nach Auszubildenden sind, erreichen den Arbeitgeberservice der Waiblinger Arbeitsagentur per E-Mail unter waiblingen.arbeitgeber@arbeitsagentur.de oder telefonisch über die Hotline-Nummer 08 00/4 55 55 20.

Erfreuliche Nachrichten vom Arbeitsmarkt im Kreisgebiet. Die Arbeitslosenquote sinkt im Juni erneut, jetzt liegt sie bei 4,1 Prozent. Auch die Zahl der Anzeigen für Kurzarbeit sinkt, die Quote fällt laut Hochrechnungen auf 10,4 Prozent. Und: Für junge Menschen gibt es noch 1000 freie Ausbildungsplätze. Gut für Ausbildungswillige, schlecht für die Betriebe, die händeringend Personal suchen. Und: Es ist abzusehen, dass sich der Mangel an gut ausgebildetem Fachpersonal weiter verschärfen wird.

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