Rems-Murr-Kreis

Erste Warnstreiks im Rems-Murr-Kreis: In fünf Betrieben war am Freitag früher Feierabend

warnstreik
Bei Stihl in Waiblingen machten viele Kollegen der Frühschicht früher Schluss. © IG Metall

Die Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie haben den Rems-Murr-Kreis erreicht. Am Freitag haben die Beschäftigten in fünf Betrieben im Rems-Murr-Kreis eine Stunde früher Feierabend gemacht, darunter bei Stihl und Bosch WaP in Waiblingen. „Außer ein paar Kollegen waren alle draußen“, sagte der Bosch-Betriebsratsvorsitzende Gürhan Ag bei einer Online-Pressekonferenz der IG Metall Waiblingen/Ludwigsburg. Ags Einschätzung ist, dass auch die Mitarbeiter im Home-Office hinter den Forderungen der IG Metall in der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie stehen. Die Probe aufs Exempel unternimmt die Gewerkschaft an kommenden Freitag. Die IG will den ersten virtuellen Warnstreik für Beschäftigte im Home-Office organisieren.

Wie berichtet, hat in dieser Woche die Friedenspflicht geendet und haben die Warnstreiks begonnen. Die Forderung der IG Metall lautet plakativ vier Prozent mehr Lohn und Gehalt. Geschäftsführer Matthias Fuchs sieht diese Forderung eines Entgelt-Volumens von vier Prozent bei zwölf Monaten Laufzeit differenziert. Es soll zur Stabilisierung der Einkommen und zur Sicherung von Beschäftigung eingesetzt werden. Außerdem will die IG Metall einen tariflichen Rahmen für betriebliche Zukunftstarifverträge schaffen und die Perspektiven für Auszubildende und dual Studierende verbessern. Beschäftigten in Betrieben, die die Krise gut überstanden, wie zum Beispiel beim Motorgerätehersteller Stihl mit Rekordergebnissen, sollten jedoch die Entgelte erhöht werden.

In den ersten drei Verhandlungsrunden sei bei keinem der Punkte eine Annäherung erreicht worden, am 9. März treffen sich die Verhandlungspartner zur 4. Runde. Die Fronten sind verhärtet. Die Arbeitgeber wollen in der Tarifrunde nicht über höhere Löhne reden. Im Gegenteil stelle der Arbeitgeberverband Südwestmetall seinerseits Forderungen, tarifliche Errungenschaften zurückzudrehen. Fuchs nennt als Beispiele den Kündigungsschutz für ältere Kollegen, Schichtzuschläge oder Nachtschichtpausen. Bezirksgruppen-Vorsitzender Dr. Michael Prochaska hatte erklärt: „Wer in der schwersten Wirtschaftskrise für mehr Geld auf die Straße geht, streikt an der Realität völlig vorbei.“

„Die Arbeitgeber haben sich verzockt“, sagte Fuchs bei der Videokonferenz vor dem roten Hintergrund mit der Aufschrift „We'll never walk alone“, einer Abwandlung der Hymne des FC Liverpool. Sie hätten sich in der Corona-Pandemie und angesichts der wirtschaftlichen Probleme in vielen Unternehmen der Hoffnung hingegeben, dass Gewerkschaft und Arbeitnehmer sich nicht wehren würden und könnten. Matthias Fuchs betont: „Wir sind aktions- und handlungsfähig!“ Aus seiner Sicht sind viele Beschäftigte über ihre Chefetagen verärgert, weil diese die Lage auszunutzen versuchen, mit Personalabbau drohen und Druck ausüben. „Die Arbeitgeber werden immer unverschämter.“

Rund 3000 Beschäftigte haben am Freitag im Rems-Murr-Kreis und Ludwigsburg die Arbeit niedergelegt: Mahle Aftermarket in Schorndorf, Robert Bosch Power Tools, Murrhardt, Stihl, Waiblingen, Syntegon (ehemals Bosch Packaging), Waiblingen und Bobert Bosch GmbH WaP, Waiblingen.

Die Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie haben den Rems-Murr-Kreis erreicht. Am Freitag haben die Beschäftigten in fünf Betrieben im Rems-Murr-Kreis eine Stunde früher Feierabend gemacht, darunter bei Stihl und Bosch WaP in Waiblingen. „Außer ein paar Kollegen waren alle draußen“, sagte der Bosch-Betriebsratsvorsitzende Gürhan Ag bei einer Online-Pressekonferenz der IG Metall Waiblingen/Ludwigsburg. Ags Einschätzung ist, dass auch die Mitarbeiter im Home-Office hinter den

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