Rems-Murr-Kreis

Esslinger Leichenfund und Waiblinger SEK-Einsatz: Gibt es einen Zusammenhang?

Waiblingen: Polizei durchsucht Wohnung
Der Ort des SEK-Einsatzes in Waiblingen am Mittwochmorgen (27.4.). © SDMG / Kohls

Gerüchte schießen ins Kraut, dass der SEK-Einsatz samt Wohnungsdurchsuchung am Mittwoch (27.4.) in Waiblingen in Zusammenhang stehen könnte mit dem Leichenfund in einem Waldstück bei Esslingen-Sirnau vom Ostermontag (18.4.). Denn die Polizei hatte jüngst als Nachtrag bekanntgegeben, bei dem Toten handele es sich um einen 59 Jahre alten Mann aus Waiblingen. Was sagen die an den Ermittlungen beteiligten Polizeipräsidien?

„Ja, der mutmaßlich gewaltsam zu Tode Gekommene stammte zwar aus Waiblingen, er lebte aber schon eine geraume Zeit in Stuttgart“, sagte ein Sprecher des für den Esslinger Raum mit zuständigen Polizeipräsidiums Reutlingen dieser Zeitung. Zweites Aber: „Und nein, die beiden Fälle, also der Leichenfund in Esslingen und der SEK-Einsatz in Waiblingen haben definitiv nichts miteinander zu tun.“ Das sei jeweils ein ganz anderes „Milieu“. Der Begriff Milieu lässt spekulative Schlussfolgerungen zu.

Leichenfund: Welches Milieu?

Die Soko-Ermittlungen der Kriminalpolizeidirektion Esslingen (zugehörig zum PP Reutlingen) zu den Hintergründen des gewaltsam zu Tode gekommenen und im Wald bei Sirnau abgelegten 59-Jährigen konzentrierten sich auf das private Lebensumfeld des Mannes. „Ob wir auch in Waiblingen ermitteln oder Befragungen vornehmen, darf ich nicht sagen“, so der Sprecher des PP Reutlingen. Nein, im Drogenmilieu sei die Gewalttat sehr wahrscheinlich nicht zu verorten. „Die Tatumstände sind Gegenstand umfangreicher Ermittlungen.“

Die rund 40-köpfige Sonderkommission (Soko) der Kripo Esslingen trägt den Namen „Camino“, was auf Spanisch Weg bedeutet. Die Leiche des 59-Jährigen war an einem Forstweg im Wald zwischen Deizisau und Sirnau gefunden worden. Die Soko bittet nach wie vor um Hinweise unter der Nummer: 0711/3990-177. Zusätzlich steht auch das anonyme Hinweisgebersystem der Polizei unter dem Link https://www.bkms-system.net/bw-soko-camino_ger zur Verfügung.

SEK-Einsatz: Welches Milieu?

Wenn Kriminalisten von Milieu sprechen, dann ist häusliche Gewalt normalerweise ausgeschlossen, denn diese findet in allen Milieus und Gesellschaftsgruppen statt. An häusliche Gewalt in einem Milieu, denkt man landläufig höchstens, wenn sie in einem ausgesprochenen Alkoholiker- oder Drogenmilieu-Haushalt stattfindet. Dann hätte die Polizei aber wohl davon ausdrücklich berichtet und sich bei den Angaben zu den Hintergründen des SEK-Einsatzes "Wohnungsdurchsuchung in Waiblingen vom 27. April" nicht so zurückgehalten.

Für den SEK-Einsatz war das Polizeipräsidium Ludwigsburg verantwortlich. Eine Sprecherin hat dieser Zeitung bereits erklärt, dass kein Bezug zur Querdenker-Szene bestehe und auch kein Zusammenhang zu einer mit der geplanten Entführung des Gesundheitsministers Karl Lauterbach zusammenhängenden Wohungsdurchsuchung in Waiblingen, die vor Tagen stattgefunden hatte. Es handle sich jedoch um komplexe Ermittlungen in einem größeren Umkreis. Mit weiteren Informationen sei vermutlich erst in der kommenden Woche zu rechnen.

SEK-Einsätze in Baden-Württemberg werden zwar stets vom Polizeipräsidium Einsatz in Göppingen koordiniert, aber verantwortlich ist ja offensichtlich hier das Polizeipräsidium Ludwigsburg. Und: SEK-Einsätze finden gewöhnlich nur dann statt, wenn direkte Gefahr im Verzug ist, etwa in Form von Waffenbesitz, Geiselnahme, Beweismittelzerstörung und/oder expliziter Androhung von Gewalt. So steht also die Frage im Raum: In welchem Milieu ermittelt hier gerade das Polizeipräsidium Ludwigsburg auch in Waiblingen, wo eigentlich das Polizeipräsidium Aalen zuständig wäre? Es muss ein Zusammenhang bestehen mit Ermittlungen zu einer Tat oder mehreren Taten und Tatorten in oder im Raum Ludwigsburg.

Gerüchte schießen ins Kraut, dass der SEK-Einsatz samt Wohnungsdurchsuchung am Mittwoch (27.4.) in Waiblingen in Zusammenhang stehen könnte mit dem Leichenfund in einem Waldstück bei Esslingen-Sirnau vom Ostermontag (18.4.). Denn die Polizei hatte jüngst als Nachtrag bekanntgegeben, bei dem Toten handele es sich um einen 59 Jahre alten Mann aus Waiblingen. Was sagen die an den Ermittlungen beteiligten Polizeipräsidien?

„Ja, der mutmaßlich gewaltsam zu Tode Gekommene stammte zwar aus

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