Rems-Murr-Kreis

Falsche Inzidenzwerte im Umlauf: Rems-Murr-Kreis und Landkreis Göppingen betroffen

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Welche Corona-Kennzahl stimmt und zählt denn jetzt? © Pixabay

Es ist wieder einmal eine falsche Inzidenzzahl für den Rems-Murr-Kreis auf bestimmten Behördenseiten zu finden. Landesgesundheitsamt und RKI geben für den Dienstag (4.5.) 147,2 an, während das Rems-Murr-Gesundheitsamt 191 errechnet hat. Auch stimmt der Inzidenzwert für den Landkreis Göppingen nicht (falsch: 160,8, richtig: 202,6). Woran liegt das, welche Auswirkungen hat es?

Etwas Ähnliches ist schon einmal passiert. Für den Dienstag, 23. März, unterschieden sich ebenfalls die Angaben zum Inzidenzwert für den Rems-Murr-Kreis. Und auch jetzt haben wir von Verunsicherung und Empörung aus unserer Leserschaft darüber erfahren, die Ende März schon einer unserer Leser passend auf den Punkt gebracht hat: „Betrachtet man die aus meiner Sicht unglaubliche Starrheit, mit der die 7-Tage-Inzidenz als allerwichtigste Kennzahl herangezogen wird, ist in den letzten Stunden ein kaum für möglich zu haltender Fehler passiert“. Dabei handele es sich bei den Inzidenzwerten doch um „Zahlen, von denen die Öffnung und Schließung von vielen Einrichtungen und damit auch extreme wirtschaftliche Folgen abhängen.“

Wie Ende März waren es auch diesmal technische Probleme, die zu den unterschiedlichen Angaben führten. Die Meldung der Fallzahlen erfolge automatisch immer um 16 Uhr, so das Landratsamt. Am Dienstag, 23. März, kam es zu einer technischen Störung, wegen der die Zahlen nicht ausgelesen werden konnten – es wurde nichts gemeldet und die Inzidenz beim Land dann entsprechend zu niedrig berechnet. Am Dienstag, 4. Mai, lag die technische Störung eventuell woanders. „Wir haben die Zahlen geliefert, auf der Strecke muss es zu technischen Problemen gekommen sein“, so Martina Keck, Sprecherin des Landratsamtes.

Das Landratsamt in Göppingen teilt mit: Bestimmte Fallzahlen seien in die aktuelle Inzidenz nicht mit einberechnet worden, "da sie aufgrund eines Übermittlungsfehlers nicht an das Landesgesundheitsamt übermittelt werden konnten."

Welche Zahl gilt?

Laut Corona-Verordnung gelten die Zahlenangaben des Landesgesundheitsamtes (LGA) zu den Inzidenzen in den 44 Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs. Das LGA veröffentlicht stets zwischen 17.45 und 18.30 Uhr seine Tagesberichte.

Im Tagesbericht des Landesgesundheitsamts (LGA) vom Dienstagabend (4.5.) wird explizit auf technische Probleme bei der Übertragung des Inzidenzwertes für den Rems-Murr-Kreis und den Landkreis Göppingen hingewiesen, weshalb keine Übermittlung neuer Fallzahlen erfolgt sei.

Im Grunde ist ein solcher Übermittlungsfehler aber nicht folgenschwer, wenn er nicht tagelang hintereinander fortbesteht, denn: Lockerungen oder Verschärfungen ab gewissen Inzidenz-Grenzwerten in den Stadt- und Landkreisen unterliegen Fristen. Für Lockerungen muss gewöhnlich eine Grenzwertmarke an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten, für Verschärfungen eine Grenzwertmarke an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten werden.

Diese Grenzwerte für die Stadt- und Landkreise gibt es aktuell in Baden-Württemberg

  • 165 für Schulen und Kitas
    Über 165: Nur noch Fernunterricht und Präsenz-Notbetreuung (Ausnahmen: Abschlussklassen und sonderpädagogische Einrichtungen).
    Unter 165: Wechselunterricht und Kita-Regelbetreuung unter Hygieneauflagen wieder möglich.

  • 150 für den Einzelhandel
    Über 150: Der Einzelhandel (Ausnahmen: Geschäfte des täglichen Bedarfs, die geöffnet bleiben) darf nur noch ausliefern.
    Unter 150: Der Einzelhandel darf wieder Termin-Einkaufen (Click & Collect) anbieten. Zudem wird es bei allen weiteren Geschäften möglich sein, mit Termin und mit einem aktuellen negativen Testergebnis beziehungsweise als Geimpfter einzukaufen. Im Dienstleistungsbereich bleibt alles, was nicht ausdrücklich untersagt wird, offen, also beispielsweise Fahrrad- und Autowerkstätten, Banken und Sparkassen, Poststellen und Ähnliches.

  • 100 für den verschärften Lockdown via "Bundes-Notbremse"
    Über 100: Zweimal pro Woche testen bei Wechselunterricht; ein Haushalt darf maximal eine haushaltsfremde Person treffen; Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr (Sport/Bewegung alleine bis 24 Uhr erlaubt,); Geimpfte/Genesene werden voraussichtlich ab dem Wochenende, 8./9.5., von der Ausgangssperre und den Kontaktbeschränkungen ausgenommen.
    Unter 100:  Ausgangssperre außer Kraft; die Kontaktbeschränkungen werden gelockert; Einzelhandel und Dienstleister sowie Gastronomie und Hotellerie dürfen unter Hygieneauflagen komplett öffnen.

  • 50 und 35
    Weitere Lockerungen und Verschärfungen treten lokal in den Stadt- und Landkreisen in Kraft bei einer Überschreitung und außer Kraft bei einer Unterschreitung.

Die Landesregierung diskutiert ein Drei-Stufen-Modell für Lockerungen und Öffnungen, das laut der dpa folgendermaßen aussieht:

"Liegt die Inzidenz an fünf Tagen stabil unter 100, könnten Einzelhandel, Außengastronomie und die Außenbereiche von Zoos und Botanischen Gärten demnach ebenso öffnen wie Autokinos, Archive, Bibliotheken, Bäder und Badeseen, Galerien, Museen und Gedenkstätten sowie Hotels. Fällt die Inzidenz laut Papier auch zwei Wochen später weiter, könnte in einer zweiten Stufe Musik- und Kunstschulen mit einer begrenzten Besucherzahl ebenso eine Perspektive gegeben werden wie Messen, kontaktarmem Sport in Hallen, Theatern, Opern und Orchestern, Kinos, aber auch Restaurants. Zwei weitere Wochen später wären dann in einem dritten Schritt Veranstaltungen mit größerer Besucherzahl wie zum Beispiel Theater- und Konzertaufführungen, Messen und Großveranstaltungen sowie Freizeitparks und Hallenbäder an der Reihe."

Nach dpa-Informationen will das Sozialministerium diesen groben Entwurf an diesem Mittwoch (5.5.) unter anderem in Gesprächen mit Verbänden, dem Städte- und Gemeindetag, aber auch den Museen und der Leitung des Europaparks (Rust) beraten. Danach sollen die notwendigen Änderungen noch vor den Pfingstferien in der Corona-Verordnung formuliert und vom Kabinett beschlossen werden.

Es ist wieder einmal eine falsche Inzidenzzahl für den Rems-Murr-Kreis auf bestimmten Behördenseiten zu finden. Landesgesundheitsamt und RKI geben für den Dienstag (4.5.) 147,2 an, während das Rems-Murr-Gesundheitsamt 191 errechnet hat. Auch stimmt der Inzidenzwert für den Landkreis Göppingen nicht (falsch: 160,8, richtig: 202,6). Woran liegt das, welche Auswirkungen hat es?

Etwas Ähnliches ist schon einmal passiert. Für den Dienstag, 23. März, unterschieden sich ebenfalls die Angaben

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