Rems-Murr-Kreis

Falscher Inzidenz-Wert für den Rems-Murr-Kreis im Umlauf: Die Hintergründe und welche Auswirkungen das hat

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Welche Corona-Kennzahl stimmt und zählt denn jetzt? © Pixabay

Verunsicherung, Sorge und Empörung bei unserer Leserschaft: Es ist eine falsche Inzidenzzahl für den Dienstag im Rems-Murr-Kreis auf bestimmten Behördenseiten zu finden.  „Betrachtet man die aus meiner Sicht unglaubliche Starrheit, mit der die 7-Tage-Inzidenz als allerwichtigste Kennzahl herangezogen wird, ist in den letzten Stunden ein kaum für möglich zu haltender Fehler passiert“. Dabei handele es sich bei den Inzidenzwerten doch um „Zahlen, von denen die Öffnung und Schließung von vielen Einrichtungen und damit auch extreme wirtschaftliche Folgen abhängen“, mahnt ein Leser. Und eine andere Leserin fragt: „Wieso weicht die 7-Tage-Inzidenz für den Rems-Murr-Kreis mit 57 auf den Baden-Württemberg-Seiten von der Zahl der im Rems-Murr-Kreis veröffentlichten Zahl mit 84 im Dashboard erheblich ab? Welche Zahl gilt für Öffnungen? Die vom Newsletter des Landes oder die vom Rems-Murr-Kreis?“ 

Welche Zahl gilt: Die des Kreises oder die des Landesgesundheitsamtes?

Laut Corona-Verordnung, und das wird sich auch in der neuen, für Ende dieser Woche erwarteten Verordnung wohl nicht ändern, gelten die Zahlenangaben des Landesgesundheitsamtes (LGA) zu den Inzidenzen in den 44 Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs. Das LGA veröffentlicht stets zwischen 17.45 und 18.30 Uhr seine „Tagesberichte“. Der vom Dienstagabend (23.3.) gab für den Rems-Murr-Kreis aber einen viel zu niedrigen Inzidenzwert an: 57,8 anstatt 84.

„Die Erklärung ist relativ banal“, so Juliane Jastram von der Pressestelle des Landratsamtes. „Die Meldung der Fallzahlen erfolgt automatisch immer um 16 Uhr. Am Dienstag kam es zu einer technischen Störung, wegen der die Zahlen nicht ausgelesen werden konnten – es wurde nichts gemeldet und die Inzidenz beim Land dann entsprechend zu niedrig berechnet. Der Fehler ist auf unserer Seite inzwischen aber behoben.“

Das Regierungspräsidium Stuttgart bestätigt: Das Landratsamt des Rems-Murr-Kreises habe am Dienstag (23.3.) keine Fälle an das LGA übermittelt. Dies sei im LGA-Bericht aber auch so vermerkt worden.

Warum einmalige Übermittlungsfehler nicht schlimm sind

Im Grunde ist ein solcher einmaliger Übermittlungsfehler aber nicht folgenschwer, denn: Selbst wenn die Inzidenz am Donnerstag, Freitag und Samstag im Rems-Murr-Kreis bei über 100 liegen würde, wäre nicht davon auszugehen, dass der Rems-Murr-Kreis die Notbremse gleich zum Sonntag (28.3.) zieht.

Bereits beim jüngst zurückliegenden ersten Verschärfungsschritt, als die Inzidenz dauerhaft über 50 kletterte, erläuterte Leonie Ries vom Landratsamt: „Wenn die Inzidenzsteigerungen nicht zu drastisch sind, dann haben wir Ermessensspielraum, erst zum zweiten oder dritten Folgetag zu verschärfen.“ Letztlich sind es also doch die Kreisverwaltungen, die entscheiden, und bei wiederholten Übermittlungsfehlern würde das LGA ja sicher auch mal genauer nachfragen.

Notbremsen ziehen sollen nach wie vor nur die Stadt- und Landkreise lokal, in denen die kreisweite Inzidenz an drei Tagen in Folge über 100 liegt. Im Rems-Murr-Kreis ist die Inzidenz am Mittwoch (24.3.) auf 91 gestiegen. Die Tendenz zeigt weiter nach oben. Die lokale Notbremse könnte bei uns frühestens zum Montag (29.3.) oder Dienstag (30.3.) gezogen werden müssen.

Aktualisierung: Mittlerweile liegt die Inzidenz im Rems-Murr-Kreis bei über 100. Am Donnerstag (25.3.) stieg sie auf 108 und am Freitag (26.3.) auf 122. Das Landratsamt hat angekündigt, wohl ab Dienstag (30.3.) die Notbremse zu ziehen. Lesen Sie dazu unseren Artikel "Corona-Inzidenz 108 im Rems-Murr-Kreis: Notbremse und Lockdown ab Dienstag, 30. März?".

Verunsicherung, Sorge und Empörung bei unserer Leserschaft: Es ist eine falsche Inzidenzzahl für den Dienstag im Rems-Murr-Kreis auf bestimmten Behördenseiten zu finden.  „Betrachtet man die aus meiner Sicht unglaubliche Starrheit, mit der die 7-Tage-Inzidenz als allerwichtigste Kennzahl herangezogen wird, ist in den letzten Stunden ein kaum für möglich zu haltender Fehler passiert“. Dabei handele es sich bei den Inzidenzwerten doch um „Zahlen, von denen die Öffnung und Schließung von vielen

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