Rems-Murr-Kreis

Fellbacher Krankenkasse macht's möglich: Arztbesuch per Mausklick

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SDK-Vorstandsmitglied Benno Schmeing sieht große Chancen für die Telemedizin © SDK

Mit einer neuen App bietet die Süddeutsche Krankenversicherung ihren Mitgliedern seit Oktober einen Zugang zur Videosprechstunde. Die Idee: sich jederzeit, rund um die Uhr und im Notfall, rechtzeitig ärztlichen Rat einzuholen, sich bei Bedarf ein Rezept ausstellen zu lassen, eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, eine Empfehlung, welcher Facharzt kontaktiert werden muss.

„Telemedizin bietet sehr gute Chancen, um im Gesundheitswesen Versorgungslücken zu schließen oder bestehende Angebote sinnvoll zu ergänzen“, sagt Benno Schmeing, Betriebsvorstand der SDK Süddeutsche Krankenversicherung, über die Möglichkeiten der sogenannten Telemedizin: „Voraussetzung hierfür ist jedoch die Orientierung an den Kundenbedürfnissen und das Anbieten entsprechend hochwertiger Qualität.“

Gerade in diesen Zeiten der Corona-Pandemie seien viele Menschen verunsichert und schreckten davor zurück, sich auf den gerade für Ältere und Kranke oftmals beschwerlichen Weg in die Praxis machen zu müssen und dort womöglich im Wartezimmer ausharren zu müssen, bis sie ihrem Arzt gegenübersitzen. Es bestehe die Gefahr, dass Krankheiten verschleppt würden und Leiden sich verschlimmerten. Dies sei weder im Sinne der Patienten noch der Gesellschaft, auf die dadurch zusätzliche Belastungen zukommen, und natürlich auch nicht der Krankenversicherungen, denen daran gelegen sei, ihren Kunden rechtzeitig die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen.

Benno Schmeing ist seit 1. Oktober 2016 Betriebsvorstand bei der SDK. Seit dieser Zeit sei ihm auch die Telemedizin ein besonderes Anliegen. Der unmittelbare Anlass dafür, erzählt er, „war ein Erlebnis vor ein paar Jahren, als ich morgens in der Früh bei Glatteis ins Büro fuhr – beziehungsweise mich mit dem Auto ins Büro tastete. Und das war gut so!“ Denn plötzlich sei eine ältere Dame rechts auf dem Gehweg ausgerutscht, stürzte und geriet Schmeing beinahe vor die Kühlerhaube. „Es war noch dunkel, sie war dunkel angezogen, es hätte womöglich auch schlimmer ausgehen können“, sagt Schmeing. Sie habe eine fiebrige Erkältung und sei zu Fuß auf dem Weg zum Arzt. Da sie allein lebe und über kein Auto verfüge, habe sie keine andere Möglichkeit, in die Sprechstunde zu kommen. „Ich packte die Dame kurzerhand in mein Auto und brachte sie selbstverständlich an ihr Ziel.“

Für Schmeing hat dieses Erlebnis die Frage aufgeworfen, wie man eine ärztliche Versorgung auch in Zukunft hinbekomme. In strukturschwachen Regionen werde es immer schwieriger, ein flächendeckendes Ärztenetz aufrechtzuerhalten. Die Gesellschaft werde immer älter, und immer mehr Menschen lebten allein. Sie hätten im Krankheitsfall niemanden, der sich ihrer annehme und sie zu ihrem Hausarzt bringe.

„Die Telemedizin ist im Kommen und kann eine wichtige Rolle bei der Schließung von Versorgungslücken spielen“, gibt sich Schmeing zuversichtlich und verweist auf Staaten wie die Schweiz und die USA, in denen man in diesem Bereich „deutlich weiter“ sei. Ihre Möglichkeiten zeigen sich gerade in diesen Tagen.

Dennoch sei der Ausbruch der Corona-Pandemie nicht ausschlaggebend für die Einführung der digitalen Sprechstunde bei der Süddeutschen Krankenversicherung gewesen. Man habe im Sinne der Mitglieder das Dienstleistungsangebot um digitale Angebote ausweiten wollen, „um unseren Kunden zusätzliche Mehrwerte zu bieten“, so Schmeing.

Die SDK habe bereits vor Ausbruch des Coronavirus und unabhängig davon Wert auf die Ergänzung ihrer Wertschöpfungskette um digitale Services gelegt. „Das Hinzukommen einer App für den digitalen Arztbesuch war da nur ein weiterer konsequenter Schritt.“ Sie stelle ein zusätzliches Angebot dar, die Möglichkeit, per Telefon oder Videotelefonie mit dem Arzt zu reden. Es handle sich keinesfalls um eine Konkurrenz, sondern um eine Erweiterung des Systems der klassischen Hausärzte.

Um keine Vorbehalte aufkommen zu lassen, sei allerdings höchste Qualität gefragt. Um nicht einfach nur einen neuen, digitalen Service zu bieten, müsse bei der Auswahl des Anbieters der Dienstleistung sorgfältig auf eine Vielzahl von Qualitätskriterien geschaut werden. Einen diesen Ansprüchen entsprechenden Partner habe man mit dem Schweizer Unternehmen „Medgate“ gefunden.

„Medgate Deutschland“ arbeite bereits mit der Barmenia und der Versicherungskammer Bayern zusammen. Es handle sich um eines der größten ärztlichen telemedizinischen Zentren Europas und verfüge über fest angestellte und spezifisch in der Telemedizin ausgebildete Ärztinnen und Ärzte. Über seine deutsche Tochtergesellschaft biete Medgate ein weltweit organisiertes Netzwerk deutschsprachiger Ärzte, das rund um die Uhr zur Verfügung stehe.

Die App könne problemlos heruntergeladen werden. Die Registrierung sei einfach und unkompliziert, der Nutzer könne im Anschluss daran direkt loslegen und seinen Termin bis zu 48 Stunden im Voraus buchen, auch nachts und an Wochenenden, indem er den Zeitpunkt für die Sprechstunde auswählt und die Symptome angibt, die er aufweist.

Die Ärzte von Medgate würden die Kunden zum vereinbarten Termin kontaktieren, die Sprechstunde erfolge dann per Telefon oder per Video. „Wenn ich als Kind mit Schnupfen und Fieber im Bett lag, dann musste ich mich nicht in die Arztpraxis quälen. Es vermittelte mir ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit, wenn unser Arzt zum Hausbesuch an mein Krankenbett kam.“ Heute, in unserem digitalisierten Alltag, stelle die Telemedizin die konsequente Fortschreibung des Hausbesuchs dar, betont Schmeing.

Mit einer neuen App bietet die Süddeutsche Krankenversicherung ihren Mitgliedern seit Oktober einen Zugang zur Videosprechstunde. Die Idee: sich jederzeit, rund um die Uhr und im Notfall, rechtzeitig ärztlichen Rat einzuholen, sich bei Bedarf ein Rezept ausstellen zu lassen, eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, eine Empfehlung, welcher Facharzt kontaktiert werden muss.

„Telemedizin bietet sehr gute Chancen, um im Gesundheitswesen Versorgungslücken zu schließen oder bestehende

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