Rems-Murr-Kreis

FFP2-Masken nicht einfach immer wieder tragen: Der Haken- und der Kochtopf-Trick

Coronamasken
Eine perfekte Lösung, um die Masken eine Woche lang abhängen zu lassen. © Gaby Schneider

Fahrgäste dürfen nur noch mit FFP2-Maske Busse und Bahnen betreten. Diese neue Regel gilt von Freitag dieser Woche an. In der Gastronomie, im Einzelhandel und in anderen öffentlich zugänglichen Innenräumen müssen alle Personen ab 18 schon seit zwei Wochen eine FFP2-Maske tragen oder einen Mund-Nasen-Schutz, der eine vergleichbar hohe Schutzwirkung hat. Das trifft auf Masken mit folgenden Standards zu, erkennbar am Aufdruck auf der Maske: KN95-/N95-/KF94-/KF95.

Weshalb die FFP2-Maskenpflicht bisher im öffentlichen Nahverkehr nicht galt, hat mit Zuständigkeiten zu tun: Eigentlich müsste sich der Bund darum kümmern. Das ist bisher nicht geschehen, weshalb Baden-Württemberg nun, wie schon andere Bundesländer davor, die Pflicht von sich aus auf den öffentlichen Nahverkehr ausdehnt.

Wer sich bisher noch nicht mit FFP2-Masken eingedeckt hat, sollte das aus ganz anderen Gründen nachholen: Die Maske sollte nur dann erneut getragen werden, wenn sie eine Woche lang ausgelüftet worden ist oder ein Bad in kochendem Wasser genossen hat.

Wie man mittels „Hakensystem“ korrektes Durchwechseln managt und weshalb die Maske vor dem Abkochen in einen geeigneten Beutel gehört – das erklären die Expert/-innen vom Forschungsprojekt „Wiederverwendung von FFP2-Masken“. Die FH Münster und die Westfälische Wilhelms-Universität Münster hatten schon vor einiger Zeit ein Team beauftragt, Antworten zu finden: Was muss man beachten, wenn man eine FFP2-Maske mehrfach tragen will? Denn kaum jemand wird die Maske nach jedem Gebrauch wegwerfen und eine neue kaufen wollen – was auch gar nicht nötig ist. Hier die Ergebnisse der Forscher/-innen:

Wieso soll man die FFP2-Maske nicht einfach mehrfach tragen?

Wer eine Maske trägt, hinterlässt darin Erreger aus der Nasen-, Rachen- und Hautflora. Das lässt sich nicht vermeiden. Sollten sich gar Sars-CoV-2 Erreger auf der Maske niedergelassen haben, setzt man sich diesen immer wieder aus, sofern man dieselbe Maske immer wieder benutzt. Zumal die Erreger ziemlich hartnäckig sind: Selbst wenn man die Maske gut eine Stunde lang bei einer Temperatur von 70 Grad lagert, sind in der Maske haftende Sars-CoV-2-Erreger immer noch infektiös, schreibt das Forscher/-innen-Team: Erst bei 80 Grad trockener Hitze und erst nach 60 Minuten seien keine infektiösen Sars-CoV-2-Erreger mehr nachweisbar. Ist die Maske bei Zimmertemperatur gelagert, nimmt die Infektiosität erst nach mehreren Tagen deutlich ab.

Was also tun?

Es gibt mehrere Möglichkeiten – etwa die Hakenlösung (siehe Foto): Man befestige die an einem Montag getragene Maske an einem für den Wochentag Montag reservierten Haken – und nutze sie erst am nächsten Montag wieder. Das Verfahren läuft selbstredend an allen anderen Wochentagen genauso ab. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass eine getragene Maske sieben Tage bei Raumluft durchtrocknen kann. Die Empfehlung lautet, das Wochen-Trocknungs-Prozedere maximal fünfmal zu wiederholen – danach gehören die Masken in den Müll.

Selbstverständlich sollte immer nur ein- und dieselbe Person die Masken aus einer Wochen-Reihe tragen. Sprich: In einer Familie sind mehrere Hakensysteme nötig, die man besser in gebührendem Abstand voneinander aufhängt. Wer seine Wand nicht mit Haken völlig durchlöchern will, kann wahlweise eine Wäscheleine nutzen, das funktioniert auch.

Gibt’s noch andere Methoden?

Ja – sehr heiße. Unter der Überschrift „Kochen im Kochtopf“ beschreibt das Team, wie’s funktioniert: erst die Maske einen Tag bei Raumluft trocknen. Dann die Maske in einen Gefrier- und Kochbeutel stecken, der hitzebeständig sein muss und per Zipper oder Clip verschließbar ist. Der Beutel soll zehn Minuten im Topf in kochendem Wasser blubbern. Danach sind selbst die hartnäckigsten Viren erledigt. Die Forscher/-innengruppe rät zum Beutel, weil dadurch das Material geschont wird und die Funktion der Maske erhalten bleibt.

Weniger praktikabel, da langwieriger und stromfressender, ist folgende Methode: die Maske erst einen Tag lang trocknen lassen, dann auf ein Backofengitter legen und sie eine Stunde lang im zuvor auf 80 Grad Ober-/Unterhitze vorgeheizten Backofen liegen lassen. Man kann auf diese Weise mehrere Masken gleichzeitig behandeln. Fünfmal halten FFP2-Masken eine Behandlung dieser Art durch – danach gehören sie in den Hausmüll.

Werden Masken verschiedener Besitzer/-innen gleichzeitig der Hitze ausgesetzt, sollte man sie vorher etwa an den Haltebändern kennzeichnen – damit hinterher die Masken wieder auf denselben Nasen landen.

Wovon wird abgeraten?

Die Masken nicht in die Spül- oder Waschmaschine werfen, nicht in der Mikrowelle behandeln (Metallbügel!) und nicht mit Desinfektionsmitteln behandeln.

Fahrgäste dürfen nur noch mit FFP2-Maske Busse und Bahnen betreten. Diese neue Regel gilt von Freitag dieser Woche an. In der Gastronomie, im Einzelhandel und in anderen öffentlich zugänglichen Innenräumen müssen alle Personen ab 18 schon seit zwei Wochen eine FFP2-Maske tragen oder einen Mund-Nasen-Schutz, der eine vergleichbar hohe Schutzwirkung hat. Das trifft auf Masken mit folgenden Standards zu, erkennbar am Aufdruck auf der Maske: KN95-/N95-/KF94-/KF95.

Weshalb die

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