Rems-Murr-Kreis

FFP2-Maskenpflicht: Worauf zu achten ist und wie man gut Luft bekommt

Maskenpflicht
Symbolfoto. © Alexandra Palmizi

Die FFP2-Maskenpflicht gilt seit diesem Mittwoch, 12. Januar, in Baden-Württemberg – aber nicht immer und nicht für alle. Details dazu und zur Frage, unter welchen FFP2-Masken man vergleichsweise besser Luft bekommt, klären wir hier. Die Informationen stammen aus diesen Quellen: Sozialministerium Baden-Württemberg, Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Stiftung Warentest.

Wo muss man eine FFP2-Maske tragen, wo reicht eine medizinische Maske?

In Bussen und Bahnen reicht weiterhin eine medizinische Maske. Davon abgesehen müssen alle Bürger/-innen ab 18 Jahren jetzt überall dort, wo Maskenpflicht herrscht, mit einer FFP2-Maske ausgestattet sein – also beim Einkaufen, in der Gastronomie, im Theater – kurzum: in allen öffentlich zugänglichen Innenräumen. Masken nach den Standards KN95-/N95-/KF94-/KF95 (siehe Aufdrucke auf der Maske) gelten als gleichwertig zu FFP2.

Müssen Beschäftigte am Arbeitsplatz auch eine FFP2-Maske tragen?

Nicht grundsätzlich. Es hängt etwa davon ab, ob die Abstände eingehalten werden können. Arbeitgeber beurteilen die Gefährdungslage im Unternehmen und erstellen entsprechend ein Hygienekonzept, so ist es in der Sars-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung des Bundes geregelt. Sind Masken erforderlich und/oder FFP2-Masken nötig, muss der Arbeitgeber sie zur Verfügung stellen. Am besten tragen Arbeitnehmer/-innen im Betrieb die Masken, die ihr Arbeitgeber bereitstellt, dann sind sie auf der sicheren Seite. Welche Atemschutzmasken in Betrieben und anderen Arbeitsstätten nutzbar sind, ist in der Arbeitsschutzverordnung sehr detailliert geregelt. Darum müssen sich Beschäftigte aber nicht selbst kümmern.

Welche Ausnahmen von der Maskenpflicht gibt es?

Von der Maskenpflicht ausgenommen sind Kinder bis einschließlich fünf Jahre und Personen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen können und einen ärztlichen Nachweis haben. Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sechs und 17 Jahren müssen zwar eine Maske tragen, es reicht aber eine medizinische Maske; für sie gilt die neue FFP2-Maskenpflicht nicht. In der Gastronomie und in Kantinen darf man am Tisch die Maske abnehmen, weil Essen und Trinken anders nicht geht. Bei privaten Treffen herrscht keine Maskenpflicht.

Warum gilt jetzt plötzlich eine FFP2-Maskenpflicht?

Das hat mit Omikron, mit der höheren Schutzwirkung dieser Masken und mit der Jahreszeit zu tun. In der kalten Jahreszeit herrscht in vielen Innenräumen eine niedrige Luftfeuchtigkeit, so dass die Aerosole noch weiter verbreitet werden. Eine FFP2-Maske schützt auch vor Aerosolen. Menschen stoßen diese etwa beim Sprechen in hoher Konzentration aus.

Die einfacheren und weniger schützenden medizinischen Masken, auch OP-Masken genannt, sind vor allem für den Fremdschutz geeignet. Sie schützen den Träger, die Trägerin selbst nur sehr eingeschränkt – zumindest etwas mehr, je fester sie sitzen.

Weil die Omikron-Variante sich sehr schnell ausbreitet und ansteckender ist als vorherige Varianten, hat man sich nun für die FFP2-Maskenpflicht entschieden. „Wer seine Gesundheit und die seiner Mitmenschen liebt, trägt überall eine FFP2-Maske“, findet der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Jochen Haußmann aus Kernen. Er zitiert aus einer Studie des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen, wonach das maximale Ansteckungsrisiko nach 20 Minuten selbst auf kürzeste Distanz bei einer Begegnung mit einer infizierten Person kaum mehr als ein Promille betrage – allerdings nur, wenn beide Personen eine FFP2-Maske tragen, die richtig sitzt.

Wie sitzt die Maske richtig?

Die Maske muss rundherum eng an der Haut anliegen, damit möglichst wenig Luft an der Maske vorbeigeatmet wird. Den Drathbügel sollte man gut über den Nasenrücken drücken. Sofern die Maske nicht richtig dicht sitzt und sie nicht gut über dem Nasenrücken anliegt, sinkt die Schutzwirkung deutlich.

Ein Anzeichen dafür, dass die Maske gut passt, ist dieses: Beim Ausatmen bläht sie sich auf, beim Einatmen zieht sie sich zusammen.

Auch wichtig: Vor dem Anlegen der Maske gründlich die Hände waschen.

Was tun, wenn man schlecht Luft bekommt unter der FFP2-Maske?

Es gibt Unterschiede zwischen FFP2-Masken. Am besten testet man FFP2-Masken verschiedener Hersteller – und merkt schnell, mit welcher man sich am wohlsten fühlt. Das Wichtigste ist, dass die Maske gut sitzt und nicht zu weit ist. Manche bieten einen höheren „Atemkomfort“, wie es die Stiftung Warentest nennt – bei anderen tut man sich mit dem Atmen schwerer. Nach einem Test von 20 FFP2-Masken im Sommer klassifizierte die Stiftung Warentest folgende sieben Masken als wenig geeignet, weil sie einen geringen Atemkomfort aufwiesen: Kingfa, Leikang, Mea Vita, Taidakang, Hygisun, Mivolis von dm und Altapharma von Rossmann (Infos dazu, welche Modelle ganz genau getestet wurden, sind auf den Internetseiten der Stiftung Warentest zu finden.)

Welche FFP2-Masken sind die besten?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Menschen empfinden die Masken unterschiedlich; manche klagen bereits nach fünf Minuten über Kopfschmerzen, andere gewöhnen sich schnell daran, die Maske länger zu tragen – und sehr viele müssen das im Beruf ohnehin.

Die wichtigsten Ergebnisse der Stiftung Warentest zum Test von 20 Masken: Rundum empfehlenswert seien die 3M Aura 9320+ (aus einem vorherigen Test) sowie die getesteten Modelle von Lindenpartner, Moldex und Uvex. Alle vier schützen laut der Stiftung Warentest „sehr gut vor Aerosolen, bieten genug Atemkomfort, überzeugen in Passform und Dichtigkeit und schneiden unauffällig in der Schadstoffprüfung ab“. Die Masken stammen von Anbietern, die auf Arbeits- und Atemschutzprodukte spezialisiert sind, heißt es in einer Mitteilung der Stiftung Warentest weiter.

Die innere Einstellung spielt auch eine Rolle: Wer dauernd denkt, Hilfe, ich kriege keine Luft, leidet mehr.

Was bedeutet überhaupt „FFP“?

Der Name FFP ist eine Abkürzung, die sich aus dem englischen Namen der Masken „Filtering Face Piece“ ergibt, zu Deutsch: partikelfiltrierender Atemschutz.

Die FFP2-Maskenpflicht gilt seit diesem Mittwoch, 12. Januar, in Baden-Württemberg – aber nicht immer und nicht für alle. Details dazu und zur Frage, unter welchen FFP2-Masken man vergleichsweise besser Luft bekommt, klären wir hier. Die Informationen stammen aus diesen Quellen: Sozialministerium Baden-Württemberg, Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Stiftung Warentest.

Wo muss man eine FFP2-Maske tragen, wo reicht eine medizinische Maske?

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