Rems-Murr-Kreis

Fröbelschule Schorndorf: FSJler werden dringend gesucht

JFSJFroebelschule
Sascha Nunes da Silva ist Konrektor der Fröbelschule Schorndorf, Pia Maier und Anja Engmann (von links) machen dort ein FSJ. © Gaby Schneider

Die jungen Menschen, die im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahrs (FSJ) oder Bundesfreiwilligendiensts (BFD) beispielsweise in Kitas, Schulen, Krankenhäusern oder auch kulturellen Einrichtungen ein Jahr lang arbeiten, sind in vielen Institutionen eine wichtige Stütze.

„Wir können unserer Arbeit ohne die FSJler kaum nachgehen“, sagt Sascha Nunes da Silva, Konrektor der Fröbelschule Schorndorf. Die Kräfte trügen entscheidend zur Qualität des Unterrichts bei, auch weil die Schule unter Lehrermangel leide. Die FSJler unterstützen die Lehrer im Unterricht und entlasten die Lehrkräfte vor allem auch durch ihren Einsatz in der sogenannten Förderpflege. Dazu gehört beispielsweise, die teilweise sehr komplex beeinträchtigten Schülerinnen und Schüler zu wickeln oder auf die Toilette zu begleiten.

Interesse am Freiwilligen Sozialen Jahr sinkt

Für das kommende Schuljahr ist es Sascha Nunes da Silva deshalb momentan äußerst bang. Denn von den neun FSJ-Stellen an der Fröbelschule sind vier derzeit noch nicht besetzt und es sind nur noch wenige Wochen bis zu den Sommerferien. Noch im vorletzten Jahr seien bereits im Februar alle Stellen besetzt gewesen, berichtet der stellvertretende Schulleiter. Woran das genau liege, darüber kann er nur spekulieren. Sein Eindruck: „Das grundsätzliche Interesse sinkt. Viele scheinen die Möglichkeiten zu nutzen, wieder reisen zu können, oder gehen lieber direkt ins Studium.“ Trotzdem hofft er, auf den letzten Drücker noch Bewerbungen zu erhalten und alle Stellen besetzen zu können. „Wir versuchen zurzeit, auf verschiedenen Wegen Werbung zu machen, und hoffen, dass sich noch junge Menschen bewerben.“

Das kann klappen, berichtet Silke Lang, die Rektorin der Fröbelschule Fellbach. Auch ihr war bis vor kurzem noch angst und bange vor dem kommenden Schuljahr. Denn die Schule wächst rasant. Vier Klassen mehr als in diesem Schuljahr wird es im nächsten Schuljahr geben. Weil der Schulbetrieb ohne FSJ- und BFDler fast nicht möglich ist, wurde die Zahl der Stellen sogar um zwei erhöht. Bis vor kurzem fehlten jedoch auch in Fellbach die Bewerber. „Früher konnten wir auswählen, wen wir nehmen, heute muss man froh sein, überhaupt jemanden zu finden.“

Inzwischen jedoch ist Lang optimistisch, alle schuleigenen Stellen in den kommenden Tagen besetzen zu können. Denn die Posts in sozialen Netzwerken, die Mund-zu-Mund-Propaganda und ein Zeitungsartikel haben doch noch einige Bewerbungen an die Schule gebracht. Dennoch bleibt die Situation angespannt. „Auch die Awo, über die wir weitere FSJler als Eingliederungshelfer bekommen, sucht händeringend.“

Awo: Nachfrage je nach Region und Bereich unterschiedlich

Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) erklärt dazu auf Nachfrage unserer Redaktion, dass die Entwicklung der Nachfrage nach FSJ/BFD-Plätzen nach Bundesländern beziehungsweise Regionen sowie nach Einsatzfeldern sehr unterschiedlich sei. „Es gab in den letzten zwei Jahren auf ganz Deutschland bezogen verschiedene Tendenzen. Zum Teil haben junge Menschen vermehrt ein FSJ bzw. einen BFD im Inland nachgefragt, weil Auslandsangebote nicht möglich waren oder sie nicht unter Online-Bedingungen mit dem Studium starten wollten. Andere Träger berichten von einem Rückgang der Bewerbungen in der Corona-Zeit“, erklärt eine Sprecherin. Die Gründe dafür seien vermutlich divers.

Der Awo-Bezirksverband Württemberg, der der zuständige Träger im Rems-Murr-Kreis ist, habe in den letzten Jahren keine signifikante Veränderung der Bewerber- und Bewerberinnenzahlen festgestellt. Für den kommenden Jahrgang 2022/23 lasse sich noch keine Tendenz erkennen, da die Bewerbungszeit gerade erst gestartet ist, so die Sprecherin.

Info

Wer Interesse an einem Freiwilligen Sozialen Jahr an der Fröbelschule Schorndorf hat, wendet sich am besten direkt an die Schule (E-Mail: ssl@froebel-schorndorf.schule.bwl.de,07181/977 140).

Die jungen Menschen, die im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahrs (FSJ) oder Bundesfreiwilligendiensts (BFD) beispielsweise in Kitas, Schulen, Krankenhäusern oder auch kulturellen Einrichtungen ein Jahr lang arbeiten, sind in vielen Institutionen eine wichtige Stütze.

„Wir können unserer Arbeit ohne die FSJler kaum nachgehen“, sagt Sascha Nunes da Silva, Konrektor der Fröbelschule Schorndorf. Die Kräfte trügen entscheidend zur Qualität des Unterrichts bei, auch weil die Schule unter

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