Rems-Murr-Kreis

Gerettet: Hauptschulabschluss dank Berufsschule im Rems-Murr-Kreis

Grafenbergschule
Die Grafenbergschule in der Schorndorfer Grabenstraße 20 ist eine von mehreren beruflichen Schulen im Rems-Murr-Kreis. © Pressebild

Karrieresprungbrett Berufsschule? Kommt vor und ist erwünscht: 52.923 junge Menschen haben zuletzt auf dem beruflichen Bildungsweg bundesweit die Hochschulreife erworben, sprich das Abitur gemacht. Von denen kamen 619 aus dem Rems-Murr-Kreis. Was aber wichtiger ist: 319 Jugendliche verließen bei uns im Rems-Murr-Kreis die Berufsschule mit einem Hauptschulabschluss und bügelten damit meist eine Lücke aus, die sie aus dem allgemeinen Schulwesen mitbrachten.

Insgesamt schlossen im ersten Corona-Jahr 2020 im Kreis 1.678 Menschen ihre Ausbildung im beruflichen Schulwesen erfolgreich ab, wie aus den aktuellen Daten der Regionaldatenbank Genesis der statistischen Ämter hervorgeht: 764 Absolventen waren weiblich, 914 waren männlich. Im Schuljahr davor waren es insgesamt 1.845. Die Zahl der Absolventen ging also zurück.

Berufliche Schulen: Eine deutsche Besonderheit, die Lebenswege rettet

Dass Lebenswege über das berufliche Schulwesen führen können, ist erwünscht und eine deutsche Besonderheit, weil das berufliche Bildungswesen weltweit schon eine Besonderheit ist: ‘’Die beruflichen Schulen leisten mit ihren vollzeitschulischen Angeboten einen wichtigen Beitrag zur Durchlässigkeit im Bildungssystem und zur Chancengleichheit.

Mit den Möglichkeiten zum Erwerb einer Studierfähigkeit (Fachhochschulreife, Fachgebundene oder Allgemeine Hochschulreife) werden anschlussfähige Übergänge in den Hochschulbereich hergestellt“, sagt die Kultusministerkonferenz dazu. ‘’Die Länder und die Kultusministerkonferenz leisten im beruflichen Schulwesen ihren Beitrag zur ständigen Anpassung und Weiterentwicklung der Bildungsprozesse. Die Berufsbildung ist ein Schlüssel zur persönlichen Entwicklung sowie zur Teilhabe im Arbeitsleben und in der Gesellschaft. Sie trägt maßgeblich zur Beschäftigungs- und Wettbewerbsfähigkeit bei.“

Zwei Möglichkeiten, um zu Schulabschlüssen zu kommen

Das deutsche System der beruflichen Bildung mit der dualen Berufsausbildung einerseits und den vollzeitschulischen Angeboten andererseits bietet zwei Möglichkeiten, zu Abschlüssen zu kommen. In Zahlen ausgedrückt sieht das im Rems-Murr-Kreis beispielsweise so aus: Im jüngsten erfassten Absolventenjahrgang schafften im Rems-Murr-Kreis 319 den Hauptschulabschluss: 86 oder 26,96 Prozent davon waren weiblich, 233 männlich.

257 schafften die Mittlere Reife: 111 oder 43,19 Prozent davon waren weiblich, 146 männlich. Mit Fachhochschulreife schlossen 483 Absolventen den beruflichen Schulweg ab. 234 oder 48,45 Prozent davon waren weiblich, 249 männlich.

Freie Bahn zur Uni hatten dank Abitur 619 Absolventinnen und Absolventen: 333 oder 53,80 Prozent davon waren weiblich, 286 männlich. Abiturienten sind allerdings nicht die Sorgenkinder der Nation: Deswegen sind erfolgreiche Hauptschulabschlüsse oder die Mittlere Reife bei der Zielgruppe wichtiger. Denn ohne diese ist kein Einstieg in eine Lehre möglich. Und Hilfsarbeiter ist nicht unbedingt ein Traumjob, ‘’Karriere mit Lehre’’ (Kfz-Gewerbe-Slogan) bietet mehr Perspektiven. Zumal Fachkräftemangel für die nächsten Jahre ein Thema bleibt.

Karrieresprungbrett Berufsschule? Kommt vor und ist erwünscht: 52.923 junge Menschen haben zuletzt auf dem beruflichen Bildungsweg bundesweit die Hochschulreife erworben, sprich das Abitur gemacht. Von denen kamen 619 aus dem Rems-Murr-Kreis. Was aber wichtiger ist: 319 Jugendliche verließen bei uns im Rems-Murr-Kreis die Berufsschule mit einem Hauptschulabschluss und bügelten damit meist eine Lücke aus, die sie aus dem allgemeinen Schulwesen mitbrachten.

Insgesamt schlossen im ersten

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