Rems-Murr-Kreis

Gewerkschaft GEW Rems-Murr: Zu wenige Lehrerstellen, Unterricht wird ausfallen

SymbolfotoKlassenzimmer
Die Bildungsgewerkschaft GEW rechnet mit vielen Unterrichtsausfällen im Schuljahr 2023/2024. © Gaby Schneider

Die Schule beginnt am Montag, 12. September, wieder. Unterrichtsausfall werde schon zu Beginn des neuen Schuljahres ein Thema, warnt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Rems-Murr in einer Pressemitteilung: „Bereits am ersten Schultag am 12. September müssen sich Schülerinnen, Schüler und ihre Eltern auf Unterrichtsausfall einstellen. Fast alle Schularten werden im Schuljahr 2022/2023 zu wenig Lehrkräfte haben, um den Pflichtunterricht sicherzustellen.“ Die Bildungsgewerkschaft erwartet von der Landesregierung nachhaltige Investitionen.

Besonders ärgerlich sei, dass die Situation im Unterschied zu Krisen wie der Corona-Pandemie und dem Krieg in der Ukraine vorhersehbar gewesen sei. „Hätte die Landesregierung von 2012 bis 2015 die vorliegenden Zahlen des Statistischen Landesamtes ernst genommen und sofort ausreichend Studienplätze geschaffen, könnten jetzt zum Schuljahresbeginn alle Stellen besetzt werden“, heißt es in der Pressemitteilung. Die Gewerkschaft erwarte, dass die grün-schwarze Landesregierung mit den notwendigen Investitionen im nächsten Landeshaushalt reagiere.

„Wenn Danyal Bayaz meint, mit 700 Stellen, davon 500 für Lehrkräfte, seien die Schulen auf Mega-Projekte wie den Ganztagsausbau, Sprachförderung, Integration Geflüchteter und die steigenden Schülerinnen- und Schülerzahlen vorbereitet, dann ist er kein seriöser Finanzminister, sondern macht unser Land durch das Starren auf die Schuldenbremse nicht fit für die Zukunft“, sagte am Samstag Michael Stoeß, Kreisvorsitzender der GEW im Rems-Murr-Kreis. Die Landesregierung hatte sich vor einigen Tagen im Doppelhaushalt 2023/2024 auf die Schaffung von 500 neuen Lehrerstellen geeinigt.

Bessere Bedingungen für Lehrer

Die Bildungsgewerkschaft GEW erwartet zusätzlich zu diesen 500 Stellen kurz- und mittelfristige Maßnahmen von der Landesregierung. Bereits im nächsten Landeshaushalt solle der Stufenplan zum Ausbau der ständigen Vertretungsreserve mit 200 neuen Stellen pro Jahr wieder aufgenommen werden. Die Reserve sei mit 1945 Stellen bei geschätzten gut 5000 bis 7000 dauerhaften Ausfällen schon vor der Pandemie viel zu gering gewesen. Die Reserve ist laut GEW meist bereits am ersten Schultag verplant, so dass jeder weitere Ausfall bedeute, dass Klassen zusammengelegt werden müssen oder Unterricht ausfällt. Zu den kurzfristigen Maßnahmen zählt die GEW auch die Bezahlung der Sommerferien für die knapp 4000 befristet Beschäftigten.

Die GEW geht außerdem davon aus, dass im nächsten Herbst/Winter etwa 30 000 geflüchtete Kinder und Jugendliche die Schulen besuchen werden. Das seien mehr geflüchtete Schülerinnen und Schüler als im Schuljahr 2015/2016. „Es rächt sich, dass in den vergangenen Jahren die Lehrkräfte der Vorbereitungsklassen nicht dauerhaft eingestellt und qualifiziert wurden“, sagte Stoeß. Die Neueinsteigerinnen und Neueinsteiger brauchen laut GEW sofort ein ausreichendes Angebot an Fortbildungen und Qualifizierungsmaßnahmen, etwa in den Bereichen Deutsch als Fremdsprache und Deutsch als Zweitsprache sowie Traumapädagogik.

Quereinstieg in den Lehrerberuf erleichtern

Einen Stufenplan schlägt die Gewerkschaft auch für die Grundschulen vor. „Die Grundschulen sind die einzige Schulart im Südwesten, die keine einzige weitere Stunde für zusätzliche Angebote und Förderunterricht erhalten“, heißt es in der Pressemitteilung. Die GEW schlägt deshalb einen Stufenplan vor, bei dem die Grundschulen mit Förderstunden in der sogenannten Pflichtstundentafel ausgestattet werden. 2023 soll nach diesem Vorschlag mit jährlich drei Stunden gestartet werden, das Ziel sind zwölf Stunden pro Zug.

Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, schlägt die GEW kurzfristig vor, durch eine Erhöhung der Altersermäßigung zu erreichen, dass Lehrkräfte länger arbeiten können. Mit Qualifizierungsprogrammen soll der Quereinstieg besser möglich werden. Auch das müsse im nächsten Doppelhaushalt Berücksichtigung finden.

In der Inklusion fehlen Fachkräfte

Bei der Einstellung neuer Lehrkräfte gibt es laut GEW große regionale Unterschiede. Viele Bewerber bewerben sich nicht landesweit, sondern nur in ihren Wunschregionen. Speziell in ländlichen Regionen gebe es kaum Interessenten. Besonders an den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) und in der Inklusion fehlen immer mehr Lehrkräfte. „An den SBBZ kann der Pflichtunterricht an vielen Schulen nur teilweise stattfinden. Schülerinnen und Schüler mit Behinderung werden nach Hause geschickt, was ihre Bildungschancen beeinträchtigt und die Familien belastet”, sagte Stoeß. Auch viele Berufliche Schulen, Grundschulen und Schulen der Sekundarstufe 1 starten ins neue Schuljahr mit zu wenig Personal.

Die Schule beginnt am Montag, 12. September, wieder. Unterrichtsausfall werde schon zu Beginn des neuen Schuljahres ein Thema, warnt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Rems-Murr in einer Pressemitteilung: „Bereits am ersten Schultag am 12. September müssen sich Schülerinnen, Schüler und ihre Eltern auf Unterrichtsausfall einstellen. Fast alle Schularten werden im Schuljahr 2022/2023 zu wenig Lehrkräfte haben, um den Pflichtunterricht sicherzustellen.“ Die Bildungsgewerkschaft

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