Rems-Murr-Kreis

Glimpfliches Urteil für jugendlichen Axt-Schläger aus Großerlach

Landgericht
Gerichstssaal im Landgericht Stuttgart. © ALEXANDRA PALMIZI

Zwei Jahre Jugendstrafe auf Bewährung für Schläge mit der Axt – ein 17-Jähriger muss in einer stationären Jugendhilfeeinrichtung bleiben und dort eine Ausbildung machen: Eine durchaus unerwartete Wendung nahm der Landgerichtsprozess um einen aufsehenerregenden Kriminalfall in Großerlach.

Vor der Jugendkammer des Stuttgarter Landgerichts war die Sache als versuchter Mord angeklagt, doch übrig blieb am Ende gefährliche Körperverletzung und Besitz einer verbotenen Waffe: Es war eine Axt, mit welcher der Jugendliche einen, den er kannte, in einem Wald bei Großerlach auf den Kopf geschlagen hat.

Angeklagter erst 17 - Prozess ohne Zuhörer

Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weil der Angeklagte erst 17 Jahre alt und damit noch Jugendlicher war. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft legte ihm versuchten Mord in einem Wald bei Großerlach zur Last. Dorthin, so der Anklagevorwurf, habe der 17-Jährige am 31. Oktober vergangenen Jahres einen ihm Bekannten gelockt und mit dem stumpfen Ende der Axt wuchtig auf dessen Hinterkopf eingeschlagen, um ihn zu töten. Das Opfer wurde glücklicherweise nicht richtig getroffen und überlebte den vermeintlichen Mordversuch mit Kopfplatzwunden.

Nach vier Verhandlungstagen erging jetzt – wieder unter Ausschluss der Öffentlichkeit – das Urteil. Der 17-Jährige bekam wegen gefährlicher Körperverletzung und Besitzes einer verbotenen Waffe eine Einheitsjugendstrafe von zwei Jahren. Ins Jugendgefängnis muss er nicht, denn die Freiheitsstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Psychiatrischer Sachverständiger spielte Schlüsselrolle

Bei den Bewährungsauflagen entsprach die Jugendkammer nach Informationen des Pressesprechers am Landgericht, Richter Dr. Johannes Steinbach, den Empfehlungen eines vom Gericht hinzugezogenen psychiatrischen Sachverständigen. Der schuldig gesprochene Jugendliche muss unter anderem in der stationären Jugendhilfeeinrichtung bleiben, wo er derzeit lebt, beim dortigen Berufsbildungswerk eine Ausbildung machen und sich psychotherapeutisch behandeln lassen.

Zwei Jahre Jugendstrafe auf Bewährung für Schläge mit der Axt – ein 17-Jähriger muss in einer stationären Jugendhilfeeinrichtung bleiben und dort eine Ausbildung machen: Eine durchaus unerwartete Wendung nahm der Landgerichtsprozess um einen aufsehenerregenden Kriminalfall in Großerlach.

Vor der Jugendkammer des Stuttgarter Landgerichts war die Sache als versuchter Mord angeklagt, doch übrig blieb am Ende gefährliche Körperverletzung und Besitz einer verbotenen Waffe: Es war eine Axt,

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