Rems-Murr-Kreis

Gutachter: Winnender Räuber wegen Drogen nicht vermindert schuldfähig

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Symbolbild. © ZVW/Alexandra Palmizi

Im Prozess gegen den Geldräuber von Winnenden kommt vor dem Stuttgarter Landgericht einem psychiatrischen Gutachten zufolge eine Einweisung in eine Drogen-Entziehungsanstalt in Betracht. Diese steht und fällt jedoch mit dem ausländerrechtlichen Status des serbischen Staatsangehörigen, der wegen Straftaten schon einmal abgeschoben war und illegal wieder eingereist ist. Seit Aufenthaltsstatus in Deutschland: Er wird momentan geduldet.

Den Kunden der Volksbank Winnenden, den der 23-Jährige am Nachmittag des 4. Oktober 2019 zu Fuß bis zu dessen Wohnung in die Alfred-Kärcher-Straße verfolgt und ihm dort unter Vorhalt eines Messers 6000 Euro geraubt haben soll, will das Gericht am Dienstag, 12. Oktober, hören. Der damals 74-Jährige wird als letzter Zeuge gehört. Am zweiten Verhandlungstag, als Polizeibeamte in den Zeugenstand traten, erstattete auch ein Gerichtspsychiater sein Gutachten über den Angeklagten, den Frankreich nach dessen Abtauchen an Deutschland ausgeliefert hat und dessen Cannabis- und Kokain-Konsum für eine verminderte oder gar völlige Schuldunfähigkeit nicht ausreiche.

Gesicht deutlich zu erkennen

Am zweiten Verhandlungstag ließ die Vorsitzende Richterin der 17. Strafkammer, Jasmin Neher-Klein, unter anderem Bilder als Beweismittel gegen den aus der Justizvollzugsanstalt Stammheim vorgeführten Beschuldigten einführen, auf denen dessen Gesicht deutlich zu erkennen ist. Polizeibekannt war er als Straftäter schon länger, wie der Auszug aus dem Bundeszentralregister zeigte. Das Backnanger Jugendgericht hatte mehrmals mit ihm zu tun und brummte ihm gemeinnützige Arbeitsstunden auf. Ausgerechnet in den Backnanger Werkstätten der Paulinenpflege Winnenden, wo der junge Mann Stunden geleistet, aber ein Diensthandy gestohlen hat, fragte er nach der nächsten Verurteilung wieder an, ob er seine Stunden dort absolvieren darf.

Jugendstrafe wegen Körperverletzung

Das Amtsgericht Waiblingen verurteilte ihn wegen Körperverletzung in sechs Fällen zu einem Jahr und neun Monaten Jugendstrafe. Aus den Voreintragungen geht außerdem hervor, dass der 23-Jährige seine Freundin, mit der er ein gemeinsames Kind hat, auf den Straßen in Backnang und Aspach verprügelt hat. Umkleiden in Sporthallen, wo Übungsbetrieb herrschte, waren vor ihm auch nicht sicher. Als die Sportler vom Training zurückkamen, fehlten ihnen einige Male Geldbeutel und Handys.

Im Bauwagen eines in Backnang arbeitenden Bulgaren gelangte der 23-Jährige an dessen Führerschein.

Als nach dem Raubüberfall auf den Volksbank-Kunden in Winnenden Haftbefehl erlassen wurde, war der Gesuchte schon mit dem Zug von Stuttgart nach Straßburg geflüchtet. Zeugen hatten aber eine Personenbeschreibung abgeben können.

Der 23-Jährige hat in Deutschland nur eine Duldung. Aufgewachsen ist der im Kosovo geborene Serbe unter problematischen familiären Umständen in Deutschland, wo er sich nun als Erwachsener für den besonders schweren Raub an dem 74-jährigen Bankkunden verantworten muss.

Auf Fotos aus der Videoüberwachung von der Volksbank ist zu sehen, wie er sein Opfer beobachtet und zwischen Foyer und Kassenraum hin und her geht, damit er seine Beute nicht aus den Augen verliert. Auf der dritten Stufe der Treppe zur Haustür des Opfers passierte es dann: Der Räuber bedrohte das Opfer mit einem Messer und entriss diesem einen Briefumschlag mit den 6000 Euro. Dann zog er dem Opfer das Sparbuch aus der Hosentasche und flüchtete.

Im Prozess gegen den Geldräuber von Winnenden kommt vor dem Stuttgarter Landgericht einem psychiatrischen Gutachten zufolge eine Einweisung in eine Drogen-Entziehungsanstalt in Betracht. Diese steht und fällt jedoch mit dem ausländerrechtlichen Status des serbischen Staatsangehörigen, der wegen Straftaten schon einmal abgeschoben war und illegal wieder eingereist ist. Seit Aufenthaltsstatus in Deutschland: Er wird momentan geduldet.

Den Kunden der Volksbank Winnenden, den der

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