Rems-Murr-Kreis

"Haben uns auch mal ordentlich gefetzt": Landrat Sigel zum Abgang von Marc Nickel bei den Rems-Murr-Klinken

Rems Murr Kliniken PK
Landrat Richard Sigel. © Benjamin Büttner

Landrat Richard Sigel lässt keinen Zweifel daran: Marc Nickel, der nun als Geschäftsführer abtritt, habe sieben Jahre lang sehr erfolgreich für die Rems-Murr-Kliniken gearbeitet. Und auch das lässt Sigel durchblicken: Nickel hat den Chefärzten wohl manche unangenehmen Wahrheiten zugemutet. Das gefällt offenbar nicht jedem.

Ein sehr entschlossenes Lob für Marc Nickels Arbeit

Als Grund für die Trennung beschreibt Sigel „Spannungen“, die auch strukturell bedingt sind: Die Kliniken – nicht nur in Winnenden und Schorndorf, sondern quer durch die Republik – stehen nach der Coronakrise unter großem Druck. Patienten zögern zum Teil immer noch, planbare Operationen, die 2020 und 2021 verschoben wurden, nachzuholen. Diese Einnahmen fehlen. Ob aber Bund und Land deshalb für 2022 noch einmal Rettungsschirme aufspannen, ist derzeit unklar. Sowohl Geschäftsführer als auch Chefärzte werden in einer solchen Lage zu Getriebenen. Und das führte letztlich zu einem Binnenverhältnis, das eine vorbehaltlos offene Zusammenarbeit verunmöglichte.

Sigel sagt glasklar: Er bedaure durchaus, dass die „Zusammenarbeit zu Ende“ gehe. Ja, Nickel sei nicht immer „einfach“, ja, „jeder hat seine Macken“ und ja, „wir beiden haben uns auch mal ordentlich gefetzt.“ Aber letztlich hätten sie sich „hervorragend ergänzt“ – und er habe gemerkt, dass er gemeinsam mit Nickel immer „in eine Richtung arbeiten“ konnte: „das Beste für die Kliniken zu erreichen.“ Hat Nickel also einen guten Job gemacht? „Das würde ich unterschrieben, absolut!“

In der Pflicht sind jetzt auch die Chefärzte

Jetzt sei eine „sehr ausgewogene Lösung“ gefunden, „wir können so weiter voranschreiten.“ Da aber müssten jetzt „alle mitarbeiten, sonst wird’s schwierig.“ Diese Ansage richtet sich auch in Richtung der Chefärzte. Manche von ihnen haben „ein Stück weit Angst vor dem wirtschaftlichen Druck, der auf sie zukommt“ – sie werden steigende Behandlungszahlen vorweisen und sich diesem Druck „stellen müssen“; auch wenn es künftig nicht mehr Marc Nickel ist, der sie daran erinnert.

Außerdem: Nicht nur Nickel habe seine Eigenheiten – auch Chefärzte seien bisweilen „besondere Persönlichkeiten“.

Und noch etwas: „Man macht sich nicht nur Freunde“, wenn man – wie Nickel es offenbar tat – dem einen oder anderen Chefarzt verdeutliche, „wo die Grenzen sind, auch beim eigenen Dazuverdienen“.

Eins sei klar: „Nur, weil den Chefärzten ein Geschäftsführer nicht gefällt, wird er nicht ausgetauscht. Wir sind hier nicht beim Wunschkonzert.“ Grund für die Trennung sei letztlich gewesen, dass für die große Herausforderung, nach Corona wieder auf Hochbetrieb zu kommen, ein „neues Setting“ wohl doch hilfreicher ist.

Siehe auch hier unseren Kommentar zum Abgang von Marc Nickel.

Landrat Richard Sigel lässt keinen Zweifel daran: Marc Nickel, der nun als Geschäftsführer abtritt, habe sieben Jahre lang sehr erfolgreich für die Rems-Murr-Kliniken gearbeitet. Und auch das lässt Sigel durchblicken: Nickel hat den Chefärzten wohl manche unangenehmen Wahrheiten zugemutet. Das gefällt offenbar nicht jedem.

Ein sehr entschlossenes Lob für Marc Nickels Arbeit

Als Grund für die Trennung beschreibt Sigel „Spannungen“, die auch strukturell bedingt sind: Die

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