Rems-Murr-Kreis

Hilfsprojekte und Spenden: So können Sie Menschen in der Ukraine jetzt helfen

Friedensdemo
Solidarität mit der Ukraine zeigen durch Teilnahme an einer Friedensdemo – wie hier jüngst in Schorndorf – oder durch Spenden . . . © Gabriel Habermann

Der Krieg in der Ostukraine erschreckt auch die Menschen im Rems-Murr-Kreis. Viele wollen den notleidenden Ukrainern helfen, rufen bei örtlichen Hilfsorganisationen oder dieser Zeitung an und fragen: Wie können wir helfen? Wir geben einen Überblick, welche Hilfsprojekte anlaufen, was gebraucht wird und wem man was spenden kann.

Nicht alle Sachspenden sind sinnvoll, was gerade besonders benötigt wird

„Wir waren am Wochenende (26./27.2.) mit zwei Kleinbussen an der polnisch-ukrainischen Grenze und haben flüchtende ukrainische Frauen und Kinder zu Verwandten und Freunden in Deutschland gebracht, ins Umland von Rammstein und nach Bielefeld“, sagt Alexander Gruslak aus Oeffingen, der mit dem Schorndorfer Verein Aktion Straßenkinder zusammenarbeitet.

„Im Moment (Montagmittag, 28.02.) beladen wir einen Lkw mit Sachspenden, vor allem Kleidung und Verbandsmaterial“, sagt Gruslak. Die Hilfsbereitschaft sei sehr groß. Es gebe viele Anrufe. „Was im Moment besonders benötigt wird, sind nicht mehr Matratzen, da haben wir gerade genug davon geschenkt bekommen, sondern Schlafsäcke, Isomatten und Decken und vor allem gutes Schuhwerk, am besten Stiefel für die rund 600 Männer, die jetzt in dem Dorf in der Oblast Riwne (Rowno) in der Nordwestukraine, dem wir helfen, eingezogen wurden für die ukrainische Landesverteidigung. Die haben zum Teil nur Turnschuhe an.“

Mittlerweile verweist Gruslak Sachspender an den Verein Aktion Straßenkinder, der in der Lutherstraße 50 in Schorndorf einen „Charity Store“ (Wohltätigkeitsladen) betreibt und dort auch Sachspenden entgegennimmt (Öffnungszeiten Dienstag bis Samstag 10.30 bis 16 Uhr, montags und sonntags geschlossen). „Wer Sachspenden machen möchte, bitte dorthin wenden“, sagt Gruslak. Ansonsten sei er aber freilich für Hilfsangebote jeglicher Art auch persönlich weiter zu erreichen unter: Tel. 01 79 / 789 85 58. Spendenkonto: siehe unten.

Die Schwaikheimer Ukraine-Hilfe, deren Engagement wie jenes von Alexander Gruslak schon länger währt, macht sich Sorgen um die Kinderheime und das Altenheim, das sie vor Ort unterstützt. An Hilfstransporte dorthin oder zu den Kinderheimen sei gar nicht zu denken derzeit, sagte eine Sprecherin dieser Zeitung. Das wäre viel zu riskant. „Wir könnten abgesehen davon ja auch nichts mehr dort einlagern.“

Außerdem seien alle Transportwege dicht. Vorerst bleibe nichts, als Geld auf das Hilfsvereinskonto bei der Kreissparkasse Waiblingen zu überweisen, auf dass dort möglicherweise eingekauft werden kann. „Jeden Cent, der gespendet wird, schicken wir rüber.“ Kontakt: Tel. 0 71 95/5 19 99. Spendenkonto: siehe unten.

Die Gruppe „Rat&Tat“ von der evangelischen Kirchengemeinde Korber Höhe in Waiblingen unterstützt die Schwaikheimer Ukraine-Hilfe. Auch sie bietet Hilfssammlungen an, ruft zu Geldspenden auf. Kontakt: Tel. 0 71 51/2 43 98.

Deutsches Rotes Kreuz bittet um Geld- anstatt Sachspenden

"Wir bitten die Bürgerinnen und Bürger darum, Sachspenden nur nach explizitem Aufruf abzugeben. Wer Geld spenden möchte, kann dies an Hilfsorganisationen wie beispielsweise das DRK", sagt Melanie Barth von der Pressestelle des Landratsamtes des Rems-Murr-Kreises.

Der DRK-Kreisverband steht in engem Kontakt zu den verantwortlichen Stellen, tausche sich regelmäßig aus und prüfe gerade, welche Ressourcen gegebenenfalls bereitgestellt werden können, um auf weitere Entwicklungen, die sich im Rahmen des bewaffneten Konflikts ergeben können, vorbereitet zu sein, sagt Christian Siekmann, Pressesprecher des DRK-Kreisverbands.

„Aufgrund der momentanen Sicherheitslage können aktuell keine (!) Sachspenden angenommen werden“, betont Siekmann. Mit Geldspenden hingegen könne das DRK flexibel auf die sich sehr schnell ändernden Situationen reagieren und die Gelder zielführend einsetzen. Spendenkonto: siehe unten.

Das Bundes-DRK bereitet gerade einen ersten Hilfstransport per Lkw ins polnische Lublin vor. Von dort aus können die Nothilfegüter sowohl zur Versorgung der Bevölkerung in die Ukraine geliefert als auch zugunsten von Menschen auf der Flucht verteilt werden. Der Transport ist der Beginn des Aufbaus einer Versorgungslinie für vom bewaffneten Konflikt Betroffene in der Ukraine und für Geflüchtete in Polen. Die Verladung der Güter findet an diesem Dienstag, 1. März, am DRK-Logistikzentrum Berlin-Schönefeld statt.

Weinstadt will Ukrainern helfen

Im Gasthof Lamm in Schnait klingelt gerade fast pausenlos das Telefon, hilfsbereite Bürger rufen an, die fragen, was gebraucht wird, berichtet Helmut Weis. Dabei hat er seine Sammelaktion bisher gar nicht an die große Glocke gehängt. Trotzdem sei der Zuspruch riesig. Um den Menschen in der Ukraine wenigstens ein bisschen helfen zu können, hat der Schnaiter Wirt Kontakt zum Verein Ukrainer in Stuttgart e.V. aufgenommen. Er und seine Frau haben einen sehr persönlichen Bezug zur Ukraine: Halyna Weis stammt aus der Ukraine. Sie hat auch noch Familie dort. Der ukrainische Verein ist gut vernetzt. Auf seiner Website unter www.ukrainestuttgart.de gibt es inzwischen einen ganz neuen Bereich, in dem unter dem Reiter „HELP Ukraine“ Sachspenden koordiniert und Informationen über Hilfsangebote für Kriegsflüchtlinge bereitgestellt werden. Für Sachspenden: Gasthof Lamm in Schnait, Silcherstraße 75, Tel. 0 71 51/2 05 30 30. Spendenkonto von HELP siehe unten.

„Es ist zu erwarten, dass viele Menschen aus der Ukraine BadenWürttemberg erreichen werden und dann auch in Weinstadt Wohnraum zur Unterbringung benötigt wird“, sagt Oberbürgermeister Michael Scharmann in der Pressemitteilung. „Wir wollen auf diese Situation so gut wie möglich vorbereitet sein und möchten Hilfe leisten“, so Scharmann weiter. Die Stadt Weinstadt will die Wohnungen anmieten und geflüchtete Menschen aus der Ukraine unterbringen, sobald sie in Weinstadt ankommen. Die Stadt übernehme die Garantie für die Zahlung der Miete und stehe für den vertragsgemäßen Zustand der Wohnung bei einem Vertragsende. Von besonderem Interesse sind demnach preiswerte Unterkünfte. Wer eine Wohnung vermieten möchte, kann sich an das Liegenschaftsamt der Stadt Weinstadt wenden, telefonisch unter 0 71 51 / 69 33 03 oder via E-Mail an s.hermann@weinstadt.de.

Spendenaktion des Freundeskreises Asyl und Integration Welzheim

Der Freundeskreis Asyl und Integration Welzheim nimmt Spenden für die Ukraine entgegen am Freitag, 4. März, von 19 bis 22 Uhr sowie am Samstag, 5. März, von 9 bis 20 Uhr. Und zwar im Postweg 15 (ehemals Praxis Dr. Bautz).

Angenommen werden: Armaturen, Babynahrung, Batterien, Beruhigungsmittel und Antibiotika, Blutgerinnungsmittel, Desinfektionsmittel- und Flüssigkeiten, Erste-Hilfe-Sets (auch abgelaufen), Feuchttücher, Funkgeräte und formatierte Mobiltelefone, Handtücher, Hygieneartikel (u. a. Binden), KfZ-/Militär-Erste-Hilfe-Kästchen, Klebeband, langlebige Lebensmittel (z.B. Knäckebrot, Kekse, Energieriegel), Männerstiefel (gut erhalten), Militärische Kleidung und schusssichere Westen, Nachtsichtgeräte, Powerbanks, Schlafsäcke und touristisches Equipment (Isomatten, Zelte), Stromgeneratoren, Taschenlampen, Thermowäsche und -unterwäsche sowie Handschuhe, Umzugskartons, Verbandsmaterialien, Vitamine oder Windeln. Außer der oben aufgeführten Kleidung wird im Moment keine Kleidung benötigt. 

Kontakt zum AK Asyl: Angelika Böttcher Tel. 0174 / 2129139, Mail: info@fk-asyl-integration.de

Spendenaktion des Aktionbündnisses Kernen

Die Spendenaktion des Aktionbündnisses Kernen startet an diesem Mittwoch, 2. März, an der Alten Kelter in Stetten. Bis Sonntag, 6. März, werden von zehn bis 20 Uhr die Spenden angenommen.“

Benötigte Sachspenden: Altkleider und Möbel werden nicht benötigt (Ausnahme: Winterstiefel; Wintersachen für Babys); Verpackungsmaterial: Umzugskartons, Klebeband; Nahrung (nur haltbare; keine Frischwaren), Trockennahrung wie Nudeln und Reis oder Kartoffelpulver, Knäckebrot/Zwieback und Tee, Babygläschen und Babynahrung, Kekse, Nüsse, Sonnenblumenkerne, Nahrungsergänzungsmittel, Konserven und Dosenwurst/-fleisch; Medizinische Versorgung: Verbandsmaterial, Desinfektionsmittel, Wundsalben (ungeöffnet), Medikamente wie Schmerzmittel und Erkältungsmittel (Mindesthaltbarkeit bis mindestens 04/2022); auch angebrochene Tablettenpackungen werden angenommen, Gehhilfen, Rollstühle (müssen funktionsfähig sein!), Wasserfilter; Hygieneartikel: Waschlappen und Handtücher, Seife, Shampoo sowie Waschmittel zur Handwäsche, Desinfektionsmittel, Windeln; Technik: Mobiltelefone (Speicher gelöscht und funktionsfähig), Powerbanks, kleine Solarmodule zur Stromerzeugung/zum Aufladen von Geräten; Textilien/Unterkunft: Schlafsäcke und warme kompakte Decken, feste Winterstiefel für Erwachsene, Babyklamotten für den Winter; Für Kinder: nur sehr kompakte Artikel wie kleine Kuscheltiere; Kartenspiele; Kopfhörer.

Was machen Caritas und Diakonie?

Die Caritas Ludwigsburg-Waiblingen-Enz sondiert gerade gemeinsam mit dem Caritasverband für die Region Stuttgart noch die Lage, sagte eine Sprecherin gegenüber dieser Zeitung. Dabei stehe im Raum, bei der Aufnahme von Geflüchteten zu helfen. Bisher seien aber noch keine Geflüchteten im Rems-Murr-Kreis angekommen. Unterstützer wollten Wohnraum für Geflüchtete zur Verfügung stellen, sagt die Sprecherin.

Die Sendung eines Teams in die Ukraine sei nicht geplant. Stattdessen konzentriere die Caritas Ludwigsburg-Waiblingen-Enz sich auf ihre Kernkompetenz im Feld der Beratung. Der Austausch bestehe weiterhin mit der Diözese. Auch hier müsse aber zunächst die Situation weiter eingeordnet werden. Entscheidungen werden dann in den kommenden Tagen getroffen.

Eine aktuelle internationale Spendenaktion für die Ukraine ist bereits im Gange (siehe unten). „Spenden sind der effektivste und schnellste Weg, Menschen in Not in der Ukraine zu unterstützen“, so die Caritas auf ihrer Homepage. „Das Geld geht direkt an unsere Partnerorganisation, die Caritas Ukraine, die vor Ort die Hilfen koordiniert.“

Auch die Diakonie Württemberg hat ein Spendenkonto eingerichtet (siehe unten). Die Katastrophenhilfe der Diakonie bereitet sich vor, Nahrung und Trinkwasser sowie Unterkünfte bereitzustellen.

Wichtige Spendenkonten für die Ukraine-Hilfe auf einen Blick

Für Spendenbescheinigungen am besten bei der Überweisung gleich die vollständige eigene Adresse angeben!

  • Aktion Straßenkinder e.V., Schorndorf, Spendenkonto: DE63 6009 0100 0100 0300 09, BIC: VOBADESS.

  • Schwaikheimer Ukraine-Hilfsverein, Spendenkonto: Ukrainehilfe Domdai e.V., Stichwort „Ukraine-Hilfe“, IBAN: DE 68 6025 0010 0015 0679 80.

  • Die Plüderhäuser Freikirche „Christliches Zentrum Life“ unterstützt die Ostukraine: Hilfswerk Samariterdienst: IBAN DE 15 6025 0010 0005 2942 44, SOLADES1WBN bei der Kreissparkasse Waiblingen, Stichwort: „Mariupol“.

  • STELP – Stuttgart helps, Spendenkonto: Stichwort „Ukraine“, IBAN: DE32 4306 0967 7001 8011 00, BIC: GENODEM1GLS.

  • Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Spendenkonto: Stichwort: Nothilfe Ukraine, IBAN: DE63370205000005023307, BIC: BFSWDE33XXX.

  • Diakonie Katastrophenhilfe, Spendenkonto: Stichwort „Ukraine Krise“, IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02, BIC: GENODEF1EK1

  • Caritas international, Spendenkonto: Stichwort „CY00050 Ukraine-Konflikt“, IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02, BIC: BFSWDE33KRL.

  • Aktion Deutschland hilft und Bündnis Entwicklung hilft, Spendenkonto: Stichwort „ARD / Nothilfe Ukraine“, IBAN: DE53 200 400 600 200 400 600.

  • UN-Kinderhilfswerk (Unicef), Spendenkonto: Unicef Deutschland, Stichwort „Ukraine“, IBAN: DE57 3702 0500 0000 3000 00, BIC: BFSWDE33XXX.

  • SOS Kinderdorf, Spendenkonto: Stichwort „Ukraine“, IBAN: DE027 0020 5007 8404 63 624, BIC: BFSWDE33MUE.

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