Rems-Murr-Kreis

Hohe Impfquote, niedrige Inzidenz: Die Corona-Situation in den Partnerkreisen

Mayenne
Eine hohe Impfquote sorgt in Frankreich für nierige Inzidenzen. Leere Straßen wie im April 2020 in Mayenne soll es nicht mehr geben. © privat

Die Corona-Lage im Rems-Murr-Kreis ist ernst, im deutschen Partner-Landkreis Meißen in Sachsen sieht es noch viel düsterer aus (wir berichteten). Das liegt vor allem an der in Sachsen besonders niedrigen Impfquote. Ein Blick in weitere Partnerkreise und -städte im Ausland lässt ähnliche Schlüsse zu.

In Frankreich beispielsweise gelten Bürgerinnen und Bürger tendenziell eher als impfskeptisch, gerade einmal 40 Prozent sprachen sich vor rund einem Jahr für eine Schutzimpfung gegen das Coronavirus aus. Doch die Regierung machte Druck. Öffentliches Leben findet bereits seit dem Sommer nur für diejenigen statt, die einen Gesundheitspass vorweisen. Wer ins Restaurant oder Theater will, eine Fernreise mit Bahn oder Flieger plant oder einen Job mit Publikumskontakt hat, muss nachweisen, dass er vollständig geimpft, genesen und/oder geimpft oder negativ getestet ist.

Für einige vulnerable Berufsgruppen gilt eine Impfpflicht, dazu gehören unter anderem medizinisches Personal, Mitarbeiter von Rettungsdiensten und Feuerwehrleute. Diese Maßnahmen zeigen sich in einer hohen Impfquote. Fast 89 Prozent aller Französinnen und Franzosen über zwölf Jahren sind vollständig geimpft.

Im französischen Mayenne sind mehr als 90 Prozent geimpft

Je höher diese Zahl, desto niedriger ist in aller Regel die Inzidenz: Das Département Savoie, in dem die Winnender Partnerstadt Albertville liegt, weist unter Erwachsenen eine Impfquote von 88,8 Prozent auf, die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 126,7. Top bei beiden Werten: das Département Mayenne, in dem die gleichnamige Waiblinger Partnerstadt Mayenne liegt. Die Inzidenz von gerade einmal 47,5 dürfte auch an der Impfquote von 91,9 Prozent in der erwachsenen Bevölkerung liegen.

Auch bei der Booster-Impfung drückt Frankreich aktuell auf die Tube: Ab Dezember können sich die über 50-jährigen Franzosen die dritte Dosis verabreichen lassen. Für alle über 64 Jahren wird dies Mitte Dezember sogar Pflicht, damit ihr Gesundheitspass gültig bleibt.

Inzidenz unter 50 im spanischen Santo Domingo de la Calzada

Auch in Spanien wirkt die vom staatlichen Gesundheitssystem organisierte Impfkampagne. Impftermine wurden zentral vergeben, niemand musste sich selbst darum kümmern. Das Ergebnis: Mehr als 80 Prozent aller Spanier sind vollständig geimpft, bei den über 12-Jährigen gilt das für rund 90 Prozent. Impfskeptiker oder -gegner gibt es kaum im Land, was Experten auf die Erfahrungen der Bürgerinnen und Bürger aus der Polio-Epidemie in den 1970er Jahren zurückführen, als sich das Land aus der schwierigen Lage „herausimpfte“. Die Erlebnisse aus der ersten Corona-Welle dürften die Impfbereitschaft zusätzlich erhöht haben. Kaum ein anderes europäisches Land wurde am Beginn der Pandemie härter getroffen und erlebte strengere Lockdown-Maßnahmen.

Gipuzkoa, die Provinz, in der mit Errenteria die spanische Partnerstadt Schorndorfs liegt, verzeichnet mit einer 7-Tage-Inzidenz von 133,8 die derzeit höchste Zahl an Neuinfektionen in Spanien, obwohl auch im Baskenland 80,5 Prozent der Bevölkerung geimpft sind. In den meisten spanischen Regionen sind die Zahlen aber deutlich niedriger, so auch in der autonomen Region La Rioja, wo sich die Winnender Partnerstadt Santo Domingo de la Calzada befindet. Die Inzidenz liegt dort bei 47,7, die Impfquote bei 80,1 Prozent. Nur zwei europäische Länder (Kosovo und Schweden) verzeichnen zurzeit weniger Neuinfektionen mit dem Coronavirus.

Hohe Infektionszahlen in Ungarn

Mit einer 7-Tage-Inzidenz von 546,5 liegt Ungarn im europaweiten Vergleich dagegen weit vorne. In dem Binnenstaat pflegt der Rems-Murr-Kreis eine Partnerschaft mit dem Komitat Baranya. Die hohen Fallzahlen korrelieren in Ungarn mit einer niedrigen Impfquote von knapp 60 Prozent vollständig geimpfter Bürgerinnen und Bürger.

Deutlich schlechtere Impfquoten verzeichnet Russland, wo rund 70 Kilometer nördlich von Moskau im Moskau Oblast der Rayon Dmitrow liegt, mit dem der Kreis ebenfalls eine Partnerschaft hat. Gerade einmal rund 35 Prozent der russischen Bevölkerung sind vollständig geimpft, die 7-Tage-Inzidenz liegt im Großraum Moskau Oblast bei 247,9.

Die Corona-Lage im Rems-Murr-Kreis ist ernst, im deutschen Partner-Landkreis Meißen in Sachsen sieht es noch viel düsterer aus (wir berichteten). Das liegt vor allem an der in Sachsen besonders niedrigen Impfquote. Ein Blick in weitere Partnerkreise und -städte im Ausland lässt ähnliche Schlüsse zu.

In Frankreich beispielsweise gelten Bürgerinnen und Bürger tendenziell eher als impfskeptisch, gerade einmal 40 Prozent sprachen sich vor rund einem Jahr für eine Schutzimpfung gegen das

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