Rems-Murr-Kreis

Hundertfacher Missbrauch: Geständnis von Fellbacher Jugendtrainer zum Prozess-Auftakt

Landgericht
Symbolfoto. © ZVW/Alexandra Palmizi

Am Stuttgarter Landgericht hat am Mittwochvormittag, 27. April, der Prozess gegen einen ehemaligen Jugendtrainer des SV Fellbach begonnen. Der Vorwurf: mehrhundertfacher sexueller Missbrauch von Spielern. Und direkt am ersten Verhandlungstag legte der Angeklagte ein vollständiges Geständnis ab.

Anwälte geben Erklärung im Namen ihres Mandanten ab

Die Anwälte gaben im Namen ihres Mandanten eine Erklärung ab: Er räumt alle ihm zur Last gelegten Taten "umfassend ein." Wörtliche Zitate aus der Erklärung:

"Ich räume sämtliche mir zur Last gelegten Sachverhalte umfassend ein." Weiter: "Er bittet die Opfer um Entschuldigung und hoffe, dass sie die 'Vorfälle' verarbeiten können und 'in einen positiv gestalteten Lebensrhythmus zurückfinden'. Er bitte auch die Vereine um Entschuldigung, er habe 'das Vereinsleben in Misskredit gebracht'. Er sei vor Prozessbeginn bewusst auf niemanden von den Opfern zugegangen, weil das 'negative Auswirkungen auf sie hätte haben können'."

Fragen zu seiner Person werde er zu einem späteren Zeitpunkt des Prozesses beantworten. Der Verhandlungstag wird mit Zeugenvernehmungen fortgestezt. Diese werden aber wohl weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Taten im Zeitraum von 15 Jahren

567 Einzeltaten umfasst die Anklageschrift, vom schweren sexuellen Missbrauch, begangen an einem Kind, bis zum Besitz kinder- und jugendpornografischer Materialien. Der Angeklagte soll die Taten über einen Zeitraum von 15 Jahren, zwischen 2006 und 2021, verübt haben an mehreren, mindestens acht ausschließlich männlichen Kindern und Jugendlichen, die seinerzeit zwischen 13 und 18 Jahre alt waren.

Wer ist der Angeklagte?

Der Angeklagte ist 53 Jahre alt, ausgebildeter Sozialpädagoge, arbeitete in einem Jugendamt in der Region Stuttgart als EDV-Administrator und war beim SV Fellbach in der Handball-Jugendarbeit ehrenamtlich tätig. Er galt im Verein als hoch engagiert und als Vertrauensperson für viele der Jugendlichen. Die Anklage geht davon aus, dass der Mann keine körperliche Gewalt im juristischen Sinne einsetzte. Vielmehr soll er seine Vertrauensposition systematisch ausgenutzt, sich mit den mutmaßlichen Opfern außerhalb der Sportstätten an unterschiedlichen Orten getroffen und wortreich und redegewandt auf sie eingewirkt haben.

Welche Haftstrafe ist denkbar?

Aufgrund nicht nur der Schwere, sondern auch der Fülle der Vergehen ist eine Haftstrafe möglicherweise im Bereich von deutlich über fünf Jahren denkbar. Eine Schlüsselrolle im Prozess dürfte Video-Aufnahmen zukommen: Der Mann soll seinen Umgang mit den Jungen gefilmt und die Ton-Bild-Dokumente archiviert haben. Bei dem sichergestellten Beweismaterial handelt es sich um Speicherumfänge im Terabyte-Bereich.

Am Stuttgarter Landgericht hat am Mittwochvormittag, 27. April, der Prozess gegen einen ehemaligen Jugendtrainer des SV Fellbach begonnen. Der Vorwurf: mehrhundertfacher sexueller Missbrauch von Spielern. Und direkt am ersten Verhandlungstag legte der Angeklagte ein vollständiges Geständnis ab.

Anwälte geben Erklärung im Namen ihres Mandanten ab

Die Anwälte gaben im Namen ihres Mandanten eine Erklärung ab: Er räumt alle ihm zur Last gelegten Taten "umfassend ein." Wörtliche

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