Rems-Murr-Kreis

Im Rems-Murr-Kreis droht Ärger: Müssen zu große Gartenhütten abgerissen werden?

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Symbolfoto. © Pixabay.com/pumukel

Hütten in Gärten im Rems-Murr-Kreis sollen weg, weil sie angeblich zu groß sind? Stücklesbesitzer/-innen verstehen die Welt nicht mehr.

Rein rechtlich hat alles seine Ordnung, denn niemand kann einfach mitten in die Landschaft Bauten setzen, wie es ihm oder ihr gefällt. Wer glaubt, eine alte, baufällige Hütte einfach abreißen und an ihre Stelle eine schicke neue stellen zu dürfen, damit der Aufsitzrasenmäher eine Garage hat – der oder die irrt. In jüngster Zeit gab's in diversen Kommunen im Rems-Murr-Kreis reichlich Ärger, weil Behörden mit Abriss von Hütten drohten.

Kann Swantje Sperling Stückle-Besitzern helfen?

Die Waiblinger Landtagsabgeordnete Swantje Sperling (Grüne) setzt sich jetzt für die Stücklesbesitzer ein, oder genauer: Gemeinsam mit ihrem Kollegen Dr. Markus Rösler, dem naturschutzpolitischen Sprecher der Grünen-Fraktion im Landtag, wirbt sie für eine „zeitgemäße Bewertung der Geschirrhütten im Streuobstanbau“. „Zeitgemäß“ bedeutet aus Sperlings Sicht: Es macht doch überhaupt keinen Sinn, stur auf die Größe von Geschirrhütten zu starren und mit deren Abriss zu drohen, nur weil in einem Uralt-Erlass steht, wie groß die Hütten maximal sein dürfen.

Ein raffinierter Winkelzug schwebt Sperling vor, wenngleich sie in ihrem zusammen mit Rösler verfassten Schreiben ans zuständige Ministerium natürlich nicht von Winkelzügen spricht: Könnte man nicht besagte Wiesen als „Sondergebiete für Streuobst und Erholung“ ausweisen? Und Leuten, die sich mit viel Liebe um Sondergebiete kümmern, eine Hütte gönnen, in welcher man bequem einen Aufsitzrasenmäher unterbringen kann? Und noch ein paar andere Geräte?

Sperling kennt die Mühsal, die droht, wenn man keine Hütte auf dem Stückle hat. „Ich selbst habe zwei Streuobstwiesen ohne Hütten und weiß, wie mühevoll der Transport dieser sperrigen Geräte ist“, schreibt sie in einer Mitteilung und schlussfolgert: „Wir müssen den Menschen die Bearbeitung ihrer Streuobstwiesen erleichtern. Die zunehmend größeren Geräte wie Aufsitz-, Balkenmäher oder Lesegeräte brauchen in den Geschirrhütten Platz.“

Nicole Razavi, Chefin des Ministeriums für Landesentwicklung und Wohnen, wird sich nun mit der Sache befassen müssen: Welche Chancen sie planungsrechtlich in dieser Sache sieht, fragen Sperling und Rösler. Die Antwort steht noch aus.

Vor Sanierung von baufälligen Geschirrhütten: Behörde fragen

Nicht ohne Grund hatte das Bauamt des Rems-Murr-Kreises bereits im August Besitzerinnen und Besitzern von baufälligen Geschirrhütten empfohlen, vor einer Sanierung mit der Baurechtsbehörde Kontakt aufzunehmen und sich über die Rechtslage zu informieren: „Leider erreichen die Baurechtsbehörden des Landkreises und der Kommunen jedes Jahr derartige Fälle, in denen der Verwaltung keine Wahl bleibt, als die Genehmigung zu versagen oder sogar einen Rückbau anzuordnen“, schrieb das Landratsamt im Sommer: „Ist es erst einmal so weit gekommen, lässt sich keine andere Lösung mehr finden. Dabei machen sich die Verwaltungen in aller Regel nicht gezielt auf die Suche nach Schwarzbauten, sondern die Hinweise erreichen die Behörde durch die Anzeige von Dritten.“

Hütten in Gärten im Rems-Murr-Kreis sollen weg, weil sie angeblich zu groß sind? Stücklesbesitzer/-innen verstehen die Welt nicht mehr.

Rein rechtlich hat alles seine Ordnung, denn niemand kann einfach mitten in die Landschaft Bauten setzen, wie es ihm oder ihr gefällt. Wer glaubt, eine alte, baufällige Hütte einfach abreißen und an ihre Stelle eine schicke neue stellen zu dürfen, damit der Aufsitzrasenmäher eine Garage hat – der oder die irrt. In jüngster Zeit gab's in diversen

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