Rems-Murr-Kreis

Im Rems-Murr-Kreis verschwinden jedes Jahr mehr als 500 Räder: So wird Dieben der Spaß am Fahrradklau verdorben

Fahrradschloss
Fahrraddiebstähle - wie haben sie sich entwickelt, wie können sie erschwert werden? © Gabriel Habermann

Tag für Tag werden ein, zwei Fahrrad geklaut. Mehr als 500 waren es im vergangenen Jahr zwischen Rems und Murr. Im Coronajahr 2020 werden es nicht viel weniger sein. „Wir rechnen bei den Fallzahlen eher mit einem leichten Rückgang oder zumindest mit einer Stagnation“, erklärt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Aalen. Die Statistik unterscheidet freilich nicht zwischen einem Fahrrad mit Muskelantrieb und einem Pedelec mit Elektromotor. In Stuttgart stellt die Polizei fest, dass die Diebe es verstärkt auf Pedelecs abgesehen haben. Anfang Dezember haben Diebe in den drei Backnanger Ortsteilen Maubach, Heiningen und Waldrems reihenweise Garagen aufgebrochen – und sich unter anderem ein teures Pedelec unter die Nägel gerissen.

Um Pedelecs und Räder vor Diebstahl zu schützen, gelten grundsätzlich die gleichen Ratschläge. Der Verlust eines elektrischen Rades ist finanziell jedoch weitaus schmerzhafter als ein normales Fahrrad –sofern es sich nicht um Edelbikes handelt, die inzwischen ebenfalls weit in fünfstellige Summen hinein kosten.

Tipps gegen Diebstahl

  • Stabile Fahrradschlösser benutzen: Ketten-, Bügel und Faltschlösser sind erste Wahl – aber nicht billig. Die Polizei rät: „Je leichter und teurer ein Rad, desto schwerer und teurer sollte das Schloss sein.“ Doch die Erfahrung lehrt: „Gegen abgebrühte Profi-Langfinger hilft manchmal auch das beste Schloss nicht“, schreibt der ADFC über die Grenzen eines guten Schlosses.
  • Das Rad nicht nur mit dem Schloss ab-, sondern an einen Fahrradständer, ein Geländer oder einen Laternenpfahl anschließen. Das gilt auch für Treppenhäuser, Keller und Garagen. Vorder- und Hinterrad ebenfalls sichern.
  • Inzwischen gibt es einige elektronische Tricks, wie Fahrräder abgesichert werden können. Dazu zählt das Anbringen eines versteckten Senders, so dass das geklaute Rad getrackt werden kann. GPS-Systeme eignen sich besonders für Pedelecs und E-Bikes, wenn sie zusätzlich mit einer Alarmfunktion ausgestattet sind, sobald das Rad bewegt wird.
  • Pedelecs sind bei Dieben besonders begehrt. Weniger mit dem gestohlenen Rad anfangen können die Diebe, wenn der Akku und/oder das abnehmbare Display fehlt. „Ohne Akku ist das Rad praktisch wertlos“, so die Polizei.

Was tun, wenn das Rad gestohlen ist?

Ist das Fahrrad einmal fort, muss der Besitzer die Flinte nicht gleich ins Korn werfen. Die Polizei rät, einen Diebstahl sofort zu melden. Wichtig dabei ist, das Rad möglichst individuell zu kennzeichnen, um es zweifelsfrei identifizieren zu können. Also Rahmennummer, Marke, Typ und besondere Merkmale in einem Fahrradpass zu notieren. Die Polizei bietet eine Fahrradpass-App fürs Handy an, mit der online und kostenlos ein Rad registriert werden kann. Die App kann im Appstore oder bei Google Play heruntergeladen werden.

Nicht ganz unumstritten ist die Codierung eines Fahrrades, die die Polizei nicht anbieten kann. Wohl aber der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC), der dies bei Aktionstagen wie im Herbst in Winnenden auch tut. Der ADFC Rems-Murr ist seit einem Jahr dank der Unterstützung durch das Landratsamt im Besitz eines Codierers. Dabei handelt es sich um einen starken Nadeldrucker, mit dem ein Code in den Fahrradrahmen eingestanzt wird. Dieser Code wird zusammen mit den Daten des Besitzers in einem Register hinterlegt, zu dem auch Behörden Zugang haben. Dadurch könne bei aufgefundenen Rädern der rechtmäßige Besitzer identifiziert werden. Die Codierung stelle für den Schwarzmarkt eine erhebliche Wertminderung des Rades dar und verringere dessen Attraktivität für organisierten Diebstahl, so der ADFC. Mit einem Aufkleber „Finger weg! Mein Rad ist codiert!“ werden potenzielle Diebe zusätzlich abgeschreckt.

Versicherung gegen Diebstahl

Vor allem bei teuren Bikes lohnt sich eine Diebstahlversicherung. Fahrräder können entweder über die Hausratversicherung oder über eine spezielle Fahrradversicherung abgesichert werden, so die Verbraucherzentrale. Ein umfassender Schutz gegen Diebstahl und auch die speziellen Fahrradversicherungen seien jedoch teuer. Fahrräder und Pedelecs sind über eine Hausratversicherung mit versichert – zumindest gegen Einbruchdiebstahl. Das heißt, wenn das Fahrrad aus dem verschlossenen Keller oder aus einer verschlossenen Garage gestohlen wird. Werde das Fahrrad dagegen außerhalb verschlossener Räume entwendet („einfacher Diebstahl“), bestehe bei einer Hausratversicherung meist kein Schutz. Auf jeden Fall in der Versicherungspolice nachlesen und gegebenenfalls den Versicherungsschutz erweitern.

Separate Fahrradversicherungen sind hingegen teurer, bieten aber nicht nur einen Schutz bei Diebstahl an, sondern beinhalten auch Reparaturkostenübernahme oder Leistungen bei Unfall. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, sich sorgfältig über Konditionen zu informieren und die Preise zu vergleichen.

Tag für Tag werden ein, zwei Fahrrad geklaut. Mehr als 500 waren es im vergangenen Jahr zwischen Rems und Murr. Im Coronajahr 2020 werden es nicht viel weniger sein. „Wir rechnen bei den Fallzahlen eher mit einem leichten Rückgang oder zumindest mit einer Stagnation“, erklärt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Aalen. Die Statistik unterscheidet freilich nicht zwischen einem Fahrrad mit Muskelantrieb und einem Pedelec mit Elektromotor. In Stuttgart stellt die Polizei fest, dass die Diebe es

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