Rems-Murr-Kreis

Immer mehr SUVs, Allrad- und Geländewagen auch im Rems-Murr-Kreis

KIA SUV überschlagen, L 1120, zwischen Althütte und Ebni, 08.11.2018.
Ein SUV, der sich im November 2018 bei einem Unfall zwischen Althütte und Ebni überschlagen hat. © Benjamin Beytekin

Deutschland kommt zunehmend auf allen Vieren daher. Bei den Allrad-Pkw lag der Bestand zum Zeitpunkt der Pkw-Bestandsanalyse 2021 des Kraftfahrt-Bundesamtes bundesweit bei 5,93 Millionen. Davon standen im Rems-Murr-Kreis exakt 35 046 Fahrzeuge – 1975 mehr als 2020. Bei den Allradlern kommen damit rund 131 Fahrzeuge auf 1000 hier zugelassene Pkw. Warum sind SUVs so beliebt?

Die Zahl der Menschen, die das Dach wegklappen können, um Sonnentage oben ohne zu genießen, ist geringer: bundesweit 2,22 Millionen. Im Rems-Murr-Kreis waren zum Zeitpunkt der Bestandsanalyse 15 899 Sonnenhungrige mit Cabrio registriert. Das sind 125 mehr als 2020. Cabrios haben wir im Rems-Murr-Kreis damit 59 pro 1000 Pkw.

Die beiden Werte reichen im bundesweiten Vergleich zu Platz 134 in der Allradler-Liga und zu Platz 39 in der Cabrio-Bundesliga unter 400 Städten und Kreisen. Die Spitzenplätze besetzen bayerische Landkreise: Im Kreis Starnberg gibt es mit rund 87 pro 1000 Pkw die meisten Cabrios. Bei den Allradlern führt der Kreis Miesbach mit 277 Allradlern pro 1000 Pkw die Bundesliga an.

Die meisten Allradler – aber nicht alle – sind SUVs, frei übersetzt die „sportlichen Vielseitigkeitsvehikel“. Manche sind Geländewagen, manche Sportwagen oder Hochgeschwindigkeitslimousinen und -kombis. Selbst E-Autos kommen mit vier angetriebenen Rädern daher. Viele sogar als SUV, weil diese die nachgefragteste Fahrzeugklasse ist (Neuzulassungen im August 27,2 Prozent, plus Geländewagen 9,7 Prozent). Aber den SUV-Bestand in präzise Zahlen zu fassen, geht nur näherungsweise.

Das Kraftfahrt-Bundesamt erfasst sie zwar in der Neuzulassungsstatistik nach Klassen, in der Bestandsstatistik wird alles mit vier angetriebenen Rädern unter der Rubrik Allrad geführt. Das führt zu Unschärfen. Zumal nicht mal jedes SUV Allradantrieb hat. Auf der lokalen Ebene werden also alle Allradler in einen Statistiktopf geworfen. Dies vorausgesetzt, sagt die Bestandsanalyse des Kraftfahrt-Bundesamtes Folgendes: Im Rems-Murr-Kreis stieg die Zahl allradgetriebener Autos vom Jahr 2020 auf 2021 um 1975 oder 5,97 Prozent auf 35 046 Pkw.

Zum Vergleich, im Bund stieg der Bestand der Allradler um 366 835 oder 6,59 Prozent auf rund 5,93 Millionen. Nehmen wir alle lokal zugelassenen Pkw zum Vergleich, dann liegt der Allradler-Anteil bei uns aktuell bei 13,06 Prozent. Er ist also trotz seines hohen Anteils bei den Neuwagen im Bestand noch eine kleine Minderheit.

Warum sind SUVs so beliebt?

Die Frage, warum SUVs so beliebt sind, beantworten Experten so: „Zu den Transportkapazitäten auf dem Freizeitsektor, mit denen beispielsweise Surfer ans Meer, Mountainbiker in die Berge und Wohnwagenbesitzer auf die Campingplätze und Skifahrer in die Wintersportorte kommen, kommt dann noch die Vielseitigkeit bei Wetterlagen, bei denen Starkregen und Schlamm, Schnee und Matsch das Durchkommen schwieriger machen“, sagt Obermeister Torsten Treiber von der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart: „Allradler, vor allem SUVs, bieten eine erhöhte Sitzposition und sie geben das Gefühl, allem gewachsen zu sein.“ Die neueste ARAL-Studie zu „Trends beim Autokauf“ sieht die SUVs (die ja beispielsweise seitens Deutscher Umwelthilfe (DUH) und in Klimaschutzdebatten starker Kritik unterliegen) leicht auf dem Rückzug: „Renaissance der Limousine - Kombi und SUVs dahinter - Kleinwagen-Anteil bleibt gering“, heißt es dort zusammenfassend. Ein wenig bergab ging es für die Karosserieform „SUV/Geländewagen“. Heute können sich noch 19 Prozent der Teilnehmenden vorstellen, eine offroad-taugliche Variante zu wählen.

Es kommt allerdings auf den Wohnort an, sagt die Studie: „Die Limousine als Gesamtsieger hat ihre treueste Anhängerschaft vor allem in der Stadt und am Stadtrand, während nur elf Prozent der Teilnehmenden aus dem ländlichen Raum bei dieser Karosserieform fündig werden. Sie tendieren überdurchschnittlich oft zu Geländewagen, Kleinwagen und auch Mini-Vans.“

Ein Cabrio als Neuwagenkauf haben dagegen laut ARAL-Studie nur drei Prozent im Sinn. Allerdings ist das dann auch eher eine Anschaffung fürs Leben und für die sonnigen Tage darin. Die Bestandsentwicklung sieht so aus: Die Zahl der Cabrios im Rems-Murr-Kreis stieg im Vergleichszeitraum um 0,79 Prozent oder 125 Fahrzeuge (Anteil am Bestand: 5,93 Prozent).

Bundesweit nahmen die Cabrios um 23 798 Exemplare oder 1,08 Prozent, auf jetzt 2,22 Millionen Fahrzeuge zu. Für einen Großteil sind aber jetzt schon die Betriebstage gezählt: Zwar haben Spätsommer und der Herbst mit dem Altweibersommer auch noch ihre sonnigen Tage - aber viele Cabrios sind als Saisonfahrzeuge angemeldet. Da ist ab 30. September oder 31. Oktober Winterpause. Bei den anderen setzen die Besitzenden auf sonnige Wintertage, Mütze, Kopftuch und Schal, vor allem aber bei den neueren Modellen auch auf eine oben-ohne-taugliche Heizung.

Deutschland kommt zunehmend auf allen Vieren daher. Bei den Allrad-Pkw lag der Bestand zum Zeitpunkt der Pkw-Bestandsanalyse 2021 des Kraftfahrt-Bundesamtes bundesweit bei 5,93 Millionen. Davon standen im Rems-Murr-Kreis exakt 35 046 Fahrzeuge – 1975 mehr als 2020. Bei den Allradlern kommen damit rund 131 Fahrzeuge auf 1000 hier zugelassene Pkw. Warum sind SUVs so beliebt?

Die Zahl der Menschen, die das Dach wegklappen können, um Sonnentage oben ohne zu genießen, ist geringer:

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