Rems-Murr-Kreis

Immobilien im Rems-Murr-Kreis: Wer kann sich das noch leisten?

Mietpreis
Bezahlbares Wohnen: Das ist längst nicht für alle dasselbe. © Gabriel Habermann

Die Immobilienpreise im Rems-Murr-Kreis steigen weiter, wenn auch etwas langsamer: Die Kreissparkasse Waiblingen geht von einer weiter wachsenden Nachfrage nach Wohnraum bei anhaltend knappem Angebot aus. In ihrem Wohnmarktbericht verweist die Bank auf „vielfältige gegenwärtige Preistreiber“ im „Zuzugsgebiet“ Rems-Murr-Kreis.

Im Wohnmarktbericht, den die Kreissparkasse in diesem Jahr erstmals vorlegt, sind Kauf- und Mietpreise, aufgeschlüsselt nach einzelnen Gemeinden und Wohnlagen, aufgelistet. Ferner wagt die Kreissparkasse einen Blick in die Zukunft: In den Grafiken sind sowohl Miet- als auch Kaufpreise vermerkt, die den Prognosen zufolge fürs Jahr 2023 zu erwarten sind.

Zigtausende Kaufinteressierte

„Mit unserem Wohnmarktbericht wollen wir den Menschen im Rems-Murr-Kreis helfen, Preise zu vergleichen und eine gute Entscheidungsgrundlage für den Kauf oder Verkauf einer Immobilie zu schaffen“, so Vincenzo Giuliano, der seit Januar 2022 dem Vorstand der Kreissparkasse Waiblingen angehört. Eigenen Angaben zufolge verfügt das Kreditinstitut über eine Datenbank „mit mehr als 30.000 qualifizierten Kaufinteressenten“.

Sie müssen, je länger sie nicht fündig werden, mit noch höheren Preisen rechnen. Offenbar blättern aktuell jede Menge Interessierte ohne mit der Wimper zu zucken 180.000 Euro für 35 Quadratmeter Altbau, 370.000 Euro für 63 Quadratmeter Neubau oder 820.000 Euro für ein kleines Reihenhäuschen hin. In Zeiten, da potente Anleger/-innen sorgenvoll auf die Inflationsrate blicken und ums Barvermögen bangen, dürfte das Interesse am Betongold eher weiter anziehen als abflauen.

Es fehlt an Baumaterial und vor allem an Fachkräften

Von „schwierigen Zeiten für Kaufinteressenten“ spricht unterdessen die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) in ihrer Analyse „Wohnimmobilien vor der Zeitenwende“. „Schon in den vergangenen Jahren war der Immobilienmarkt für Privathaushalte, die ein Objekt zu kaufen suchten, kein Spaß“, heißt es dort. Doch „nun droht sich die Situation gleich von zwei Seiten weiter zu verschärfen“. Wohnraum drohe noch knapper zu werden, und zwar wegen der Zuwanderung und wegen Problemen etwa bei der Lieferung von Baumaterialien. Steigende Zinsen erschweren ferner die Finanzierung, „so dass der Kauf einer Immobilie für immer mehr Haushalte kaum noch finanziell zu stemmen sein dürfte“.

Käufer/-innen sollten ferner im Blick behalten, ob eine energetische Sanierung ansteht, mahnt die LBBW. Immobilien dieser Art, also nicht sanierte, kommen unterdessen laut der Analyse der Bank noch am ehesten auf den Markt, etwa weil der bisherige Eigentümer oder die Eigentümerin den Sanierungsaufwand scheut.

Phasen mit fallenden Preisen denkbar

Aus Sicht der LBBW erfährt der bisherige Boom jedenfalls nun „eine ernsthafte Bewährungsprobe, auch wenn die Daten zum ersten Quartal 2022 noch weitgehend ungetrübt blieben“. Mit Blick auf die kommenden Jahre hält die LBBW Phasen, in welchen die Preise für Immobilien den Mieten „hinterherhinken“ oder „etwas fallen“, für „wahrscheinlich“.

Jetzt schon dürfte die Interessentenschar sich eher verkleinern: Baukredite sind nicht mehr ganz so günstig zu haben wie bisher, gleichzeitig steigen die Lebenshaltungskosten merklich an, weshalb jene jetzt passen müssen, die sich bisher noch grade so eine eigene Immobilie hätten leisten können.

Im Neubausektor sind die Kosten zuletzt heftig gestiegen. Materialkosten haben massiv zugelegt, die Baubranche ist von Lieferengpässen betroffen, und der chronische Mangel an Fachkräften verschärft die Situation weiter. Wegen der Kriegsfolgen rechnet der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie mit einem Rückgang beim Wohnungsneubau. „Somit sprechen sowohl der Neubau als auch die Nachfrage nach Wohnraum für einen weiterhin engen Markt“, heißt es in der LBBW-Analyse.

Erhebliche Unterschiede je nach Gemeinde

Die Kreissparkasse Waiblingen wagt im Wohnmarktbericht zunächst Prognosen fürs nächste Jahr. Ihre Angaben beziehen sich auf Bestandsimmobilien, das sind Objekte, die älter als drei Jahre sind. Im Wohnmarktbericht 2022 sind detaillierte Angaben zu finden zu aktuellen als auch zu erwartenden Preisen in den Städten und Gemeinden des Rems-Murr-Kreises. Die Unterschiede sind erheblich; nach wie vor liegen die Preise in eher ländlichen Gebieten deutlich unter jenen im vorderen Remstal. Nähe zu Stuttgart kostet extra, daran hat offenbar die Veränderung der Arbeitswelt, Stichwort Home-Office, nichts geändert.

Bis knapp unter 5000 Euro je Quadratmeter zahlen Interessierte für eine sanierte oder neuwertige Wohnung in Schorndorf. In Remshalden erzielen Verkäufer ebenfalls bis zu 4800 Euro je Quadratmeter. In Weinstadt sind in der Spitze Preise bis 5200 Euro zu erzielen, in Waiblingen bis 5500 Euro.

Seit 2017 steigen die Immobilienumsätze in Baden-Württemberg sprunghaft an. Mit einem Gesamttransaktionsvolumen von rund 49 Milliarden Euro wurde laut Immobilienverband Süd 2021 „eine neue Bestmarke aufgestellt“. Im ersten Quartal 2022 lagen die Investitionen in Immobilien mit 13,4 Milliarden Euro noch mal um sieben Prozent höher als im selben Zeitraum 2021.

Der vollständige Wohnmarktbericht der Kreissparkasse Waiblingen ist hier abrufbar: kskwn.de/wohnmarktbericht. Künftig soll jedes Jahr ein neuer Bericht erscheinen.

Die Immobilienpreise im Rems-Murr-Kreis steigen weiter, wenn auch etwas langsamer: Die Kreissparkasse Waiblingen geht von einer weiter wachsenden Nachfrage nach Wohnraum bei anhaltend knappem Angebot aus. In ihrem Wohnmarktbericht verweist die Bank auf „vielfältige gegenwärtige Preistreiber“ im „Zuzugsgebiet“ Rems-Murr-Kreis.

Im Wohnmarktbericht, den die Kreissparkasse in diesem Jahr erstmals vorlegt, sind Kauf- und Mietpreise, aufgeschlüsselt nach einzelnen Gemeinden und Wohnlagen,

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