Rems-Murr-Kreis

Impfstoff: Land lenkt bei der Verteilung ein

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Es gibt Hoffnung: Ab Ende April könnten hier deutlich mehr Menschen als bisher willkommen geheißen werden. © Gabriel Habermann

Das Land lenkt bei der Corona-Impfstoffverteilung ein. Landrat Richard Sigel und sein Böblinger Kollege hatten die aktuelle Praxis, den Impfstoff gleichmäßig auf alle Kreisimpfzentren zu verteilen als „Ungerechtigkeit“ bezeichnet.

Aus dem Sozialministerium heißt es nun dazu: „Der Wunsch, den Impfstoff entsprechend der Bevölkerungsanteile auf die Landkreise zu verteilen, ist nachvollziehbar“. Derzeit aber sei für alle zu wenig da. Würde man in eine Region mehr liefern, müsste das einer anderen weggenommen werden. Streng nach Bevölkerung berechnet, würden dann viele ländliche Kreise nur noch halb so viel Impfstoff bekommen wie derzeit – statt 1 170 Dosen von Biontech pro Woche nur noch 585 Dosen, manche Kreise sogar noch weniger. Ballungsgebiete dagegen, die mit Zentralen Impfzentren und bis zu zwei Kommunalen Impfzentren je Landkreis ohnehin schon gut ausgestattet seien, würden noch mehr bekommen.

Das Ministerium plant jedoch im April einen Landesimpfgipfel mit den Landräten, Oberbürger- und Bürgermeistern. Der Amtschef des Sozialministeriums, Dr. Uwe Lahl, erklärt: „Sobald mehr Impfstoff verfügbar ist, werden wir den Verteilschlüssel ändern“. Lahl geht davon aus, dass die kommunale Seite „mit einem abgestimmten Konzept“ in die Gespräche beim Landesimpfgipfel geht.

Landrat Richard Sigel begrüßt den Impfgipfel. Bislang sei die Impfstrategie an der Praxis vorbeigegangen.

Es brauche eine Veränderung. Es müsse festgelegt werden, wer wie viel Impfstoff bekommt, und zwar auf Grundlage der Impfquoten in den Kreisen. Diese könnte das Sozialministerium errechnen, tut es aber bislang nicht. Die baden-württembergischen Landräte sagen allerdings auch, dass es sich das Sozialministerium leichtmache, jetzt, nachdem die Kreise bislang beim Impfen keinerlei Mitspracherecht hatten, plötzlich von kommunaler Seite ein Konzept zu erwarten. Impfen sei Landesaufgabe, dort säßen die Experten dafür. Man erwarte, dass das Sozialministerium seine Rolle erfülle. Gerne dürften natürlich die Vorschläge der Landräte, die schon kamen und noch kommen, mit in die Planungen aufgenommen werden. Denn bislang sei die Impfstrategie an der Praxis vorbeigegangen.

Das Land lenkt bei der Corona-Impfstoffverteilung ein. Landrat Richard Sigel und sein Böblinger Kollege hatten die aktuelle Praxis, den Impfstoff gleichmäßig auf alle Kreisimpfzentren zu verteilen als „Ungerechtigkeit“ bezeichnet.

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Aus dem Sozialministerium heißt es nun dazu: „Der Wunsch, den Impfstoff entsprechend der Bevölkerungsanteile auf die Landkreise zu verteilen, ist nachvollziehbar“. Derzeit aber sei für alle zu wenig da. Würde man in eine Region mehr liefern, müsste

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