Rems-Murr-Kreis

Impftermin-Vergabe angespannt, und: Vorerst keine Erstimpfungen mehr mit Astrazeneca im KIZ in Waiblingen

Kreisimpfzentrum
„Astrazeneca wird im Kreisimpfzentrum (KIZ) in Waiblingen nicht mehr als Erstimpfung angeboten, nur noch auf Wunsch zur Zweitimpfung“, sagt Martina Keck, Sprecherin des Landratsamtes. „Dieses Angebot nutzen rund 20 Prozent.“ © ALEXANDRA PALMIZI

Mit der Erweiterung der Impfberechtigten auf Menschen der Prioritätsgruppe drei und die Ü-60-Jährigen ist die Lage bei der Impftermin-Vergabe angespannt. „Wir haben diese Woche 1600 neue Termine im Kreisimpfzentrum in Waiblingen eingestellt, die waren innerhalb von anderthalb Stunden weg“, sagt Martina Keck, Sprecherin des Landratsamtes.

Am Montag (3.5.) gab es laut Landes-Sozialministerium 264 097 Anrufversuche bei der Impf-Hotline 116 117 für Baden-Württemberg. Davon konnten 68 264 Anrufe angenommen werden. Am Dienstag (4.5.) 284 967 Anrufversuche, 61 092 Anrufe wurden angenommen.

Und Termin-Buchungen?

„Der Andrang war erwartbar – wie von uns auch so im Vorfeld kommuniziert – groß“, sagt Pascal Murmann, Sprecher des Landes-Sozialministeriums. „Nach Auskunft der kv.digital liefen und laufen die Systeme aber stabil. Schon in den ersten vier Stunden am Montag (online und über die 116 117) wurden circa 32 000 Termine gebucht. Der Rückblick auf die Buchungszahlen und die Terminsuchen aus der vergangenen Woche zeigen, dass die Nachfrage nach Impfstoff weiterhin das Angebot übersteigt.“

Die Buchungen für Corona-Impftermine in den Impfzentren in Baden-Württemberg der vergangenen Kalenderwoche 17:

  • 26. April: 93 166 Buchungen
  • 27. April: 86 757 Buchungen
  • 28. April: 90 343 Buchungen
  • 29. April: 119 276 Buchungen
  • 30. April: 96 793 Buchungen
  • 1. Mai: 88 393 Buchungen
  • 2. Mai: 47 038 Buchungen

„Es werden jeden Tag neue Termine von den Impfzentren eingestellt und freigeschaltet, für die Impfstoff vom Bund geliefert kommt. Jeglicher Impfstoff, der nach Baden-Württemberg kommt, wird auch verimpft“, sagt Murmann. „Wer keinen Termin bekommen hat, sollte es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal versuchen.“

Minister Lucha setzt sich für mehr Impfstoff für Baden-Württemberg ein

Es gibt aber auch gute Nachrichten: „Derzeit nimmt die Zahl der Impfungen weiter zu, am vergangenen Freitag (30. April) wurde mit 54 494 Impfungen in den Impfzentren in Baden-Württemberg ein neuer Tageshöchstwert erreicht“, so Murmann. Und: Minister Lucha setzt sich beim Bund für mehr Impfstoff ein.

„Leider halten die Impfstoff-Lieferungen des Bundes nicht so mit, wie wir das brauchen“, schreibt Lucha in einem Brief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. „Ich wende mich mit der Bitte an Sie, bereits in der kommenden Kalenderwoche 19 (10. bis 16. Mai) dies nachzusteuern.“ Den Impfzentren in Baden-Württemberg drohe ein Impfstoff-Engpass. Lucha hatte deshalb schon am Dienstag (4.5.) gesagt, Termine für Zweitimpfungen könnten zwar gewährleistet werden, für die Erstimpfungen zeichneten sich aber Probleme ab. In einigen Impfzentren könne das auch dazu führen, dass Termine für die erste Impfung abgesagt werden müssten.

Lucha hat laut Mitteilung auch den Vorstoß von Jens Spahn (CDU) unterstützt, die Priorisierungen für Astrazeneca fallen zu lassen und für alle freizugeben.

Die Lage im Kreisimpfzentum in Waiblingen

„Termine im Kreisimpfzentrum in Waiblingen (KIZ) absagen mussten wir bisher nicht“, sagt Martina Keck, Sprecherin des Landratsamtes. „Wir sind derzeit mit 600 bis 800 Impfungen pro Tag bei rund 80 Prozent der Auslastung unseres KIZ. Allerdings haben wir das KIZ bereits vor Ostern baulich und strukturell so optimiert, dass wir die Zahlen der täglichen Impfungen auf 1500 verdoppeln könnten.“ Allein, es fehlt der Impfstoff. „Sprich: Wir würden gerne verdoppeln, können es aber aufgrund des Impfstoffmangels bisher nicht.“

Das Sozialministerium habe aus den Impfzentren im Land keine Hinweise, dass es bei Astrazeneca-Terminen zu ungewöhnlich vielen Absagen oder Nichterscheinen komme, sagt Murmann. „Wenn man einen Termin online bucht, dann weiß man ja auch im Vorfeld, mit was für einem Impfstoff man geimpft wird. Ein gewisser Anteil von Absagen und Nichterscheinen, zum Beispiel aufgrund von Krankheit, ist erwartbar und kommt bei allen Impfstoffen vor.“ Eher treffe sogar das Gegenteil zu: „Wir stellen fest, dass deutlich mehr Menschen unter 60, die ihre Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten haben, im Impfzentrum auch die Zweitimpfung mit diesem Impfstoff wahrnehmen möchten“, so Murmann.

„Astrazeneca wird im KIZ in Waiblingen nicht mehr als Erstimpfung angeboten, nur noch auf Wunsch zur Zweitimpfung“, sagt Martina Keck. „Dieses Angebot nutzen rund 20 Prozent.“

Daran ändert sich erst einmal auch nichts trotz der aktuellen Freigabe von Astrazeneca für alle (Stand: Donnerstagabend, 6. Mai).

Die Impfstoff-Lieferungen kämen im Moment eh nur „kleckerlesweise“ an. Folgende Lieferungen soll(t)en ans KIZ gehen:

  • Biontech: 5850 Dosen in der KW 18 (3. bis 9. Mai) und dann jede Woche 2340 Dosen in den KW 19 bis 26 plus einem eventuellen Zuschlag, der noch nicht bekannt sei.
  • Astrazeneca: 200 Dosen in der KW 18, 400 Dosen in der KW 19 und 100 Dosen in der KW 20.
  • Johnson und Johnson: 500 Dosen in der KW 18. Hier fehlt aber noch die Stiko-Impfempfehlung, so dass diese erst mal auf Eis liegen.

Neben Impfungen im KIZ laufen derzeit im Rems-Murr-Kreis noch bis 7. Juni Corona-Impfungen durch mobile Teams des KIZ in Behinderteneinrichtungen. Außerdem bis Ende Mai durch mobile Teams des Robert-Bosch-Krankenhauses für Ü-70-Jährige im von Kommune zu Kommune fahrenden Impftruck sowie parallel in Flüchtlingsunterkünften.

Außerdem impfen bereits 185 Arztpraxen im Rems-Murr-Kreis (die meisten davon Hausärzte, daneben rund 20 Fachärzte). Die Ärzte bestellen allerdings ihre Impfstoffe bei den Apotheken, die ihn wiederum beim Pharma-Großhandel und dem Bund ordern.

Mit der Erweiterung der Impfberechtigten auf Menschen der Prioritätsgruppe drei und die Ü-60-Jährigen ist die Lage bei der Impftermin-Vergabe angespannt. „Wir haben diese Woche 1600 neue Termine im Kreisimpfzentrum in Waiblingen eingestellt, die waren innerhalb von anderthalb Stunden weg“, sagt Martina Keck, Sprecherin des Landratsamtes.

Am Montag (3.5.) gab es laut Landes-Sozialministerium 264 097 Anrufversuche bei der Impf-Hotline 116 117 für Baden-Württemberg. Davon konnten 68 264

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