Rems-Murr-Kreis

Initiative Sicherer Landkreis: Wie kommunale Kriminal-Prävention funktioniert

Bettina Rommelfanger Initiative Sicherer Landkreis 25-Jahr-Jubiläum
Polizeioberrätin Bettina Rommelfanger hielt den Festvortrag. © Büttner

Wie oft wünscht sich der Mensch, dies oder das wäre nie geschehen. Die Zeit zurückdrehen, das klappt leider nie. Doch lässt sich durchaus so manches einfädeln, damit Ungutes erst gar nicht passiert. Man kann Fenster und Türen mit astreinen Riegeln versehen, so dass jeder Einbrecher genervt aufgeben wird. Man kann auf Schulhöfen schon mit Kindern über Gewalt sprechen und ein friedlicheres Miteinander fördern.

Sicherheit hat eine Menge mit wirksamer Vorbeugung zu tun, weshalb vor 25 Jahren Polizeibeamte und Juristen, Kirchenvertreter und Anwälte, Bürgermeister und Unternehmer im Rems-Murr-Kreis die Initiative Sicherer Landkreis (ISL) gründeten.

In der Fellbacher Schwabenlandhalle hat der Verein jetzt das 25-Jahr-Jubiläum groß gefeiert, denn die Liste dessen, was Initiator/-innen und Engagierte in all den Jahren erreicht haben, ist lang: Sie haben Seminare zum Schutz vor Gewalt auf den Weg gebracht und finanziell gefördert, unter der Überschrift „Blau macht blöd“ Initiativen gegen das Komatrinken unterstützt, die Funktion des Sports als Integrationshelfer und Wertevermittler gestärkt, Menschen geehrt, die Zivilcourage gezeigt haben, Hilfen für Betroffene von häuslicher Gewalt initiiert – und, und, und.

Vorbeugung ist auf Landesebene Chefsache

„Respekt und Hochachtung“ zollte Festrednerin Bettina Rommelfanger der Initiative Sicherer Landkreis Rems-Murr. Die Leiterin der Kriminalprävention am Landeskriminalamt schätzt es sehr, dass Vorbeugung im Land als Chefsache gilt und der Koalitionsvertrag von Grünen und CDU ausdrücklich vorsieht, die kommunale Kriminalprävention zu stärken.

Umgesetzt wird das unter anderem mit Hilfe der Gemeinsamen Zentralstelle Kommunale Kriminalprävention (GeZ KKP), deren Arbeit Bettina Rommelfanger vorstellte. Die Zentralstelle koordiniert und bündelt, was Akteur/-innen im Land an vorbeugenden Aktivitäten auf die Beine stellen – und das ist eine Menge. „Vernetzung“ heißt das Stichwort – „damit Prävention als gesamtgesellschaftliche Aufgabe gelingen kann.“

Beratung von Glaubensgemeinschaften

In der Landeskriminalprävention kümmern sich die Verantwortlichen zum Beispiel um sicherheitstechnische Beratung, um neue Kampagnen, um Aspekte des Städtebaus, die zur Vorbeugung von Kriminalität beitragen, um Beratung von Glaubensgemeinschaften in Bezug auf Schutz vor Angriffen oder um Veranstaltungen für Multiplikator/-innen. Standards und Qualitätskriterien sind klar definiert, so Bettina Rommelfanger, damit auch Nutzen bringt, was auf den Weg gebracht wird.

Die Polizei selbst muss sich kritische Fragen gefallen lassen

Einen kritischen Blick richtet die Polizei nicht ohne Grund auf sich selbst: Es gab eine Reihe von Skandalen, etwa rechtsextreme Umtriebe innerhalb der Polizei in Hessen. Noch von Einzelfällen zu sprechen, sei „nicht sehr glaubwürdig“, sagte Bettina Rommelfanger. Videoclips aus der Reihe „Nicht bei uns“ thematisieren rechte Tendenzen und Extremismus oder Sexismus innerhalb der Polizei. „Wir schauen hin und widersprechen. Denn das ist unsere Pflicht“, so lautet das Versprechen im Film.

Die ISL nutzte unterdessen das Jubiläumsfest, um einen großen Scheck zu überreichen: 25 000 Euro kommen dem Modellvorhaben „Sisy“ zugute, kurz für „Stärken im System“. Mobile Beratungsteams gehen an Schulen, bieten Unterstützung in der sozialpädagogischen Arbeit und bei Präventionsaufgaben.

Wie oft wünscht sich der Mensch, dies oder das wäre nie geschehen. Die Zeit zurückdrehen, das klappt leider nie. Doch lässt sich durchaus so manches einfädeln, damit Ungutes erst gar nicht passiert. Man kann Fenster und Türen mit astreinen Riegeln versehen, so dass jeder Einbrecher genervt aufgeben wird. Man kann auf Schulhöfen schon mit Kindern über Gewalt sprechen und ein friedlicheres Miteinander fördern.

Sicherheit hat eine Menge mit wirksamer Vorbeugung zu tun, weshalb vor 25

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